Ein Brief als Zeichen der Verbundenheit in der Corona-Krise

Östlicher Landkreis  Zahlreiche Kommunen im östlichen Landkreis pflegen langjährige nationale und internationale Freundschaften. Auch in Zeiten von Corona tun sie alles Mögliche, um auf vielfältige Art und Weise die persönlichen Kontakte aufrecht zu halten.

Von Gustav Döttling
Email

Der Obersulmer Partnerschaftsgarten grünt und blüht in diesen Tagen. Auch in der schwierigen Zeit der Corona-Krise halten die Kommunen im östlichen Landkreis Kontakt zu ihren Freunden der Städtepartnerschaften.

Foto: Gustav Döttling

"Ich arbeite gerade an einem Brief an unsere Partnergemeinden Jerago in Italien und Chazelles--sur-Lyon in Frankreich, in dem ich gemeinsam mit Ellen Mangatter, der Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins, unsere Verbundenheit und unser Mitgefühl zum Ausdruck bringen möchte", berichtet Untergruppenbachs Bürgermeister Andreas Vierling. Besonders Jerago sei vom Coronavirus stark betroffen. Wegen der Krise sei das große Treffen aller drei Gemeinden an Himmelfahrt in Jerago geplatzt.

Treffen an Himmelfahrt abgesagt

Den Kontakt mit den europäischen Freunden halte man per E-Mail, WhatsApp und über soziale Medien wie Facebook. "Natürlich stehen wir mit unseren Partnergemeinden Beaumont-le-Roger in Frankreich, Rohrendorf in Österreich und Hercegkút in Ungarn in Kontakt", berichtet Obersulms Hauptamtsleiter Jochen Dicht. Mit Beaumont habe er telefoniert, weil das Partnerschaftstreffen an Himmelfahrt mit 80 Teilnehmern aus Obersulm abgesagt sei. Konkret könne er zur Corona-Lage in der Partnergemeinde jedoch nichts sagen. "Das Leben in Rohrendorf sei sehr eingeschränkt, die Arbeitswelt auf das notwendigste heruntergefahren", sagt Obersulms Bürgermeister Tilman Schmidt. Das diesjährige Kellergassenfest sei zwar noch nicht abgesagt, werde aber wahrscheinlich nicht stattfinden.

Keine Informationen über Corona

"Über Corona erfährt man so gut wie nichts", berichtet Obersulms Altbürgermeister Harry Murso. Er hält Kontakte per E-Mail und Telefon zu seinem ehemaligen gleichaltrigen ungarischen Amtskollegen Josef Rak und zu Enekö Stumpf, der Leiterin der Gemeindeverwaltung in Hercegkut.

Günter Amos und Gerhard Berroth, die Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins, pflegen in Flein primär die Kontakte mit den Partnerkommunen Onzain in Frankreich und Steinthaleben in Thüringen. Günther Amos, zuständig für die französische Partnerschaft, kann aber nicht sagen, wie viele Corona-Fälle es in Onzain gebe. "Die Leute sind aber mit den vielen Einschränkungen genauso betroffen wie wir, ich sehe da viele Parallelen", sagt Amos. Abgesagt sei die 30. Jahrfeier der Partnerschaft. Seine Partnervereinskontakte nach Thüringen pflegt er per Telefon und E-Mail.

Virus greift im Elsass um sich

"Wir haben Kontakt. Leider greift in unserer Partnergemeinde Soultzmatt im Elsass das Virus um sich", berichtet Talheims Bürgermeister Rainer Gräßle. Es gebe ein Pflegeheim und es habe bereits Todesfälle gegeben.

"Die Engländer sollten Ende Juni nach Ilsfeld kommen, aber das ist abgesagt", berichtet Miriam Kloiber, im Ilsfelder Rathaus für die Gemeindepartnerschaft mit Ottery St. Mary und dem rumänischen Mosna zuständig. In Abstatt hält Bürgermeister Klaus Zenth per E-Mail und WhatsApp Kontakt zur französischen Partnergemeinde Léhon. Dort würde, wie in ganz Frankreich, Ausgangsverbot herrschen, und man dürfe sich maximal einen Kilometer von der eigenen Wohnung entfernen.

Der für Mai geplante Schüleraustausch mit Besuch französischer Schüler ist abgesagt. "Es ist bis jetzt nur ein Todesfall bekannt", berichtet Vincenzo Flora, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Ellhofen, über seine Informationen aus der italienischen Partnergemeinde Peccioli. Die Pandemie sei bisher in der Partnergemeinde glimpflich verlaufen.

 

Mehr zum Thema

 


Kommentar hinzufügen