Die Schozachtalhalle in Ilsfeld wird nun doch saniert

Ilsfeld  Der Gemeinderat Ilsfeld änderte einstimmig seinen Beschluss zur Schozachtalhalle. Es gibt keinen Neubau. Die Kosten liegen bei 3,5 Millionen Euro.

Von Barbara Barth
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Erst sollte die Schozachtalhalle durch einen Neubau ersetzt werden, jetzt wird sie doch für rund 3,5 Millionen Euro saniert.

Foto: Barbara Barth

Die Entscheidung am Ende war ganz leicht: Die Schozachtalhalle wird saniert, ein Neubau ist vom Tisch. Einstimmig war der Gemeinderat am Dienstagabend dafür, die vom Architekturbüro Kuon + Reinhard aus Nordheim vorgeschlagenen Arbeiten für rund 3,5 Millionen Euro ausführen zu lassen.

Undichtes Dach, veralteter Brandschutz

Zwischen den sanierten Schulen und der modernen Steinbeishalle sieht die Schozachtalhalle etwas betagt aus. Doch das war nicht der Grund, dass sich der Gemeinderat im vergangenen Jahr für einen Neubau ausgesprochen hatte. Das undichte Dach und fehlende Brandschutzauflagen waren die Ursache für eine Untersuchung der Sportstätte. Hohe Sanierungskosten und eine lange Dauer führten dazu, einen Neubau zu favorisieren. Mit 16 Ja-Stimmen und vier Nein-Stimmen fiel die Entscheidung im November 2018 für eine neue Schozachtalhalle.

Zuerst war von 6,5 Millionen Euro die Rede

Eine erste Kostenschätzung eines Heilbronner Büros war auf Sanierungskosten von 6,5 Millionen Euro gekommen, ein Neubau wurde mit rund 9,5 Millionen Euro inklusive Kostensteigerungen veranschlagt. "Diese Summe ist nicht tragbar", sagte Bürgermeister Thomas Knödler. Die Verwaltung wurde beauftragt, Einsparungspotentiale und Förderungen zu untersuchen. Gespräche mit Vereinen und Schulen ergaben, dass die dreiteilbare Halle genauso wieder gebaut werden müsste. In einer Klausur sprachen sich die Gemeindevertreter für den Erhalt aus.

Die ursprünglich genannten Sanierungskosten von 6,5 Millionen Euro wurden von Kuon + Reinhard untersucht. Das Ergebnis: Der Bestand der Halle ist mit einem Aufwand von 3,5 Millionen Euro zu halten. Architektin Raisa Kuon erläuterte den Gemeinderäten jetzt das Konzept.

Was alles neu gemacht wird

Das Eingangselement der Halle und der Sportlereingang müssen ersetzt, Schäden an den Fluchttüren repariert werden. "Die Sheddach-Verglasung muss komplett ausgetauscht werden", so Kuon. Auch das Flachdach und die Lichtkuppel werden neu. Die Fassadenverkleidung aus Asbestplatten weicht Eternit-Elementen. Dicke Posten sind die Gewerke Heizung/Lüftung/Sanitär und Elektro. "Die gesamte Schalttechnik mit Brandmeldeanlage und Beleuchtung wird erneuert", erläuterte Raisa Kuon. Die Holzverkleidung innen, Türen und Heizkörper werden abgeschliffen und gestrichen, eine neue Prallwand und zwei neue Trennvorhänge sind notwendig. Auch für Tribüne und Außenanlagen sind Summen eingestellt, ebenso wie für Unvorhergesehenes.

Auf Nachfrage von Kim Schäfer (BWV) bejahte die Architektin auch den Austausch der Beschallungsanlage. Dankbar für die Ausführungen zeigte sich Martin Schäfer (CDU). "Es war gut, dass die Kosten so detailliert erläutert wurden." Wenn das im November vergangenen Jahres schon passiert wäre, "dann wäre der Entschluss anders gewesen".

Ralf Weimar (BWV) wunderte sich über die Zahlen. "Annähernd die Hälfte der Sanierungskosten des anderen Büros sind jetzt herausgekommen." Außerdem sei die Zeitdauer damals "arg lang" gewesen. "Nur deshalb sind wir auf einen Neubau gekommen."

Sommerferien reichen für Arbeiten nicht aus

Die Sanierung der Schozachtalhalle möchte Bürgermeister Thomas Knödler "komprimiert in einem Rutsch" machen. Allerdings werden die Sommerferien von sechs Wochen dafür nicht ausreichen. Drei bis vier Wochen davor und danach nennt Architektin Kuon als Ziel, so dass die Halle etwa drei bis vier Monate geschlossen bleiben muss. Ein Teil der Gewerke kann aber auch während des laufenden Sportbetriebs ausgeführt werden.

Das Büro Kuon + Reinhard ist in Ilsfeld ein guter Bekannter. Die Neubauten des Bauhofs und der Mensa sowie die Erweiterung und Sanierung der Gemeindehalle stammen von den Architekten.

Die Kosten

Das Architekturbüro Kuon und Reinhard aus Nordheim kalkuliert die Kosten für die Sanierung der Schozachtalhalle so: Glaserarbeiten 122 000 Euro; Sheddach 395 000 Euro; Flachdach 860 000 Euro; Malerarbeiten 91 000 Euro; Trockenbau 120 000 Euro; Schreiner 55 000 Euro; Prallwand 8000 Euro; Fassadenverkleidung 168 000 Euro; Schlosserarbeiten 23 000 Euro; Trennvorhänge 63 000 Euro; Tribüne 16 500 Euro; Gerüst 36 000 Euro; Reinigung 10 000 Euro; Unvorhergesehenes 80 000 Euro; Außenanlagen 45 000 Euro; Elektro 356 000 Euro; Heizung/Sanitär 520 000 Euro.


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