Die Freibadgebühren in Untergruppenbach werden teurer

Untergruppenbach  Nachdem die Preise seit 2010 unverändert sind, stimmt der Gemeinderat für eine Erhöhung - eine Diskussion bliebt aus.

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Das Freibad in Untergruppenbach: 2020 werden die Eintrittspreise erhöht. Die Einzelkarte für Erwachsene steigt um 50 Cent auf 4,20 Euro.

Foto: Archiv/Sawatzki

Baden wird ab der kommenden Freibadsaison in Untergruppenbach teurer. Die Gemeinde erhöht 2020 die Kosten für die Eintrittskarten und auch für weitere Tarife, wie etwa für den Verlust von Jahreskarten. Der Beschluss wurde im Gemeinderat einstimmig gefasst - Diskussionen gab es keine. Die Freibadpreise sind schließlich seit 2010 unverändert geblieben, darauf wies Bürgermeister Andreas Vierling hin. Die neuen Preise seien moderat, "und auch gerechtfertigt", waren sich Lopetra Möhle (CDU) und Hermann Steiner (UWG) einig.

Unter der Prämisse, dass man der Gebührenerhöhung zustimme, bekundete Karin Eichelroth (SPD) ihren Missmut, dass sie sich bei den Saisonkarten eine niedrigere Preiserhöhung gewünscht hätte: zehn Euro zahlen Erwachsene dafür mehr, Jugendliche fünf Euro.

Das Freibad müsse jedoch gerade für Familien und Jugendliche weiterhin ein attraktives Freizeitangebot bleiben, sagte Eichelroth. "Dennoch stimmen wir der Preiserhöhung zu. Denn wir wollen auch, dass das Bad erhalten bleibt."

Defizit von einer halben Million Euro

Mit ihren Freibadgebühren sei die Gemeinde Untergruppenbach stets unter Werten im Land- und Stadtkreis geblieben, sagte Vierling. Durch die Erhöhung bewegt sie sich jetzt im oberen Bereich. Löhne, Betriebskosten und Leistungen für den technischen Unterhalt seien allerdings gestiegen. 2018 nahm die Gemeinde durch das Freibad 191 000 Euro ein, 109 000 Besucher kamen. Ein Rekordwert seit 2015. Dem stand jedoch ein Defizit von knapp 500 000 Euro gegenüber.

"2019 haben wir dann die halbe Million geknackt. Das ist ein Spitzenwert im Landkreis, jedoch im negativen Sinne", sagte Vierling. Und in den kommenden Jahren ereilt die Gemeinde weitere Ausgaben im Bereich Freibadunterhaltung. Zudem sei man gerade dabei, ein Sanierungskonzept zu erarbeiten, informierte Vierling. Und warnte, dass es in Millionenhöhe gehen werde.

2020 steigen die Gebühren für Einzelkarten durchschnittlich um 40 Cent, für Zehnerkarten um fünf Euro und für Saisonkarten um 7,50 Euro. Für den Verlust von Jahreskarten werden durchschnittlich 5,75 Euro mehr berechnet.

Das bedeutet für die Gemeinde durch die neuen Eintrittsgebühren voraussichtliche Mehreinnahmen von 28 000 Euro.

Bad bleibt zuverlässiger geöffnet

"Wenn wir wollen, dass diese Gebührenerhöhung akzeptiert wird, müssen verlässliche Öffnungszeiten garantiert sein", führte Karin Eichelroth weiter an. Oft stünden Saisonkartenbesitzer, die bei schlechtem Wetter schwimmen wollen, vor verschlossener Freibadtür.

Das konnte Bürgermeister Vierling nachvollziehen. Daher wurde mit der Bademeisterin eine neue Regelung getroffen: Um 16 Uhr entscheidet die aktuelle Wetterlage. Bei Regen werden die Pforten geschlossen, ansonsten bleibt das Bad geöffnet. Um 16 Uhr gebe auch eine digitale Schlechtwetterampel, die auf der Website der Gemeinde neu eingerichtet wird, an, ob das Freibad geöffnet bleibt oder geschlossen wird, sagte Vierling.

Die Freibadgebühren in Untergruppenbach werden teurer

Linda Möllers

Linda Möllers

Autorin

Linda Möllers kommt aus Weinheim an der Bergstraße und kam im November 2019 zur Heilbronner Stimme. Jetzt berichtet sie aus dem nördlichen und östlichen Landkreis - am liebsten über kulturelle und gesellschaftliche Themen.

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