Der Weibertreulauf: Härtester Halbmarathon im Unterland

Weinsberg  Trotz schlechten Wetters sind rund 580 Teilnehmer beim Weibertreulauf in Weinsberg dabei. Doch Wind und Regen sind nicht die einzigen Schwierigkeiten auf der Strecke.

Von Stefanie Pfäffle

Der Weibertreulauf: Härtester Halbmarathon im Unterland

Gemeinsam werfen sich die Fünf- und Zehn-Kilometer-Läufer auf die Strecke. Die letzten bekommen dann doch noch Regen ab.

Fotos: Stefanie Pfäffle

Franziska Fallmann strahlt über das ganze Gesicht. "Ich hab noch nie sowas Cooles gewonnen", freut sich die 25-Jährige von der Neckarsulmer Sportunion. Gerade ist sie beim Halbmarathon des Weibertreulaufs in Weinsberg als erste Frau über die Ziellinie gelaufen. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell bin, Berge mag ich nämlich gar nicht." Erst kurz vor dem Start hat sie sich entschlossen, 21 statt der geplanten zehn Kilometer anzugehen. Insgesamt waren am Sonntag auf allen Strecken 558 Läufer (ohne Bambini) unterwegs.

Clown sorgt für gute Laune, Eltern feuern Nachwuchs an 

Eine gute Stunde vorher sind die Halbmarathoniken bereits auf der Strecke. Bevor es für die Zehn- und Fünf-Kilometer-Läufer losgeht, bleibt genügend Zeit, den Nachwuchs rennen zu lassen. Clown Paul alias Udo Grunwald sorgt am Start unweit der Weibertreuhalle für gute Laune. Begeisterte Eltern feuern den Nachwuchs an, so mancher läuft die Strecke kurzerhand mit.

Am Ziel werden die erschöpften Teilnehmer gleich mit einer Medaille empfangen. Pauline (9) und ihre Schwester Luisa (7) finden das ziemlich gut, so ein bisschen Edelmetall um den Hals hat doch was. Beide sind die 400 Meter gelaufen. "Das war nicht weit und auch nur ein bisschen anstrengend", fasst Pauline zusammen. Normalerweise machen die Schwestern aus Erlenbach nämlich Triathlon, da ist nur Laufen ja einfach.

Der Weibertreulauf: Härtester Halbmarathon im Unterland

Clown Paul alias Udo Grundwald sorgt bei den Schüler- und Bambiniläufen zusätzlich für gute Stimmung.

Vobereitung für den Trolli

Langsam finden sich die Erwachsenen für die nächsten Strecken unter dem heftig im Wind baumelnden Startbanner ein. Mark Staiger gehört dazu, zehn Kilometer peilt er an. "Das ist ein schöner Lauf zum Anfang des Jahres und für mich eine Vorbereitung für Trollinger und Triathlon", erzählt der Weinsberger. Weil es eben noch so früh in der Saison sei, sei der Lauf auch gut besetzt. "Die kommen von überall her und wären auch gelaufen, wenn es richtig geschüttet hätte", ist er überzeugt.

Am Morgen sei es schon noch grenzwertig gewesen, gibt Andreas Weidle, Abteilungsleiter der Leichtathleten beim TSV Weinsberg, zu. Ans Absagen habe man trotzdem nie gedacht. "Wir machen das hier zum 37. Mal und haben schon alles erlebt, einmal mussten wir sogar bei der Stadt anrufen, damit die den Schnee von der Strecke räumen."

Aber Regen und Sturmböen hätten natürlich einige Läufer auch abgehalten. Mit Bambini waren 738 angemeldet. Allein über die fünf Kilometer haben 30 von 68 ihre Startnummer nicht abgeholt und auch bei einem der Kinderläufe ist die Hälfte der Gemeldeten nicht aufgetaucht. Vorkasse gibt es beim Weibertreulauf nicht. So kam man am Ende ungefähr auf die gleiche Teilnehmerzahl wie im Vorjahr.

400 Höhenmeter haben es in sich

Rund hundert Helfer sind an der Strecke und in der Halle im Einsatz. Bisher übernahmen auch zwei Ehrenamtliche von einem befreundeten Verein die Zeitnahme, die wird dieses Jahr erstmals von Profis gemacht. Noch unter einer Stunde zwanzig Minuten läuft Philip Nothof durchs Ziel. Das linke Scheinbein ist blutig verschrammt. Nach zwei Kilometern ist er in der Kurve ausgerutscht. "Das hier ist so ziemlich das Härteste, was man in Sachen Halbmarathon machen kann", erzählt der 31-jährige Triathlet von der Neckarsulmer Sportunion. Über 400 Höhenmeter gilt es zu bewältigen, dementsprechend kräftezehrend sei der Lauf. Erst recht, wenn man quasi die gesamte Strecke allein läuft.

Das sind die glücklichen Gewinner

Halbmarathon, Männer: Philipp Nothof (1:19:30 Stunden) vor Patric Starosta (1:24:46) und Daniel Raudenbusch (1:24:46). Frauen: Franziska Fallmann (1:32:35), Hella Schmidt (1:34:51), Sophie Scheck (1:38:38). Zehn Kilometer, Männer: Steffen Mader (33:18 Minuten), Moritz Bickel (35:44), Holger Birkicht (36:36). Frauen: Sandra Lermer (40:34), Magdalena Bednarska (43:59), Katrin Maier (45:23). Fünf Kilometer, Männer: Daniel Dulski (18:18), Peter Wölfl (18:26), Patrick Reischle (18:54). Frauen: Klara Drasdow (28:57), Laura Schillfahrt (30:16), Fritzi Rembold (30:31).

 
 
 
 
 

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