Der Sommer des Vorjahres bleibt unerreicht

Region  Die Freibad-Bilanz im östlichen Landkreis Heilbronn zeigt: Im Mai war das Wetter zum Plantschen meistens zu schlecht. Besucherrekorde gab es dafür im Juni.

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Das Ergebnis der Supersaison 2018 bleibt in diesem Jahr unerreicht. Dennoch: Die Bilanz 2019 in den Freibädern im östlichen Landkreis Heilbronn fällt einigermaßen zufriedenstellend aus.

Immerhin: 61 300 Menschen kühlten sich von Mai bis September im Weinsberger Freibad ab. Das sind wesentlich weniger als 2018. Damals, bei dauerhaft über 30 Grad, bei Sonnenschein, gefühlt von Juni bis September, und kaum je einem Regentropfen, waren mehr als 70.000 Wasserratten gekommen. Dennoch liegt der 2019-er Wert "deutlich über den Durchschnittszahlen der vergangenen Jahre", resümiert Weinsbergs Hauptamtsleiter Thomas Siegle.

Der Auftakt war eher schleppend. "Im Mai hat das Wetter einfach nicht mitgespielt", sagt Siegle. Dafür gab es später Temperaturrekorde mit annähernd 40 Grad. Das bestbesuchte Wochenende war in Weinsberg am 30. Juni/1. Juli, als 4400 Badegäste den Eingang passierten. Seit 11. September ist die Anlage geschlossen - was natürlich nicht heißt, dass dort nichts mehr passiert. Schwimmmeister Ronny Pätsch und seine Kollegen Oliver Mayer und Carlo Corcio machen die komplette Technik winterfest und erledigen kleinere Reparaturen. "Bis Ende Oktober sind wir noch im Bad", sagt Pätsch.

Weniger Besucher heißt auch weniger Einnahmen

Im Freibad in Obersulm liegen die Besucherzahlen 2019 ebenfalls deutlich unter denen des Vorjahres: 2018 kamen fast 80.000 Menschen, 2019 suchten knapp 63.000 Leute Abkühlung. Durchschnittlich waren es in den vergangenen Jahren etwa 68.000. "Der Mai 2019 war gegenüber den Vorjahren außerordentlich schlecht", sagt auch Obersulms Kämmerin Margit Birkicht.

Weniger Besucher heißt auch weniger Einnahmen in der Gemeindekasse: 2018 waren es 166.000 Euro, 2019 sind es 152.000 Euro. Weder der eine noch der andere Betrag deckt auch nur annähernd die Ausgaben. Im Schnitt bleiben an der Kommune jedes Jahr 364.000 Euro hängen.

Arschbombenmeisterschaft war ein Höhepunkt

Das größte Freibad im Schozach- und Bottwartal ist das Mineralfreibad Oberes Bottwartal, das Beilstein und Oberstenfeld (Landkreis Ludwigsburg) gemeinsam in Form eines Zweckverbandes betreiben. 177.000 Badegäste kamen in dieser Saison - 34.000 weniger als im Vorjahr. Am vollsten war es am brütend heißen 30. Juni: Fast 8500 Menschen waren im Bad.

Nachdem im vergangenen Winter der Sanitär- und Umkleidebereich saniert wurde, sind für 2020 keine größeren Investitionen geplant, sagt Miriam Ehlert vom Zweckverband - und nennt noch ein paar Highlights der Saison, die am vergangenen Sonntag zu Ende ging: zum Beispiel das 24-Stunden-Schwimmen, die Arschbombenmeisterschaft und die Tatsache, dass das Bad 2019 zum beliebtesten Freibad Baden-Württembergs gewählt wurde.

Rund 22.000 Besucher weniger als 2018 wurden in Untergruppenbach gezählt: Knapp 88.000 Leute kamen in dieser Saison ins Bad, die meisten - nämlich knapp 37.000 - im Juni. Zieht man die Einnahmen aus Eintritten ab, schlagen die Kosten für die kommunale Einrichtung in diesem Jahr mit über einer halben Million Euro zu Buche.

Ilsfeld ist als Familienbad beliebt

Von allen Freibädern im östlichen Landkreis Heilbronn hatte das Ilsfelder am längsten geöffnet. Dort konnte man noch bis Dienstag schwimmen - und einige taten das auch. "Die Frühschwimmer waren alle da", sagt Ute Dieterich vom Bauhof, die das Freibad mitbetreut. Auch in Ilsfeld wurde das Ergebnis des Supersommers 2018 bei weitem nicht erreicht. Rund 52.340 Gäste kamen. Im Vorjahr waren es 66.360. Auffällig ist dies: "Wir hatten viele Gäste aus umliegenden Kommunen mit eigenen Freibädern", weiß Ute Dieterich.

Woran lag's? Womöglich am Spielplatzbereich, der vergrößert wurde, mutmaßt Dieterich. "Der kam gut an. Und wir sind eben ein Familienbad: übersichtlich und beschaulich."

Übersichtlich und beschaulich war es angesichts von nur 14.704 Besuchern ganz sicher im Wüstenroter Freibad. Das sind 30 Prozent weniger als 2018. In den Löwensteiner Bergen ist man abgehärtet: Bereits Ende April konnten die Schwimmer im - unbeheizten - Freibad ihre Bahnen ziehen. Mit Aqua-Fitness hielt Schwimmmeister Manuel Schüle seine Gäste bei Laune, wahlweise auch mit Yoga. Den Nachwuchs machte er fürs Seepferdchen fit.

 

Anja Krezer

Anja Krezer

Autorin

Anja Krezer ist seit 1999 Redakteurin der Heilbronner Stimme. Sie berichtet hauptsächlich aus dem Weinsberger Tal. Außerdem liegt ihr das Thema Bildung/Schulen am Herzen.

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