Bücherei Ilsfeld bekommt ein festes Zuhause

Ilsfeld  Der Gemeinderat bringt Konzept für die Einrichtung auf den Weg: Die Öffnungszeiten werden verdoppelt, eine Ausleihe soll samstags möglich sein. Umgesetzt werden die Maßnahmen im Spätjahr 2020.

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Die Bücherei Ilsfeld bekommt neue Räume. Im Spätjahr 2020 soll das Bürogebäude an der Ortsdurchfahrt bezugsfertig sein. Es ist aber nicht nur die ganz neue Atmosphäre, mit der die Einrichtung bei den Nutzern punkten will. Der Gemeinderat setzt zum großen Wurf an: Die Öffnungszeiten werden erweitert, gleichzeitig wird in den Bestand investiert.

Zentrale Anlaufstellen liegen dicht beieinander

Bürgermeister Thomas Knödler ist davon überzeugt, dass die Bücherei am neuen Standort überzeugen wird. Die Lage sei wichtig, denn dort befinden sich bald zentrale Anlaufstellen der Nahversorgung. Die Markthalle, die gegenüber im historischen Gebäude eingerichtet wird, zieht Kunden an. Es gibt Ärzte. "Wir bündeln dort Einrichtungen mit hoher Frequenz", sagt der Bürgermeister. "Es ist höchste Zeit, dass wir für die Bücherei einen festen Standort finden", sagt auch Miriam Kloiber, die das Team der Bücherei leitet. Mehrmals in den zurückliegenden Jahren brauchte ihre Einrichtung eine neue Bleibe, zuletzt ging es ins Rathaus.

Samstags öffnet die Bücherei

Gerade auch wegen der zentralen Lage ist es den Mitarbeitern ein großes Anliegen, es nicht bei den 10,5 Stunden Öffnungszeiten pro Woche zu belassen. Die Fachstelle für das Bibliothekswesen aus Stuttgart hat sich ebenfalls klar dafür ausgesprochen, den Samstag dazuzunehmen. "Er ist ein starker Tag", sagt Miriam Kloiber.

Die neuen Räume sollen dazu beitragen, dass sich die Nutzer wohlfühlen. Knödler spricht von einer besseren Aufenthaltsqualität, die an der neuen Lage geboten werde. Fast 290.000 Euro steckt die Gemeinde in die Ausstattung, zu der auch neue Möbel und Leuchten gehören.

Für Ältere soll es spezielle Online-Sprechstunden geben

Familien sollen verstärkt angesprochen werden, Kinder sowieso. "Auch für die Senioren wollen wir da sein", betont Miriam Kloiber. Mit speziellen Online-Sprechstunden soll gerade den älteren Lesern geholfen werden, mit E-Book-Readern umzugehen.

Im Gemeinderat ging es zudem um die Probleme. Zu schaffen macht dem Haus der Medienbestand, der in vielen Bereichen als überaltert gilt. Beim bevorstehenden Umzug wird ausgemistet, nur 9000 Medien wechseln in den Neubau. Als langfristiges Ziel peilt die Gemeinde an, dass 13.500 Medien vorrätig sein sollen. In nächster Zeit sollen deshalb 1500 Einheiten pro Jahr hinzukommen. Das macht sich im Budget bemerkbar: Allein das Aufstocken lässt sich Ilsfeld 25 000 Euro pro Jahr kosten, hinzu kommt der jährliche Medienetat. Unterm Strich bedeutet das für die Gemeinde, dass sie in den ersten drei Jahren jeweils 38.500 Euro allein für die Ausstattung bereitstellt. Im Anschluss sinkt dieser Medienetat auf 22.000 Euro.

Die Bücherei will mehr Sachbücher für Schüler kaufen

März 2016: Die Bücherei Ilsfeld bezieht die Räume im Rathaus. Im Spätjahr 2020 soll die Einrichtung einen langfristigen Sitz bekommen.

Foto: Archiv/Maurhoff

Auch wenn viele Bereiche erneuert werden müssen, anfangen will das Team mit den Sachbüchern, die sich an Schüler richten. "Hier haben wir nicht wirklich einen Bestand", sagt Miriam Kloiber. Diesen Punkt hat die Bücherei auch wegen der weiterführenden Schulen im Ort im Blick. Bei größeren Projekten würden die Lehrer fordern, dass Schüler mindestens ein Buch als Quelle nutzen. Das Internet allein genüge nicht.

Auf Veranstaltungen will das Haus weiterhin setzen. Schon jetzt gebe es Kinderveranstaltungen oder das Literaturfrühstück. Hier will sich Miriam Kloiber mit der Markthalle abstimmen, wo ebenfalls Lesungen oder Konzerte angedacht sind. Die Rathausmitarbeiterin spricht sogar von einer Kooperation. Zuletzt gingen die Ausleihzahlen zurück. Sie sieht darin aber keinen schlechten Stellenwert in der Gemeinde. Sie führt die Entwicklung darauf zurück, dass sich die Bücherei verkleinern musste, um ins Rathaus zu passen. "Mit dem letzten Umzug wurde es enger."


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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