Besserer Lärmschutz beim A6-Ausbau

Weinsberg  Beim sechsstreifigen Ausbau werden fast alle Brücken erneuert. Das Regierungspräsidium versichert bei einer Infoveranstaltung in Weinsberg: Die Luftschadstoffe übersteigen die Grenzwert nicht.

Von Sabine Friedrich
Der Ausbau der A 6 bringt keine Frostgefahr für die Weinberge

Die Brücke über Wimmental wird beim Ausbau der A6 zwischen dem Weinsberger Kreuz und der bayerischen Landesgrenze ebenso abgerissen und neu gebaut ebenso wie fast alle anderen Brücken auf dem 64 Kilometer langen Abschnitt. Foto: Berger

Maximaler Lärmschutz, das ist eine Hauptforderung von kommunaler und privater Seite beim sechsstreifigen Ausbau der A6. Das wurde in der Weinsberger Hildthalle erneut untermauert, als das Regierungpräsidium Stuttgart die Planung für den ersten Bauabschnitt zwischen dem Weinsberger Kreuz und Bretzfeld vorstellte (wir berichteten).

Es sei kein Vergleich zur heutigen Situation, sieht der Leiter des Referats Straßenplanung, Jürgen Holzwarth, auf Nachfrage der Heilbronner Stimme, eine deutliche Verbesserung durch die vorgesehenen Schutzmaßnahmen, die sich auf eine Länge von 7,3 Kilometer summieren. Um diesen rechtlichen Anspruch zu erfüllen, werden 17,65 Millionen Euro ausgegeben.

Wie sieht der Lärmschutz in den Abschnitten aus?

Im Abschnitt Grantschen, so ergab die Untersuchung, würde bei 326 Wohneinheiten der Grenzwert überschritten. Mit drei bis sechs Meter hohen Wänden oder Wällen auf 1530 Meter müssen dann nur noch 15 Wohneinheiten zusätzlich mit passiven Maßnahmen wie Schallschutzfenstern ausgestattet werden.

Im Abschnitt Wimmental fallen auf einer Länge von 1500 Meter die Wände oder Wälle sechs bis acht Meter hoch aus, wodurch bei 274 der 313 betroffenen Wohneinheiten der Grenzwert eingehalten werden kann. Passiver Lärmschutz ist für 39 Wohneinheiten zusätzlich notwendig. Bei Dimbach sind auf einer Länge von zwei Kilometern die Schutzmaßnahmen vier bis 8,50 Meter hoch. Das genügt, um mit einer Ausnahme die Belastung der 332 betroffenen Wohneinheiten zu reduzieren.

Mit 2280 Metern ist der Lärmschutz im Abschnitt Schwabbach am längsten, die Höhe bewegt sich zwischen 6,50 und 9,50 Metern. Das bringt 211 von 219 Wohneinheiten einen aktiven Schutz.

Der hohe Lkw-Anteil wirkt sich auf die Bausubstanz aus

Die rund 280 Besucher der Infoveranstaltung erfuhren, dass alle Brücken - bis auf die Kochertalbrücke bei Braunsbach-Geislingen - neu gebaut werden müssen. Der Lkw-Anteil am Verkehrsaufkommen von deutlich über 30 Prozent wirkt sich auf die Bausubstanz aus. Während beim Ausbau der Fahrstreifen der Verkehr weiter über vier Spuren geführt werden soll, ist beim Brückenabriss und -neubau an Wochenenden die Autobahn voll gesperrt, führte Holzwarth aus.

Das Regierungspräsidium hat die Verkehrsprognose aktualisiert und jetzt für 2030 - bisher 2025 - hochgerechnet. Danach verkehren täglich durchschnittlich 77 000 Fahrzeuge zwischen dem Weinsberger Kreuz und der Anschlussstelle Kupferzell, 36 Prozent sind Lkw.

Das Regierungspräsidium stellte auch die Ausgleichsmaßnahmen, wie Gehölzpflanzungen oder den Wildtierkorridor mit der Grünbrücke zwischen Wimmental und Dimbach mit einem Mindestabstand zur Bebauung von 250 bis 300 Meter vor.

Die Schadstoffbelastung ist eine weitere große Sorge

Behindert die ausgebaut A6 den Kaltluftabfluss? Eine Sorge, die vor allem die Wengerter umtreibt. Das RP gab Entwarnung: Die Kaltluft steige nicht auf die untere Weinberglage, so dass die Autobahn keine Frostgefahr mit sich bringe.

Und wie sieht es künftig mit der Schadstoffbelastung aus? Diese Frage, die schon bei der Vorplanung 2013 aufkam, wurde in einem Gutachten beantwortet. Das Ergebnis: Beim Feinstaub wird der Grenzwert im Jahresmittel deutlich unterschritten, im Nahbereich der A6 kann der Stickstoffdioxid-Wert knapp eingehalten werden.

 


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