Bau des Trainingsplatzes in Willsbach hat lange gedauert: Erst zu viel Regen, dann kam die Dürre

Obersulm  Endlich rollt der Ball auf dem neuen Trainingsplatz am Sportgelände des TSV Willsbach. Die Gemeinde hat 155.000 Euro investiert, der Verein bekommt nun mehr Flexibilität beim Training.

Von Sabine Friedrich
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Bau des Trainingsplatzes in Willsbach hat lange gedauert: Erst zu viel Regen, dann kam die Dürre

Zum Aufwärmen ein Kabintettstückchen von Bürgermeister Tilman Schmidt vor den Augen von Matthias Bender, Armin Waldbüßer und Tobias Grauf vom TSV Willsbach (von rechts).

Foto: Dennis Mugler

Elf Männer in neongrünen Trikots laufen zusammen mit elf Männern im gelb-blauen Zebralook ein. Endlich kann der Ball rollen. Nach zweieinhalb Jahren ist Anstoß zum ersten Fußballspiel auf dem neuen Trainingsplatz in Willsbach.

Eine bunt gemischte Auswahl des TSV und ein Bürgermeister-Team des Landkreises Heilbronn trennen sich am Mittwochabend vor rund 60 Zuschauern nach 60 Minuten 2:2.

Der Schiedsrichter, TSV-Vorsitzender Armin Waldbüßer, leitet eine faire Partie, die Rote und Gelbe Karte kann er getrost stecken lassen. "Der neue Platz bringt uns eine große Flexibilität, was das Training angeht", sagt der Aktivenleiter der Abteilung Fußball, Tobias Grauf. Obersulms Bürgermeister Tilman Schmidt, schon im Spieleroutfit, geht auf die Chronologie des Neubaus, der mit Flutlicht rund 155 000 Euro gekostet hat, ein.

Bei Einweihungsspiel ein Team aus Altersklassen

"Wir versuchen, eine neue Geschichte zu schreiben", sagt Grauf und berichtet von Anekdoten, die die älteren Spieler zuhauf vom alten Sportplatz bei der Jahnhalle zu erzählten hätten. "Wie früher die Linie noch mit Sägemehl gezogen wurde", nennt er schmunzelnd ein Beispiel.

Grauf hat fürs Einweihungsspiel ein Team aus allen Altersklassen zusammengestellt, der jüngste Spieler ist 18, der älteste 71 - Heinz Plavsic, der gerade mit einer Unterland-Auswahl Württembergischer Meister bei Ü 70 geworden ist. Rund 30 Leute haben sich die Zeit für die Partie genommen, so dass Grauf munter durchwechseln kann.

Samstags können auch Punktspiele ausgetragen werden

Der Aktivenleiter ist froh, dass die Jugendteams auf dem neuen Grün samstags auch Punktspiele ausrichten können. Und Armin Waldbüßer hebt den Vorteil des neuen Standorts im Anschluss an den Rasenplatz auf dem TSV-Gelände hervor. Der Weg zu den Umkleiden ist kurz. Und: Der Fußballnachwuchs muss zum Training nicht mehr die Straße überqueren.

Neben den Schulen steht das von der Gemeinde gebaute neue Areal allen Kindern und Jugendlichen offen. Damit, das stellt der Bürgermeister heraus, erfülle es eine wichtige soziale Funktion. Stets unfallfreie und faire Spiele wünscht er sich auf dem Trainingsplatz und dass sich häufig auch der sportliche Erfolg einstelle.

Der Baubeschluss wurde vor vier Jahren gefasst

Fast vier Jahre sind vom Baubeschluss des Gemeinderats im Oktober 2015 bis zur Einweihung vergangen. An diesem langen Zeitraum lässt sich erkennen, dass die Realisierung keine leichte Aufgabe war, wie Waldbüßer sagt. Planer Martin Möller vom Obersulmer Bauamt, der als Ruheständler die Einweihung erlebt, berichtet gegenüber der Stimme von vielen Problemen. Eine Starkstromleitung und ein Kanal verliefen quer übers Gelände und mussten verlegt werden. Genauso wie eine historische Abwasserleitung, von der niemand gewusst habe.

Die EnBW ließ sich Zeit, das 20-KV-Kabel zu verlegen. Das Landratsamt verlangte ein Bodengutachten, eine schalltechnische Analyse wegen der Nähe zur Wohnbebauung gab es ebenfalls. Da das Gelände im Hochwassergebiet liegt, musste drumherum und zur Sulm hin Retensionsraum geschaffen werden.

Das Gras wuchs wegen der Trockenheit nicht

All das war jedoch nichts gegenüber der größten Herausforderung: das Wetter. Nach dem Spatenstich im Januar 2017 habe es viel geregnet, erinnert sich Möller. Dann seien die Firmen nicht in Gang gekommen. Im Winter und 2017/18 sowie im Frühjahr erneut ausgiebiger Regen, so dass Lastwagen nicht aufs Gelände fahren konnten. "Dann kam der dürre Sommer", sagt Möller. "Das Gras ist nicht gewachsen", erklärt Bauamtsleiterin Fennja Kromer.

Aus der Sulm durfte kein Wasser entnommen werden. Seit diesem Monat gibt es eine Bewässerungsmöglichkeit, so Bürgermeister Schmidt, so dass der noch etwas harte Platz bald ein gutes Rasenspielfeld abgeben wird.


Gründe für den Bau

Dass ein neuer Trainingsplatz in Willsbach notwendig wurde, hat zwei Gründe: weil marode, mussten die Flutlichtmasten am alten Sportplatz an der Jahnhalle abgebaut werden. So hatte der TSV Willsbach am Abend kein Trainingsgelände mehr für seine Fußballteams. Zudem will die Gemeinde das Gelände zwischen Zeilhofweg und Jahnstraße schon lange städtebaulich überplanen. Deshalb der Deal mit dem Verein: Die Gemeinde baut einen Trainingsplatz mit Flutlicht im Anschluss an das Hauptspielfeld. Und: Der TSV verzichtet auf die Grunddienstbarkeit des alten Geländes, bekommt diese aber für den neuen Platz.

Der TSV Willsbach hat rund 1000 Mitglieder. Die Fußballer sind mit etwa 450 Mitgliedern die größte Abteilung. Neben den beiden Aktiven-Mannschaften gibt es acht Jugendteams der Spielgemeinschaft Obersulm/Lehrensteinsfeld.

 


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