Ausbau in Teilen von Obersulm: Glasfaser kommt bis zur Bordsteinkante

Obersulm  Telekom baut in Affaltrach, Weiler und Eichelberg bis Ende des Jahres die Breitband-Infrastruktur auf die Vectoring-Technologie aus. Einige Haushalte in Weiler bekommen nicht die volle Bandbreite.

Von Gustav Döttling

Ausbau in Teilen von Obersulm: Glasfaser kommt bis zur Bordsteinkante
Mit der Glasfaser-Technologie können große Daten- und Informationsmengen in Lichtgeschwindigkeit verschickt werden. Foto: dpa

Drei Jahre früher als geplant, hat die Telekom im Ortsnetz Löwenstein mit der Vorwahl 07130 mit dem Ausbau der Breitband-Infrastruktur begonnen. Zum Einsatz kommt die auf Glasfaser basierende Vectoring-Technologie.

Große Fläche soll abgedeckt werden

"Ich warte als Betroffener selbst sehnsüchtig auf den Ausbau unserer Breitbandinfrastruktur in Affaltrach", sagte Obersulms Bürgermeister Tilman Schmidt. "Wir sorgen dafür, dass auf einer großen Fläche beim Kunden eine hohe Bandbreite ankommt", erklärte Volker Ackermann, der zuständige Mitarbeiter bei der Telekom. Die Telekom werde die vorhandenen Kabelverzweiger zusammenfassen und mit Multifunktionsgehäusen aufrüsten. Mit einem Gehäuse können bis zu 384 Kunden - in einer Entfernung von 400 bis 500 Metern - versorgt werden. Wer 600 bis 700 Meter entfernt sei, bekomme nicht mehr die volle Leistung von 100 Megabit pro Sekunde, sagte Ackermann.

Es gibt aber auch Einschränkungen

Im Ortsteil Affaltrach sind sieben aktive Kabelverzweiger geplant. Diese versorgen acht passive Verteiler. "Wir legen Glasfaser bis zur Bordsteinkante", verkündete der Projektleiter. In Weiler und Eichelberg werde es je zwei aktive und zwei passive Kabelverzweiger geben. Elf Haushalte in Weiler könnten nicht die volle Bandbreite bekommen, weil sie zu weit von den Kabelverzweigern entfernt sind.

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Kein Anbieter investiere zusätzlich 30.000 Euro, um diese Anzahl an Kunden mit der vollen Leistung zu versorgen. "Das wäre unwirtschaftlich" so Ackermann. Die betroffenen Kunden müssten mit maximal 40 Megabit pro Sekunde auskommen. Im Ortsteil Eschenau, der bereits mit VDSL versorgt sei, werde die Telekom auch auf Vectoring-Technik umstellen und bestehende VDSL-Verträge kündigen. "Für einen Anschluss mit neuer Technik müssen die Kunden selbst aktiv werden und diesen einmalig beantragen", so Ackermann. Zudem werde es eine Infoveranstaltung im Herbst für die Bürger geben.

Start im Dezember 2018

Ziel der Telekom ist es, mit der neuen Technik Ende 2018 zu starten. Anfang Dezember seien die ersten Anschlüsse buchbar. Ob für Weiler nicht eine "kleine" Lösung möglich sei, um eine bessere Versorgung zu erreichen, wollte Michael Schepperle (SPD) wissen. "Wir dürfen kein Geld von Bürgern nehmen, da müssen wir auf weitere Förderprogramme warten", erklärte der Telekom-Mann.

Für eine teilweise Verunsicherung der Räte sorgte Ackermann, als er erklärte, sein Unternehmen werde die von der Kommune bereits teilweise verlegten Microrohre für Glasfaser-Hausanschlüsse nicht nutzen. Die Telekom miete nur vorhandene Dreifach-Leerrohre an. "Die Telekom will ihre vorhandene Kupferverkabelung so lange wie möglich betreiben", sagte Detlef Musial, EDV-Spezialist der Kommune.


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