Auenstein: Baugebiet mit 73 Bauplätzen entsteht

Ilsfeld  Mit einem symbolischen Spatenstich haben die Tiefbauarbeiten fürs Baugebiet Hühnlesäcker im Ilsfelder Teilort Auenstein begonnen. Auf einer Fläche von 4,9 Hektar entstehen 73 Bauplätze. Trotz des freudigen Anlasses: Redner hatten auch nachdenkliche Worte.

Von Simon Gajer

Auenstein: Baugebiet mit 73 Bauplätzen entsteht

Mit Unterstützung einiger Grundschüler beginnen die Tiefbauarbeiten des Baugebiets "Hühnlesäcker" im Ilsfelder Teilort Auenstein. Foto: Simon Gajer

Viele Familien wollen in Ilsfeld bauen. Die Gemeinde spürt wie viele andere Orte im Landkreis Heilbronn auch den Druck auf dem Immobilienmarkt.

Das verdeutlicht das Interesse an den kommunalen Bauplätzen: 22 Stück gab es, 420 Bewerbungen lagen vor. Manche waren aufwendig gestaltet: Familien schickten Lebensläufe und Bilder, um am Ende ein erhofftes Grundstück zu erhalten. Doch das Los entschied.

60 Familien aus dem Ort erhalten keine kommunalen Bauplätze

"Es bleibt ein Stück weit die Sorge, dass nicht alle auf der Liste zum Zuge kommen", sagte Bürgermeister Thomas Knödler. Darunter seien auch 60 Familien aus dem Ort gewesen, betonte Knödler. Mit ein Grund für diese große Zahl an Interessierten seien die großen Betriebe. Die gemeindeeigenen Flächen wurden für Preise zwischen 290 und 400 Euro je Quadratmeter verkauft.

Nach der Gemeinderatswahl wird über Baugebiete entschieden

Das Interesse an den eigenen vier Wänden ist nach wie vor hoch. Das wird allerdings erst nach der Kommunalwahl Thema im Gemeinderat sein. Der Flächennutzungsplan lasse es zu, weitere Baugebiete auf Ilsfelder Gemarkung anzugehen, sagte Knödler. "Ob es weitergeht und in welcher Form, das entscheidet der neue Gemeinderat", kündigte Thomas Knödler an. Über die Kommunalparlamente entscheiden die Wähler im Mai.

Ilsfeld wächst, üblicherweise ziehen in Neubaugebiete Familien mit Kindern. Die Gemeinde hat vorgesorgt und bereits die Daten der zukünftigen Bauherren im Neubaugebiet in die Kindergartenplanung einfließen lassen. Es gibt einen Bedarf, weitere Betreuungsplätze zu schaffen. Zusammen mit dem ASB sollen nach den Sommerferien zwei neue Gruppen eröffnen, eine Dritte folge, so Thomas Knödler auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Kosten der Erschließung stiegen

An die schwierige Zeit bis zum Baustart erinnerte Markus Schnabel, Prokurist von der Landsiedlung Baden-Württemberg GmbH. Mit dem Unternehmen arbeitet die Gemeinde bei der Erschließung zusammen. "Es gab eine lange Verzögerung im Umlageverfahren." Viele Grundstücksbesitzer seien beteiligt gewesen. Und da dauere es, "bis man es allen Recht machen kann", sagte er.

Ginge es nach Bürgermeister Knödler, wäre das Baugebiet schon lange erschlossen. Nun erst beginnt der Tiefbau - das hat aber zu deutlich höheren Kosten geführt. Zurzeit geht die Landsiedlung Baden-Württemberg GmbH davon aus, dass das Baugebiet sechs Millionen Euro kosten wird. Das sind nach Angaben des Unternehmens 18 Prozent mehr als bei der ersten Kalkulation.

Auch Markus Schnabel sorgt sich über die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt. Ohne den Blick nur auf Ilsfeld zu richten, sagte er: Die Politik müsse sich Gedanken machen, wie es mit den Baupreisen weitergehe - "sonst werde Wohnraum zu einem unbezahlbaren Gut". Insgesamt gesehen fehlten Wohnungen. In dieser Relation sei es das Areal nur eine kleines Gebiet. Aber für die Region und die Gemeinde sei es eine tolle Sache, so Schnabel.

 

 


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