Ansturm auf Blutspendeaktion Bad Friedrichshall

Bad Friedrichshall  Die Verantwortlichen des DRK-Ortsvereins Bad Friedrichshall hatten befürchtet, dass nur sehr wenige Menschen zur Blutspendeaktion nach Hagenbach kommen würden. Zu groß, dachten sie, könnte die Verunsicherung wegen des Coronavirus sein. Doch das Gegenteil war der Fall.

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Nach dem Start um 14 Uhr wird die Schlange vor der Sporthalle immer länger, und das nicht nur wegen des größeren Sicherheitsabstands, den es einzuhalten gilt. "Wir sind positiv überrascht", sagt Gerhard Haaf, der die Aktion organisierte. Auch genug Helfer und Ärzte seien zur Stelle. Denen, die zur Risikogruppe gehören, habe er aber bereits vorher abgesagt. Niemand solle sich in Gefahr bringen.

Temperaturmessung mit Infrarot

Das gilt auch für die zahlreichen Spender, die an diesem Nachmittag nach Hagenbach gekommen sind. Deshalb wird bei jedem direkt am Eingang Temperatur gemessen. "Ganz ohne Berührung mit Infrarot", erklärt Sven Jung vom DRK-Ortsverein. Wer eine höhere Körpertemperatur als 37,5 Grad hat, muss wieder gehen. Nicht spenden dürfen auch die, die in den vergangenen vier Wochen in einem Risikogebiet waren oder Kontakt zu einer Person hatten, die mit dem Coronavirus infiziert ist oder sein könnte. Wer Symptome eines Atemweginfekts zeigt, darf ebenfalls nicht in die Halle. Alle anderen müssen nur noch die Hände desinfizieren, und los geht es zur Anmeldung.

Aber auch in der Halle gibt es Sicherheitsvorkehrungen, um ein Ansteckungsrisiko zu minimieren. Zum Beispiel sind die Abstände im Wartebereich und zwischen den Liegen größer als sonst, erläutert Rudolf Feix vom Blutspendedienst Baden-Württemberg. Zudem gibt es kein gemeinsames Essen nach der Spende. Die Verpflegung bekommt jeder in einem Lunchpaket zum Mitnehmen.

Blut wird dringend gebraucht

Eine Absage der Aktion sei aber trotz der erschwerten Bedingungen nicht infrage gekommen, sagt Feix. Schließlich werde Blut dringend gebraucht. Da zähle jede Spende.

Die längeren Wartezeiten oder die Angst vor Ansteckung haben auch Daniel Fritsche aus Untereisesheim nicht abgeschreckt, sagt er. Er spende regelmäßig Blut und finde es gut, dass die Aktion trotz Corona stattfindet.

So wie er dachten wohl noch 323 andere Menschen, die am Mittwoch in Bad Friedrichshall-Hagenbach Blut spenden wollten. 291 von ihnen durften letztlich auch eine Spende abgeben, berichtet Rudolf Feix am nächsten Tag. Diese Zahl sei sehr hoch. Sogar für Bad Friedrichshall, wo die Aktionen immer gut besucht seien. Im Schnitt kämen immer rund 240 Spender. Auffällig sei auch, dass 46 Erstspender da waren, so Feix. Auch das sei eine sehr hohe Zahl.

Beitrag leisten

Zu ihnen gehört Martin Gronacher aus Heilbronn. Der 29-Jährige hatte über eine Freundin und sozialen Medien erfahren, dass Blutkonserven gerade auch in Zeiten der Coronavirus-Krise knapp seien. "Da dachte ich. ich möchte diesen Sozialbeitrag leisten", sagt Gronacher. Auch der 36-jährige Dominik Bertsch ist zum ersten Mal bei einer Blutspendeaktion. Auch er hat sich durch die Berichterstattung im Zusammenhang mit dem Coronavirus dazu entschieden, erzählt er. "Ich bin fit und kann so meinen Teil beitragen."

Nächste Aktion

Die nächste Blutspendeaktion im nördlichen Landkreis findet am Freitag, 20. März, von 14.30 bis 19.30 Uhr in der Sturmfeder-Halle in Neudenau statt. Um das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken, beim Blutspenden noch weiter zu minimieren, gibt es derzeit Überlegungen, die Aktionen konzentrierter zu organisieren und feste Termine zu vergeben, teilt Rudolf Feix vom DRK-Blutspendedienst Baden Württemberg mit. Weitere Informationen dazu folgen.

 

Katharina Müller

Katharina Müller

Autorin

Katharina Müller arbeitet seit Januar 2019 bei der Heilbronner Stimme und kümmert sich in der Regionalredaktion um Themen aus dem nördlichen Landkreis. Zuständig ist sie für Bad Friedrichshall, Neckarsulm, Neuenstadt, Langenbrettach, Hardthausen und Jagsthausen.

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