An der Grundschule gibt es in den Sommerferien viel zu tun

Lehrensteinsfeld  Die Lehrensteinsfelder Grundschüler wird's freuen: Für sie beginnen Ende nächster Woche die Sommerferien einen Tag früher als für alle anderen Jungen und Mädchen. Die Grundschule wird während der Sommerferien zur Baustelle. Die Arbeiten am Anbau liegen im Zeitplan.

Von wegen Ruhe: In den Sommerferien wird es in der Lehrensteinsfelder Grundschule zu wie im Ameisenhaufen zugehen.

Wo derzeit noch Trockenbauer Ivica Teljega zugange ist, ist nach den Sommerferien mehr Platz für die Lehrensteinsfelder Kernzeit-Kinder.

Foto: Dennis Mugler

Die Lehrerinnen müssen jedoch auch am kommenden Freitag erscheinen - nur eben nicht zum Unterrichten, sondern um Kartons zu packen und umzuräumen. Denn während der Ferien wird nicht nur mit Hochdruck am neuen Anbau weitergeschafft. Nein, die gesamte Schule wird zur Baustelle, und der Zeitplan ist eng.

Anke Sohnle bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Aber dieser Tage ist die Schulleiterin doch leicht gestresst. Sie hat eine vierte Klasse, deren Abschlussfeier naht. Die Kinder sind aufgeregt, es muss geprobt werden. "Ohnehin ist vor den Ferien immer viel los", sagt Sohnle.

Und dieses Mal noch das: Der Verwaltungstrakt muss ausgeräumt, die Utensilien müssen in Kisten verpackt werden. In vielen anderen Zimmern ist Mobiliar abzudecken. "Das Rektorat wird vergrößert, und ein Klassenzimmer wird verkleinert", sagt Hauptamtsleiter Benjamin Krummhauer. Zwischen Rektorat und Lehrerzimmer wird ein Besprechungsraum geschaffen. Außerdem steht die Netzwerkverkabelung auf der Aufgabenliste.

Fast überall wird Hand angelegt

Hinzu kommen viele andere Arbeiten: hier ein neuer Anstrich, dort ein neuer Bodenbelag. "Es gibt kaum einen Bereich, wo nichts gemacht wird", sagt Sohnle. Darüber ist die Schulchefin prinzipiell froh. Aber stressig ist die Aktion trotzdem. Ein Teil ist bereits in Kisten verpackt. Aber da der Schulbetrieb ja noch ganz normal weiterläuft, kann nicht schon alles weg.

Allerdings ist der Zeitplan eng - und deshalb wird eben der letzte Schultag fürs Ausräumen abgezwackt. Für die Kinder, für die es an diesem Tag keine Alternative gibt, ist eine Notfallbetreuung eingerichtet. Bereits am Montag in einer Woche rücken die Handwerker an. Es muss möglichst alles in den sechseinhalb Wochen Ferien erledigt werden. "Das ist ein ambitionierter Zeitplan", weiß Bauleiter Claus Mistele vom Heilbronner Architekturbüro Riemer Planung. Hauptamtsleiter Krummhauer ergänzt: "Es wird zugehen wie im Ameisenhaufen."

Sind die Handwerker zuverlässig?

Die Auftragsbücher sind voll, manche Firmen machen Betriebsferien - klappt das wirklich in so kurzer Zeit mit den Handwerkern? Oder startet das neue Schuljahr im Chaos? Benjamin Krummhauer ist guter Dinge: "Die Handwerker sind sensibilisiert. Wir haben ihnen verdeutlicht, um was es hier geht."

In den Ferien werden auch Alt- und Anbau miteinander verbunden. Noch trennen Staubschutzwände Bestand und Neues. Wenn alles fertig ist, hat die Kernzeitbetreuung 230 Quadratmeter zur Verfügung - 100 mehr als bisher. Die sind notwendig - die "Kerni" platzt aus allen Nähten. Über der Kernzeit wird ein Klassenzimmer so optimiert, dass es künftig teilbar ist.

Derzeit sind die Elektriker zugange. Alexander Zeeh von der Firma Knapp Elektrotechnik aus Obersulm kniet auf einer Styroporplatte und verdrahtet Datendosen. Gleich daneben holt Ivica Teljega den Meterstab raus und nimmt Maß an der Patte aus Akustik-Gipskarton, die Kollege Igor Milanovic festhält. Teljega macht die Platte mit der Säge passend. Präzise schaffen die beiden Mitarbeiter der Firma Halter aus Heilbronn-Biberach an der Deckenunterkonstruktion.

Öltank bereitet Kopfzerbrechen

Knapp 1,23 Millionen Euro sind für An- und Umbau veranschlagt. Etwa ein Drittel schießt das Land aus drei Fördertöpfen zu. Ob es bei dem Betrag bleibt, ist jedoch noch nicht klar. Nachträglich beschlossen wurde, dass die Fluchttreppe doch besser außen angebracht wird statt innen. Und dann schlummert da noch Ärger im Erdreich: der Tank, der im Bereich der Schulstraße im Boden liegt und erst während der Bauarbeiten entdeckt wurde.

Keiner weiß, so Krummhauer, wann, wie und warum der 10.000-Liter-Öltank ins Erdreich kam. Vermutlich in den 1950ern. Er muss gereinigt und mit Steinmehl verfüllt oder ganz herausgenommen werden. Es läuft wohl auf Variante zwei hinaus: "Der Gemeinderat will keine Altlasten im Boden."

Das Koch-Team ist am Limit

70 Anmeldungen liegen laut Hauptamtsleiter Benjamin Krummhauer ab Herbst für die Lehrensteinsfelder Kernzeitbetreuung vor - weit mehr als die Hälfte der Lehrensteinsfelder Grundschüler sind dann auch "Kerni"-Kinder. Neu sind die Betreuungszeiten am Nachmittag. Mangels Nachfrage wird künftig um 14.30 Uhr abgeschlossen und nicht erst um 16.15 Uhr. Allerdings werden die Kinder künftig an fünf Nachmittagen betreut und nicht mehr nur an drei. Heiß geliebt, aber mit bis zu 100 Essen täglich über der Kapazitätsgrenze ist laut Krummhauer das Koch-Team. Deshalb werde sich die Verwaltung notgedrungen auf die Suche nach einem Caterer machen.

 


Anja Krezer

Anja Krezer

Autorin

Anja Krezer ist seit 1999 Redakteurin der Heilbronner Stimme. Sie berichtet hauptsächlich aus dem Weinsberger Tal. Außerdem liegt ihr das Thema Bildung/Schulen am Herzen.

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