36 neue Wohnungen im Spatzenhof in Willsbach

Obersulm  Der Vorentwurf für die Bebauung auf dem kommunalen Gelände sieht 36 Wohneinheiten vor. Die vom Gemeinderat Obersulm festgelegte Zahl der Parkplätze lässt sich nicht realisieren.

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Seit 2013 ist die Bebauung im "Spatzenhof" in Willsbach ein Thema. Fünf gestaffelte Gebäude samt Tiefgarage plant der Investor.

Foto: Archiv/Berger

Fünf gestaffelte Gebäude mit 36 Wohnungen sollen im "Spatzenhof" in Willsbach entstehen. Das sieht der Vorentwurf vor, der jetzt dem Gemeinderat Obersulm präsentiert und bei fünf Gegenstimmen mehrheitlich akzeptiert wurde. Während es vom Großteil des Gremiums viel Lob gab für die Architektur und die Art der Bebauung auf den 38 Ar, kam von der CDU Kritik. Die Fraktion stört sich daran, dass die vorgegebenen 1,8 Stellplätze pro Wohneinheit nicht realisiert werden.

Im März 2019 beschlossen

Die Zahl der Stellplätze ist immer ein heikles Thema. In den neuen Bebauungsplänen hat der Gemeinderat zwei pro Wohneinheit vorgeschrieben. Und für den "Spatzenhof" waren 1,8 vorgegeben. Das hatte Grünen-Gemeinderat Benjamin Friedle beantragt, als es im März 2019 darum ging, den Leitfaden für die Konzeptvergabe aufzustellen. Bis auf Bürgermeister Tilman Schmidt waren damals alle Räte für diese Vorgabe.

Innenhof bleibt autofrei

Mehr als 42 Plätze in der Tiefgarage und sieben oberirdisch ließen sich auf dem kommunalen Areal nicht unterbringen, argumentierte Architekt Peter Welz von fai Architekten. "Wir wollen nicht, dass in der Mitte Blech steht", sagte er. Es soll kein Fahrverkehr im Herzen, sprich im Innenhof, stattfinden. Allerdings versprach Welz, um jeden Stellplatz zu ringen, falls sich doch noch ein Bereich dafür anbiete.

CDU-Fraktionssprecher Hermann Hohl passte es gar nicht, dass die Vorgabe nicht eingehalten wird. Der Gemeinderat werde unglaubwürdig. In allen Ortsteilen seien Parkplätze ein Riesenproblem, so dass er von einem "richtigen Notstand" und einem Brennpunkt Parkplatzsituation sprach. Zuerst sollte man sich Gedanken über die Stellplätze machen und danach über die Zahl der Wohnungen.

Joachim Marquardt von der gleichnamigen Projektentwicklungs GmbH aus Herrenberg, die die Bewertungskommission aus neun Kandidaten als möglichen Investor ausgewählt hatte, bezeichnete dies als den falschen Weg.

Nachfrage nach Wohnraum hoch

Die Situation habe sich geändert, meinte SPD-Sprecher Michael Schepperle und verwies auf die hohe Nachfrage nach Wohnraum. Die Leute seien inzwischen bereit, kleinere Autos zu kaufen. Armin Waldbüßer (Grüne) sprach ebenfalls von einer Tendenz hin zu nur noch einem Auto pro Haushalt. "Der Ansicht bin ich nicht", hakte da FWV-Sprecher Ulrich Hohl ein, der geschluckt hatte, dass die Parkplatz-Vorgabe nicht erfüllt wird.

"Ich hätte mir etwas mehr Kreativität gewünscht", mäkelte Hermann Hohl auch an der Architektur der fünf Gebäude herum. "Das passt so nicht ins Ortsbild", meinte er. "Ich stehe zur innerörtlichen Verdichtung", sagte sein Fraktionskollege Nico Knapp, "aber nicht mit der Architektur." Der Gemeinderat habe das städtebauliche Konzept und den Leitfaden beschlossen, und der Investor habe dies zu Grunde gelegt und sich mit dem Vorentwurf sehr viel Mühe gegeben. Und am Ende des Prozesses lehne man die Planung ab, meinte Kromer in Richtung der CDU.

Hohe Wohnqualität

Karl-Ulrich Vollert (FWV) sprach von einem sehr schönen Ensemble. Die Gebäude stünden in zweiter Reihe und hätten mit dem Ortskern nichts zu tun. "Es ist alles erfüllt", konstatierte Monika Steg für die SPD-Fraktion. Das Gelände werde nicht ausgemostet. Die ästhetische Einbindung in die Umgebung, die Mischung im Quartier, sozial geförderter Wohnraum, eine hohe Wohnqualität und eine gemütliche, autofreie Mitte zählte sie als Pluspunkte auf.

Wie geht es jetzt weiter? Projektentwickler Marquardt wird mit dem Architekten ein genehmigungsfähiges Baugesuch erstellen. Die Verwaltung wird parallel einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Areal ausarbeiten.

Details zum Konzept

Die Stellung der fünf geplanten Gebäude im "Spatzenhof" folgt der Hanglage. Die Häuser sind gestaffelt, zwei haben zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss, die restlichen Häuser drei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss. Es gibt flach geneigte Dächer, die begrünt werden.

Geplant sind 36 Wohneinheiten, fünf davon sozial geförderte. Die Erschließung und die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt über die Pestalozzistraße. In allen Häusern wird ein Fahrradabstellbereich ausgewiesen sowie eine Fläche für abschließbare Fahrradboxen für E-Bikes und Pedelecs.

Durch die Hybrid-Bauweise, eine Kombination aus massiver und Holzbauweise, soll gesundes Wohnen realisiert werden. Zum Quadratmeterpreis konnte Projektentwickler Joachim Marquardt derzeit nur eine Schätzung abgeben, die sich zwischen 3800 und 4000 Euro bewegt.

CDU kritisiert bei der Nachverdichtung im Spatzenhof in Willsbach die zu geringe Zahl von Parkplätzen
 

Sabine Friedrich

Sabine Friedrich

Autorin

Sabine Friedrich ist seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Sie ist in der Landkreis-Redaktion zuständig für Obersulm, Wüstenrot, Flein, Talheim und Weinsberg sowie für den Themenschwerpunkt Feuerwehr.

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