2019 sollen erste Ladesäulen für Autos in Flein kommen

Flein  Das Mobilitätskonzept ist jetzt im Fleiner Gemeinderat vorgestellt worden. Es geht um Ladeinfrastruktur für Elektro-Autos und E-Bikes, um Carsharing und einen schnellen Umstieg vom Rad auf den Bus. Punkte sollen nach und nach umgesetzt werden. Es gibt Förderprogramme.

Von Sabine Friedrich
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2019 sollen die ersten Ladesäulen in Flein kommen
Zuerst im Ortskern plant die Gemeinde Flein in diesem Jahr, die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge einzurichten, zum Beispiel am Rathaus, in der Bachstraße, bei der Flina oder in der Talheimer Straße. Foto: Sabine Friedrich

Ladesäulen, Elektro-Fahrzeuge, Carsharing - das sind wichtige Bausteine im Elektromobilitätkonzept, das jetzt der Gemeinderat einstimmig zu Kenntnis nahm. Damit will Flein fit für die Zukunft sein, den Verkehrssektor nachhaltig gestalten. Als "sehr überlegt und weitreichend" bezeichnete Heidi Scharf-Giegling (SPD) die Unterlagen von fast 80 Seiten, die das beauftragte Institut Stadt, Mobilität, Energie aus Stuttgart vorlegte.

Was wann umgesetzt wird, das entscheidet das Gremium jeweils separat. Im Haushaltsplan 2019 sind 72.000 Euro für den ersten Schritt einer Ladeinfrastruktur im Ortskern eingestellt. Die Gemeinde erhofft sich 24.000 Euro an Förderung.

Ladeinfrastruktur:

In der ersten Ausbaustufe, die in diesem Jahr terminiert ist, soll es sechs öffentliche Standorte geben: Am Rathaus sind wegen seiner hohen Frequentierung, die auch eine erhöhte Aufmerksamkeit für die Thematik mit sich bringen soll, zwei Stellplätze mit Zufahrt über die Ilsfelder Straße und einer Parkdauer von bis zu drei Stunden vorgesehen. Statt der Erlachstraße ist nun die Bachstraße im Konzept enthalten, zudem die Talheimer Straße, jeweils Süd und Nord, und die Christliche Kirche im Gewerbegebiet.

Mobilitätspunkt Ortsmitte:

Im Rathausumfeld empfiehlt das Büro einen zentralen Mobilitätspunkt mit Informationen und Angeboten. Weitere verkehrsberuhigte Maßnahmen werden angeregt. Mit Ladeboxen für E-Bikes werde ein schneller und umkomplizierter Umstieg vom Rad in den Bus ermöglicht. Mehr Komfort, so Mobilitätsplaner Manfred Schmid, böten überdachte Fahrradständer und Schließfächer, etwa für den Helm.

Anbindung an den Nahverkehr:

Als exzellent bezeichnet das Institut den Öffentlichen Personennahverkehr mit den Stadtbuslinien nach Heilbronn und den Verbindung in die Nachbarkommunen. Allerdings: Die Haltestellen liegen nur entlang der Durchgangsstraßen. Von manchen Wohngebieten sind es mehr als 300 Meter zu einer Haltestelle, was sich nutzungshemmend auswirkt, das heißt der Bus keine Alternative zum eigenen Fahrzeug darstellt. Eine zusätzliche Haltestelle nördlich des Kreisverkehrs in der Heilbronner Straße wird derzeit geprüft. Schmid empfiehlt, den Bürgerbus - der bisher noch kein Erfolgsmodell ist - weiter zu führen oder neu auszurichten.

Radverkehr:

Derzeit wird der Weg vom Freizeitpark Hofwiesen entlang des Sportgeländes ausgebaut. Verbesserungen seien jedoch auch entlang der Durchgangsstraßen Horkheimer-, Heilbronner- und Ilsfelder Straße notwendig, wo der Straßenraum eine geringe Breite und das Verkehrsaufkommen hoch ist. Auch bei der Radweganbindung ans Gewerbegebiet Fischeräcker gebe es Nachholfbedarf.

2019 sollen die ersten Ladesäulen in Flein kommen
Die private Ladestation einer Firma im Gewerbegebiet. Denkbar für halböffentliche Standorte sind etwa Parkplätze von Einkaufsmärkten. Foto: Archiv/Berger

Fuhrpark:

Akribisch untersuchte das Institut den Gebrauch dreier Fahrzeuge. Alle drei könnten durch Elektromobile ersetzt werden, so Schmid. Die Förderanträge sind bereits gestellt. "In den nächsten Woche könnte die Bewilligung kommen", meinte der Mobilitätsplaner. Am Wochenende und abends wäre es möglich, die E-Fahrzeuge an Beschäftigte der Gemeinde auszuleihen. "Das könnte der Einstieg in ein kommunales Fuhrparkmanagement sein." Um Geld zu sparen sei es zielführend, statt eines weiteren konventionellen Fahrzeugs ein bis zwei Pedelecs anzuschaffen.

Carsharing:

Das muss erst einmal etabliert werden. Schmid empfiehlt, mit einem E-Fahrzeug einzusteigen, dafür eine der beiden Ladepunkte am Rathaus zu reservieren. Mindestens drei Jahr sollte ein solches Auto vorgehalten werden. "Niemand verkauft sein Auto, weil jetzt Carsharing da ist", machte Schmid deutlich. Testfahrten könnten zu einem positiven Effekt führen. Fürs Carsharing muss dann ein Anbieter ausgesucht werden.

Bürgeraktivierung und Öffentlichkeit:

Ein weiterer Bestandteil des Mobilitätskonzepts ist, die Vorhaben publik zu machen, in der Bevölkerung dafür zu werben, sie mitzunehmen. Bisher gab es im Juli 2018 eine Ideenwerkstatt. Da hätte sich Mobilitätsplaner Manfred Schmid ein paar Teilnehmer mehr gewünscht. Gut besucht hingegen war der zweite Termin, der Aktionstag im September, an dem es neben Informationen auch die Möglichkeit gab, Elektro-Autos und E-Bikes selbst auszuprobieren.

Schmid empfahl der Gemeinde, die Aktionstage fortzusetzen. Immer, wenn ein weiterer Teil des Konzepts umgesetzt sei, diesen vorzustellen und Interessierte testen zu lassen.

 

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