1250 Jahre Neckarsulm: Die Stadt steckt "voller Leben"

Neckarsulm  Die Organisation läuft an: Das Jahr 2021 steht in Neckarsulm unter dem Zeichen der ersten urkundlichen Erwähnung vor 1250 Jahren.

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1250 Jahre Neckarsulm: Die Stadt steckt "voller Leben"

Gruppenfoto vor dem Ausbruch des Coronavirus, seither gelten größere Abstände auch im Rathaus: Die Lenkungsgruppe präsentiert das Logo.

Foto: Archiv

Das Logo erregt Aufmerksamkeit. Da sind zum einen die vielen Piktogramme mit Neckarsulmer Motiven. Der Scheuerberg gehört eben genauso zur Stadt wie die Industrie, die Flüsse oder der Sport. Und da ist das Wort "vollerleben". Darüber freut sich Oberbürgermeister Steffen Hertwig besonders. "Das haben wir bewusst so gemacht." Die Betrachter sollen darüber nachdenken und dann merken: Neckarsulm - die Stadt kann man zum einen "voll erleben", und sie steckt "voller Leben". Darum geht es im kommenden Jahr. "Wir wollen, dass die Menschen das ganze Jahr voll erleben", sagt der Rathauschef.

Neckarsulm vermarktet sich als attraktive Stadt

Im März 2020 bleiben die Menschen zu Hause, sie gehen sich wegen des Coronavirus aus dem Weg. Der Blick ins nächste Jahr kann da ein Lichtblick sein. 2021 kommt ganz groß raus. "Wir sind stolz darauf, was entstanden ist", sagt Steffen Hertwig. Neckarsulm werde als "attraktive Stadt vermarktet", davon ist er überzeugt. Zentrales Element ist das Festwochenende am 10. und 11. Juli. Mit Details halten sich die Verantwortlichen zum jetzigen Zeitpunkt sehr bedeckt. Selbstverständlich bringen sich die großen Häuser der Stadt ein, wie etwa die Musikschule. Konzerte wird es geben.

Neckarsulm feiert, auch durch die vielen Menschen, die sich in Vereinen engagieren. Die Klubs können ihre Veranstaltungen im Jubiläumskalender einbringen und ihren Teil dazu beisteuern, Neckarsulm erlebbar zu machen. Die großen Anziehungsmagnete, Ganzhornfest und Stadtteilfeste, gehören fest zum Programm.

Das Rathaus setzt auf Bürgerbeteiligung

Darüber hinaus hoffen die Verantwortlichen, dass sich die Menschen bei einzelnen Projekten engagieren. "Die Bürgerbeteiligung ist uns sehr wichtig", sagt Daniel Bürkle, im Rathaus fürs Stadtmarketing als Citymanager verantwortlich, außerdem leitet er das Projekt 1250-Jahr-Feier. Die Neckarsulmer sollen, sobald Corona vorbei ist, Fotos ihrer Lieblingsorte machen, die später zu einer Installation zusammengeführt werden. Außerdem ist unter Federführung von Martin Renner vom Kulturverein Kreatief ein Jubiläumssong geplant. "Das wird eine Gemeinschaftsleistung", sagt Daniel Bürkle.

Interessierte wirken am Jubiläumssong mit

Eine Pressemitteilung aus dem Rathaus betont: Als Grundlage dient das Volkslied "Im schönsten Wiesengrunde". Das Stück des Neckarsulmer Heimatdichters Wilhelm Ganzhorn soll dabei neu interpretiert werden. Beteiligen können sich Neckarsulmer Chöre, Orchester, Gesangvereine, Musiker und Sänger. Interessenten wenden sich an Martin Renner, den Geschäftsführer des Vereins Kreatief: Telefon 0178 5483836 oder E-Mail martin.renner@gmail.com. Die Vorfreude im Rathaus ist bereits groß. Steffen Hertwig sagt: "Ich bin gespannt, was entsteht."

Zudem soll in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein ein Jubiläums-Theaterstück entstehen. Ein kleines bisschen lässt sich das Rathaus dabei in die Karten schauen. "Es wird darin die Neckarsulmer Stadtgeschichte aufgearbeitet", sagt Projekleiter Daniel Bürkle, "auf unterhaltsame Weise."

Außerdem wird zum Jubiläum ein neues Buch zur Stadtgeschichte aufgelegt. In einer Pressemitteilung heißt es: Verfasst wird das Buch mit dem Arbeitstitel "villa sulmana - Neckarsulm. Eine historische Zeitreise" von dem Historiker Peter Wanner. Mit der Forschung hat der Autor bereits 2017 begonnen, erscheinen soll es Ende 2020.

Villa sulmana wird 771 erstmals erwähnt

Laut Rathaus erschien am 10. Juli 771 der Name Neckarsulm zum ersten Mal in einer Schenkungsurkunde, die im Lorscher Codex dokumentiert ist. In dieser Handschrift aus dem 12. Jahrhundert verzeichneten Mönche des Klosters Lorsch die Schenkungen, die das Kloster im Laufe der Jahrhunderte erhalten hatte. Auf einem Blatt taucht der Name "villa sulmana" auf. Den Namen "Sulmana" behielt der Ort, erst im 16. Jahrhundert setzte sich Neckarsulm durch.


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen in Neckarsulm, Ilsfeld, Untereisesheim und Weinsberg.

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