Vollsortimenter für Möckmühl: Ansiedlung mit Hindernissen

Möckmühl  Mit dem Projekt befasst sich der Gemeinderat am nächsten Dienstagabend. Ob das Vorhaben tatsächlich kommen kann, das entscheidet sich auch an den Auswirkungen auf den Dorfladen in Jagsthausen.

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Gemeinderat und Verwaltung wünschen sich schon lange einen größeren Lebensmittelmarkt für die Stadt Möckmühl. Mit dem Projekt Vollsortimenter befassen sich einmal mehr die Kommunalpolitiker am Dienstagabend. Deutlich ist aber eines: Ob die Ansiedlung tatsächlich gelingen kann, hängt auch von den Auswirkungen auf den Dorfladen Jagsthausen ab.

Vor Jahren sollte es ein Kaufland für Möckmühl werden, zuletzt war es in der öffentlichen Diskussion ruhig geworden. Kommenden Dienstagabend steht das Thema mal wieder auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Bürgermeister Ulrich Stammer will sich vorab nicht dazu äußern, ein paar Informationen enthält aber die Beratungsunterlage für die Stadträte.

Darin heißt es: "Die Stadt bemüht sich seit Jahren vergeblich, die planungsrechtlichen Grundlagen zur Ansiedlung eines Vollsortimenters im Waagerner Tal zu schaffen." Und weiter: "Die Verwaltung schlägt daher vor, einen Ausschuss im Gemeinderat zu bilden, mit der Aufgabe, alternative Standorte zu finden."

Der Regionalverband hat ein gewichtiges Wort mitzureden

Das eine ist der Wunsch in der Stadt, weitere Einkaufsmöglichkeiten zu schaffen. Das andere sind die rechtlichen Vorgaben. Sollte es einen Standort sowie einen möglichen Betreiber geben, wird sich im Rahmen des weiteren Verfahrens auch der Regionalverband Heilbronn-Franken dazu äußern. Er hat ein gewichtiges Wort mitzureden, befasst er sich doch mit den Grundzügen der Raumplanung.

Auf Anfrage unserer Redaktion erkennt der Verband einerseits an, dass es im Bereich Vollsortimenter eine Versorgungslücke für Möckmühl gibt. Allerdings sehe es mit dem Lebensmitteleinzelhandel in der Stadt insgesamt sehr gut aus. Der Verband verweist auf laufende Gespräche mit der Stadtverwaltung und will sich deshalb nicht zu detailliert zum Thema äußern.

Die Auswirkungen werden analysiert

Generell gilt aber, so der Verband: Bevor grünes Licht gegeben wird, wird auf die Auswirkungen geschaut. Wie beeinflusst ein weiterer Markt die bestehenden Geschäfte im Stadtzentrum Möckmühl sowie in umliegenden Kommunen? Eine Analyse, die folgt, muss darauf Antworten liefern. Am Ende wird mit eine Rolle spielen, wie sich ein stärkerer Einzelhandelsstandort Möckmühl auf den genossenschaftlich getragenen Dorfladen in Jagsthausen auswirkt.

Das Geschäft gilt als Vorzeigeprojekt und sichert dort die Nahversorgung. Der Reginalverband verweist auf den geschlossenen Dorfladen in Kirchardt-Berwangen. Der habe auch deshalb nicht genügend Umsatz machen können, weil sich in Kirchardt ein Rewe befindet. "Wir haben eine Sorge", so der Verband: "Wenn wir in Möckmühl zu viel machen, dann hat es der Dorfladen schwer."

Darum geht es in der Sitzung in der Stadthalle

Der Gemeinderat Möckmühl tagt am Dienstag, 30. Juni, ab 19 Uhr. Diskutiert wird auch darüber, den Jagsttal-Radweg bei Züttlingen unter die bestehende Brücke zu verlegen.


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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