Viel Laub in immer kürzerer Zeit

Neckarsulm  Der Neckarsulmer Bauhof hat alle Hände voll mit der Beseitigung von Blättern zu tun. Der Klimawandel macht sich bei dieser Arbeit bemerkbar.

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Buntes Laub wohin das Auge blickt. So schön die Herbstfärbung der Bäume derzeit auch anzusehen ist, wenn die Blätter auf den Boden fallen, bedeuten sie vor allem Arbeit - für Hausbesitzer und für die Bauhöfe der Städte und Gemeinden. So wird dieser Tage an allen Ecken gerecht, gekehrt, geschaufelt und gesammelt, was das Zeug hält.

Ohne Laubbläser wäre mehr Personal nötig

Ab und an kommen auch Laubbläser zum Einsatz, die wegen Lärm- und Umweltbelastung teils in der Kritik stehen. Ohne sie kämen viele Bauhöfe wie zum Beispiel in der Stadt Neckarsulm aber nur schwer hinterher. "Bei der Vielzahl an öffentlichen Plätzen und Wegen im Stadtgebiet sind die Mitarbeiter auf maschinelle Unterstützung angewiesen", teilt Stadtsprecher Andreas Bracht mit. Müsste der Bauhof sämtliche Flächen mit dem Rechen freiräumen, müsste er mindestens dreimal so viele Mitarbeiter einsetzen. Der Bauhof habe 19 Laubbläser, davon seien knapp die Hälfte neue Geräte, die mit einem Akku geräuscharm betrieben werden.

Die Stromgeräte sind laut Bracht allerdings deutlich weniger leistungsfähig als die Verbrenner-Maschinen. Dies schränke den Einsatz bei großen Laubmengen und bei nassem Laub ein. Dann müssten doch die lauteren Geräte ran. Wegen der Verbrenner-Laubbläser "gehen aktuell vereinzelte Beschwerden ein", teilt der Pressesprecher mit.

Die Bauhof-Mitarbeiter der Stadt Neckarsulm sind täglich dabei, die Wege von Laub zu befreien. Dafür kommen auch Laubbläser zum Einsatz, ohne die sie die Mengen kaum bewältigen könnten.

Foto: Mario Berger

Doch wie geht das Bauhof-Team von Michel Hettich vor, um dem vielen Laub Herr zu werden? Mit den Laubbläsern häufen sie das Laub zunächst auf und saugen es dann mit einem Laubsauger ein. Auf größeren Flächen kommen Rasenkehrmaschinen zum Einsatz. Das gesammelte Laub wird bei den Kompostierungsanlagen in der Umgebung abgeliefert, berichtet Bracht.

Bäume werden schneller kahl

Beim Thema Laubbeseitigung kann man auch einiges über die Auswirkungen des Klimawandels lernen. So hat sich die Zeit, in der die Bäume ihre Blätter verlieren, in den vergangenen Jahren sehr verkürzt. Erstreckten sich die Laubarbeiten in der Stadt Neckarsulm früher über drei Monate, sind es inzwischen sechs bis acht Wochen, berichtet Andreas Bracht von den Erfahrungen des Bauhofs. Das liege daran, dass es zuletzt mehrere Hitzejahre in Folge mit großer Trockenheit gab. Die Blätter werden dadurch im Herbst schneller welk und die Bäume sind innerhalb weniger Tage fast völlig kahl.

Die Stadt muss dafür sorgen, dass das Laub nicht auf öffentlichen Wegen und Verkehrsflächen liegen bleibt. Denn sie hat eine Verkehrssicherungspflicht, und gerade durch nasses Laub besteht hohe Rutschgefahr, erläutert Bracht. In Parkanlagen müsse das Laub beseitigt werden, um den Rasen zu schützen. Im Übrigen sind auch Straßenanlieger, also die Eigentümer, aber auch Mieter oder Pächter dazu verpflichtet, Gehwege zu reinigen - ebenso wie sie Schnee räumen müssen. Dies ist laut Andreas Bracht in der städtischen Streupflichtsatzung geregelt. Die beinhaltet auch ausdrücklich das Beseitigen von Laub. Laub als Sammelgut könne kostenfrei an allen Häckselplätzen abgegeben werden.


Katharina Müller

Katharina Müller

Autorin

Katharina Müller arbeitet seit Januar 2019 bei der Heilbronner Stimme und kümmert sich in der Regionalredaktion um Themen aus dem nördlichen Landkreis. Zuständig ist sie für Bad Friedrichshall, Neckarsulm, Neuenstadt, Langenbrettach, Hardthausen und Jagsthausen.

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