Sicher unterwegs fürs Klima

Neckarsulm/Bad Friedrichshall  Rund 120 Menschen nutzen in Neckarsulm den kostenlosen Radcheck zum Auftakt des Stadtradelns. In Bad Friedrichshall bekommen Radler einen Gastro-Pass, mit dem es Vergünstigungen gibt.

Von Stefanie Pfäffle
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Frank Ziegler (r.) aus Obereisesheim lässt beim Radcheck die Gangschaltung seines Rollstuhl-Anbaurads überprüfen.

Foto: Stefanie Pfäffle

Der Zufall hat Robin Meier am Samstagnachmittag auf den Platz vor dem Deutschen Zweirad- und NSU-Museum geführt. "Ich bin gerade vom Einkaufen gekommen, hab den Stand gesehen und gedacht, ich hab da ja noch eine Fahrradleiche im Keller, die lasse ich jetzt mal überprüfen", erzählt der Neckarsulmer und grinst. Mit einem kostenlosen Radcheck startet Neckarsulm in die Aktion "Stadtradeln", bei der bis zum 17. Juli möglichst viele Kilometer gesammelt werden sollen.

Im Auftrag des Landes führt die Firma Radolino solche Radchecks durch. Drei Experten sind in Neckarsulm vor Ort, und die haben durchgängig gut zu tun. "Es sind kontinuierlich Leute da, am Ende werden es wohl so um die 120 sein", schätzt Wolfgang Richert. Rund die Hälfte komme mit E-Bikes, um Bremsen, Licht, Klingel und Reifen überprüfen zu lassen. "Viele sagen, beim Händler bekommen sie gerade schlecht Termine, und bei uns hören sie halt eine unabhängige Meinung, da sind wir offen und ehrlich."

Zum Beispiel bei Ute, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte. Die 52-Jährige ist eigentlich nur vorbeigekommen, um sich über die Anmeldemodalitäten zum Stadtradeln zu informieren. "Ich will da mal mitmachen, weil ich eh jeden Tag ins Geschäft nach Heilbronn fahre", erzählt sie. Ute ist überzeugt, dass mit ihrem Fahrrad, außer einer lockeren Schraube am Lenker, alles in Ordnung ist. Richert sieht das anders. "Die Bremsbeläge hinten sind durch, Sie müssen ganz dringend zum Händler, am besten sofort", mahnt er. Jetzt ist die Neckarsulmerin froh, dass die Männer Zeit für sie hatten.

Frank Ziegler ist auch dankbar. Einer der Experte hat einen Reifen an seinem Rollstuhl gewechselt. Die Bremsen an seinem Pedelec-Handbike-Anbau hat er selbst geölt. "Ich hab das Teil seit eineinhalb Monaten, seitdem bin ich schon über 500 Kilometer gefahren", erzählt der Obereisesheimer. Davor hatte er einen ohne Antrieb, den er wegen Corona wieder aus dem Keller geholt hat, aber das sei am Berg doch sehr mühsam. "Jetzt werde ich mich auch zum ersten Mal beim Stadtradeln anmelden, ich spare ja inzwischen jede Menge CO2 ein", ergänzt der 51-Jährige. Die Aktion lässt Fritz Wörz außen vor, den Radcheck nimmt der 80-Jährige aber mit. "Ich fahre fast jeden Tag, am Wochenende auch mal größere Strecken", erzählt der Biberacher. Sein Licht funktioniert nicht richtig, aber das wusste Wörz vorher schon. Sonst ist alles in Ordnung, und er kann beruhigt weiter fahren.

Bad Friedrichshall markierte den Auftakt zum dortigen Stadtradeln mit zwei geführten Radtouren, die gut nachgefragt waren. Außerdem konnten sich die Teilnehmer die App erklären lassen. Weil es in diesem Jahr nicht so viele Radveranstaltungen geben wird, bekommen alle Radler einen Gastro-Pass, mit dem es verschiedenen Vergünstigungen bei den teilnehmenden Gastronomen gibt.


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