Rückenwind: Erst 1700 Helfer für Schüler-Förderung

Region  Das Land setzt stark auf das Programm Rückenwind, um Kinder und Jugendlichen in den Schulen nach dem Corona-Fernunterricht zu unterstützen. Dafür werden Helfer benötigt, doch die melden sich kaum.

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Der Lehrerverband pocht auf einen Betrieb mit halben Schulklassen in Hotspots. Foto: dpa

Das Land sucht verstärkt Interessierte, die sich beim Förderprogramm Rückenwind einbringen wollen. Damit sollen Kinder und Jugendliche unterstützt werden, um mögliche Defizite durch den Corona-Fernunterricht aufzuholen – sowohl fachlich als auch im emotionalen Bereich. Zuletzt war kommuniziert worden, dass landesweit 30.000 Personen gesucht werden. Von dieser Zahl nimmt das Kultusministerium derzeit Abstand.

Volkshochschulen wollen Kindern helfen

Bislang haben sich 1700 Interessierte sowie 200 Kooperationspartner gemeldet, sagt ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage unserer Zeitung. Unklar sei, wie viele Personen hinter den Kooperationspartner stecken. Darunter sind beispielsweise Volkshochschulen zu verstehen. Es sei klar, so der Sprecher im Gespräch mit unserer Zeitung, dass das Land Unterstützungskräfte benötige. Wie viele Helfer am Ende zusammenkommen müssten, um den Kindern beiseite springen, ist fürs Ministerium unklar. Derzeit würde erst der Bedarfe ermittelt. Der Plan ist, dass es nach den Herbstferien losgeht.

Das Kultusministerium bittet Schulleiter um Mithilfe

Die Not im Kultusministerium ist groß. In einem Schreiben an Schulleiter, das unserer Zeitung vorliegt, heißt es: „Auf dem virtuellen Marktplatz haben sich bereits Einzelpersonen wie auch Kooperationspartner registriert“, so der Brief. „Wir möchten Sie bei der Gewinnung von Unterstützungskräften unterstützen, um dem unterschiedlichen Bedarf vor Ort zielgerichtet Rechnung tragen zu können.“

Bei Rektoren kommt das Schreiben nicht gut an

Der Brief kommt in Schulen nicht gut an. Aus einem Rektorat heißt es gegenüber unserer Zeitung: Was die Presseabteilung des Ministeriums nicht hinbekomme, „sollen jetzt die Schulen retten“. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) überraschen die Zahlen. „Mit so wenig Interessierten habe ich nicht gerechnet“, sagt Harald Schröder, GEW-Sprecher im Kreis Heilbronn. „Das ist eine Klatsche für die Idee.“


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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