Radtourismus: Viel befahrene Brücken müssen saniert werden

Region  Die Jagst-Querung am Neudenauer Freibad soll kommendes Jahr ersetzt werden. Unterdessen hat sich der Regierungspräsident in die Diskussion über den Neckarsteg zwischen Untereisesheim und Bad Friedrichshall eingeschaltet.

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Der Neckarsteg verbindet Kochendorf und Untereisesheim.

Fotos: Simon Gajer, Archiv

Der Radtourismus boomt. Auch in der Region Heilbronn werden die großen Radwege gern genutzt. An zwei bedeutenden Strecken müssen allerdings Brücken erneuert werden. Neudenau will eine Jagst-Querung beim Freibad im kommenden Jahr angehen. Untereisesheim und Bad Friedrichshall warten für ihren gemeinsamen Neckarsteg unterdessen auf eine Entscheidung aus dem Regierungspräsidium.

Die Sache mit dem Neckarsteg ist kompliziert

Die Neckar-Brücke wird zur jahrelangen Geschichte, weil mehrere Ebenen parallel mitmischen. Erstens: Die Brücke ist marode und sollte gerichtet werden, sie steht aber unter Denkmalschutz. Allein schon diese Bewertung erschwert die Arbeiten. Zweitens: Das Land will einen Radschnellweg zwischen Bad Wimpfen und Heilbronn errichten, der durchgängig eine Breite von vier Metern hat. Und hier kommt wieder Punkt eins ins Spiel.

Das plant das Land

Die Brücke hat nicht diese Breite und fällt, Stand jetzt, deshalb als Teil des Radschnellwegs weg. Aus Sicht der Denkmalschützer darf der bestehende Steg nämlich nicht verbreitert werden. Das wiederum führt dazu, dass das Land flussabwärts beim Yachthafen eine eigene Neckar-Querung bauen will. Zwei Brücken über den Neckar auf wenigen Hundert Metern?

Bad Friedrichshall und Untereisesheim sind gemeinsam vertraglich für die Brücke verantwortlich und haben mittlerweile den Regierungspräsidenten Wolfgang Reimer eingeschalten. Die Verantwortlichen auf beiden Seiten des Neckars hoffen, dass es aus Stuttgart eine finale Erklärung gibt, "ob es regelbar ist", sagt Untereisesheims Bürgermeister Bernd Bordon. "Wir vertrauen dem Regierungspräsidium. Das kostet Zeit."

Der Neckarsteg könnte zum Anschauungsobjekt werden

Radtourismus: Viel befahrene Brücken müssen saniert werden

Die Brücke beim Neudenauer Freibad wird kommendes Jahr erneuert.

Vieles ist denkbar: Beispielsweise könnte ja der bestehende Steg als Brücke aufgegeben und als historisches Monument neben dem Fluss gelagert werden, dann könnte die neue Radschnellweg-Querung auf Höhe des bisherigen Neckarstegs gebaut werden. Das käme Untereisesheimern entgegen, die dank des Überwegs auf direktem Weg zur Stadtbahn-Haltestelle Kochendorf gelangen.

Das ist bei Neudenau geplant

Schneller voran geht es mit der Brücke beim Neudenauer Freibad, die kommendes Jahr für 333.000 Euro ersetzt werden soll. Die Stadt hofft, dass das Land die Hälfte davon übernimmt. Die zukünftige Querung hat eine Breite von vier Metern, damit Radler aneinander vorbeikommen. Grund für die Maßnahme ist, dass tragende Holzteile laut Stadtverwaltung "teilweise stärkere Schädigungen" aufweisen. Das verdeutlicht auch die Note, die die Brücke nach einer Prüfung erhalten hat: Auf der Skala 1 bis 4 war sie mit 3,4 ziemlich schlecht.

Die Stadtverwaltung rechnet mit einer Bauzeit von drei Monaten, in der dieser Abschnitt dann gesperrt ist. Radler werden vermutlich die Straße nehmen müssen, sagt Bürgermeister Manfred Hebeiß. Noch unklar ist, wann das Land das Projekt tatsächlich fördert. Von der Zusage hängt der tatsächliche Bautermin ab. Hebeiß blickt aber auf die Landtagswahl im März: Üblicherweise, sagt er im Gemeinderat, würden Zuschüsse dann im Vorfeld verteilt. "Das würde die Umsetzung beschleunigen."

#Wochenthema Fahrrad

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Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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