Ort der Verbundenheit auf Schloss Horneck geschaffen

Gundelsheim  In einem ersten Schritt wurde nun das neue Kultur- und Begegnungszentrum Schloss Horneck feierlich eröffnet. Für Herbst ist die Einweihung des Schlosshotels geplant.

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Das Schloss steht nun der Öffentlichkeit als Kultur- und Begegnungszentrum mit Museum und Bibliothek zur Verfügung. Im Herbst soll das Hotel öffnen.

Fotos: Ralf Seidel

So vielseitig, wie sich das Wetter präsentierte, war auch die feierliche Eröffnung des neuen Kultur- und Begegnungszentrums Schloss Horneck in Gundelsheim. Kein Wunder, schließlich war ja auch der 2018 gestartete Um- und Ausbau des Schlosses kein gewöhnlicher, wie Architekt Peter Schell den geladenen Gästen, darunter unter anderem Bürgermeisterin Heike Schokatz, zu Beginn am Schlossaufgang mitteilte. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Siebenbürgischen Kulturzentrums, Dr. Konrad Gündisch, hatte er wenige Minuten zuvor das symbolische Band durchschnitten und so die Einrichtung an die Öffentlichkeit übergeben.

Knappes Budget

Frank Bayard und Superintendent Wolfgang Rehner spendeten als Hochmeister des Deutschen Ordens den ökumenischen Segen. "Die einzige Erfahrung, die man im Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz macht, ist, dass es keine Erfahrung gibt", betonte Architekt Schell. Nicht zuletzt das knapp bemessene Budget von vier Millionen Euro, das sich auf eine Fläche von 4600 Quadratmeter verteile, habe ihn gereizt. "Es gilt, die Mittel mit dem Ziel klug in Einklang zu bringen. Und wer ist nicht gerne klug?"

Ort der Verbundenheit geschaffen

Wolfgang Rehner und Frank Bayard (r.) spendeten den ökumenischen Segen.

2015 ging das ehemalige Seniorenheim auf Schloss Horneck insolvent. Daraufhin sammelten die Mitglieder des Siebenbürgisches Kulturzentrum 1,5 Millionen Euro, um das Schloss zu erwerben. Im Sommer 2018 startete der Umbau zum Begegnungs- und Kulturzentrum mit Übernachtungs- und Tagungsmöglichkeit. Zuwendungen gab es dabei vom Bund (2,5 Millionen Euro), vom Landesamt für Denkmalpflege (250.000 Euro), von der Städtischen Entwicklungsgesellschaft (25.000 Euro) und privaten Spendern. "Ohne die Beiträge aus den Reihen der Siebenbürger Sachsen und ihren Freunden, die ein klares Bekenntnis zum siebenbürgisch-sächsischen Kulturerbe sind, hätten wir das Projekt nie realisieren können", betonte der Schlossvereins-Vorsitzende Konrad Gündisch.

Identifikations- und Veranstaltungsort der Siebenbürger Sachsen

Das Konzept besteht aus zwei Bereichen, die vom Siebenbürgischen Kulturzentrum Schloss Horneck und dem Hotelpächter, der Familie Pietralla, betrieben werden: Zum einen dem Drei-Sterne-plus-Schlosshotel, angelehnt an ein Hotel Garni - Beherbergung mit Getränken, aber ohne klassischen Restaurantbetrieb. Zum anderen soll Schloss Horneck der Öffentlichkeit und den Siebenbürger Sachsen künftig als Identifikations- und Veranstaltungsort dienen. Was sich seit dem Start der Umbaumaßnahmen verändert hat, davon konnten sich die Gäste beim Rundgang ein Bild machen: Kernstück ist das Besucherzentrum, das sich als Ort der Begegnung, Vermittlung und Kommunikation versteht.

Über eine Medienwand soll die Mischung aus interaktivem Lernen und Erfahren von Geschichte und Kultur erlebbar werden. "Wir haben das Ziel, ein digitales Infozentrum mit Dokumenten, Bildern und Interviews aufzubauen", erklärte Lucian Binder-Catana. Er ist auch Urheber des Imagefilms "Schloss Horneck", den die Gäste im frisch sanierten Festsaal sehen. Begleitet von Grußworten des Bundesvorsitzenden des Verbands der Siebenbürger Sachsens in Deutschland, Rainer Lehni, sowie der Kulturstaatsministerin Monika Grütters.

Ausblick auf das Himmelreich

Ort der Verbundenheit geschaffen

Das Besucherzentrum ist das Kernstück. Die interaktive Medienwand vor der Bibliothek zeigt die Historie der Siebenbürger Sachsen.

Geschäftsführer des Schlosshotels, Michel Pietralla, betonte: "Wir wollen mit dem Schlosshotel nicht nur Geld verdienen, wir identifizieren uns mit diesem Renaissanceschloss." Zu Jahresbeginn schien die Fertigstellung des Hotels für Mai noch realistisch. Doch wegen Corona kamen Türschlösser aus Spanien und Fliesen aus Italien nicht. Rund die Hälfte der 32 Zimmer ist noch nicht fertig. Die Eröffnung ist für Herbst vorgesehen. Bis dahin sollen alle Zimmer der grau-weißen Farbkonnotation entsprechen und mit eigenem Bad ausgestattet sein. Das Highlight ist der Ausblick auf das Gundelsheimer Himmelreich, die eindrucksvolle Steillage am Neckar, an der Wein wächst.

 

Kirsi-Fee Rexin

Kirsi-Fee Rexin

Autorin

Kirsi-Fee Rexin begann im Jahr 2014 ein Volontariat bei der Heilbronner Stimme. Seit 2016 ist sie als Redakteurin im Ressort Landkreis hauptsächlich für Kommunen im nördlichen Landkreis zuständig.

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