Kandidat Bürgermeisterwahl Bad Wimpfen: Alexander Rist

Bad Wimpfen  Als Bürgermeister möchte Alexander Rist finanzielle Anreize schaffen, um bestehende Wohngebiete zu beleben.

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Alexander Rist kandidiert als Bürgermeister. In der Altstadt von Bad Wimpfen hat er dafür extra sein Wahlbüro eingerichtet.

Foto: Ralf Seidel

Alexander Rist dürfte in Bad Wimpfen inzwischen kein unbekanntes Gesicht mehr sein, schließlich war der Bürgermeisterkandidat die vergangenen Wochen täglich dort unterwegs: Er ist mit den Bürgern in Dialog getreten, hat die Gewerbetreibenden angeschrieben und sich den Vereinen vorgestellt. "Ein Bürgermeister muss wissen, was die Bürger möchten und wo die Sorgen und Nöte liegen", ist der 33-Jährige überzeugt.

Das passende Rüstzeug

Derzeit arbeitet Alexander Rist als Kämmerer und stellvertretender Bürgermeister in Billigheim. "Als Kämmerer ist man Generalist, und man bringt auch noch den Fachbereich Finanzen mit." Gepaart mit seiner offenherzigen, einfühlsamen Art und seiner rationalen Denkweise sei das das passende Rüstzeug für die Aufgabe als Bürgermeister. Als er vor neun Jahren das erste Mal in der Stadt war, habe ihn nicht nur der Weihnachtsmarkt, sondern gleich die ganze Stadt verzaubert. Seitdem sei er immer wieder hier gewesen, habe die Entwicklung der Kommune verfolgt.

 

Für den Wahlkampf hat Rist seinen ganzen Jahresurlaub eingesetzt und Ende August sein Wahlbüro in der Hauptstraße 64 eingerichtet. "Auch wenn ich mir gewünscht hätte, ich hätte das Büro gar nicht anmieten können, weil hier ein Gewerbetreibender sein täglich Brot verdient." Ein Punkt für den er sich als Bürgermeister einsetzen wolle: "Wimpfen darf keine Museumsstadt werden, der Grundbedarf muss bedient werden." Als Volkswirt schaue er grundsätzlich aus der Vogelperspektive, wo die Probleme liegen und welche Stellschrauben für die Lösung betätigt werden müsste. Selten sei es noch der Fall, dass Gewerbetreibende auch Eigentümer sind. Er könne sich vorstellen, künftig zwischen Pächtern und Verpächtern zu vermitteln.

"Manche können es sich hier einfach nicht mehr leisten."

Das Wahlbüro, das Rist mit Stühlen aus dem heimischen Esszimmer ausgestattet hat und das auch einem ortsansässigen Künstler Raum für eine kleine Ausstellung bietet, stieß auf positive Resonanz. "Aus den Gesprächen mit den Leuten weiß ich, dass niemand freiwillig aus Bad Wimpfen weg will. Aber manche könne es sich einfach nicht mehr leisten", berichtet Rist. Das dürfe nicht sein. Aus seiner Sicht muss das Sanierungsgebiet vom Tal auf den Berg wandern. Finanzielle Anreize sollen dafür sorgen, Leerstände zu füllen und Baulücken zu schließen. "Innenstadtverdichtung geht vor. Man kann nicht in die Fläche gehen und die Innenstadt stirbt aus", findet er.

Rist, der Vorsitzender des Alpenvereins Schefflenz ist, betont: "Ich sehe das Amt des Bürgermeisters nicht als Beruf, sondern als Berufung." Die Nähe zu den Bürgern sei essenziell. Beim Besuch in der Kleinkindbetreuung Käferle habe er beispielsweise erfahren, dass die sogenannten Elterntaxis, die ihre Kinder bringen und wieder abholen, ein Problem seien. Deshalb sei es für ihn und seine Frau Franziska selbstverständlich, im Falle eines Wahlsieges "frühstmöglich nach Bad Wimpfen" zu ziehen".

 


Kirsi-Fee Rexin

Kirsi-Fee Rexin

Autorin

Kirsi-Fee Rexin begann im Jahr 2014 ein Volontariat bei der Heilbronner Stimme. Seit 2016 ist sie als Redakteurin im Ressort Landkreis hauptsächlich für Kommunen im nördlichen Landkreis zuständig.

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