Gute Nachrichten für Neckarsulmer Radfahrer

Neckarsulm  Es tut sich etwas beim Radverkehrskonzept in Neckarsulm: In der Heilbronner Straße werden Markierungen aufgebracht. Und auch das Land kommt bei den Planungen für den Radschnellweg am Neckar voran.

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Die sogenannte Wehrbrücke verbindet Neckarsulm und Obereisesheim, sie ist ein Knotenpunkt und wird von Hunderten Fahrradfahrern täglich genutzt. Foto: Ralf Seidel

Der Radverkehr im nördlichen Landkreis kommt in Schwung: Die Stadt Neckarsulm bringt ein Radverkehrskonzept auf den Weg, auch beim Radschnellweg, hinter dem das Land steht, tut sich einiges.

Gibt es womöglich zwei Radschnellwege nördlich von Heilbronn - einen zwischen Bad Wimpfen und Heilbronn sowie einen zwischen Bad Friedrichshall und Heilbronn? Nein, betont das zuständige Regierungspräsidium Stuttgart auf Anfrage unserer Redaktion.

"Das Land plant in diesem Bereich nur einen Radschnellweg", sagt Behördensprecherin Stefanie Paprotka. Dieser führe von Bad Wimpfen über die Gemarkung von Bad Friedrichshall am Neckar entlang nach Heilbronn.

Die Gespräche sind am Laufen

Die Vorbereitungen laufen. "Aktuell wird die technische Planung im Bereich der Wehrbrücke auf dem Neckardamm mit dem Wasserstraßen-Neubauamt Heidelberg abgestimmt." Überlegt wird, dort eine eigene Querung für Radler und Fußgänger zu errichten. Wie wichtig die Brücke ist, wurde in einem Ausschuss des Neckarsulmer Gemeinderats deutlich. Als eine Schlüsselstelle im städtischen Konzept gilt die Wehrbrücke, also die Verbindung zwischen Neckarsulm und Obereisesheim mit täglich fast 1700 Radlern.

Das Land führt für den eigenen Radschnellweg Gespräche. "In Bad Wimpfen finden Abstimmungen mit den Betreibern der Schiffsanlegestellen statt", sagt RP-Sprecherin Stefanie Paprotka. Außerdem werde daran gearbeitet, das Projekt in den Gemeinderäten vorzustellen.

Das läuft in der Stadt Neckarsulm

Unabhängig von den Landesplänen will Neckarsulm ein Radverkehrskonzept umsetzen. Einen Zwischenstand sowie erste Maßnahmen haben Verwaltung und ein Radverkehrsexperte den Stadträten des Bau- und Werksausschusses Stadtwerke präsentiert. Es tut sich zwar in der nächsten Zeit etwas in der Heilbronner Straße, aber eines steht fest: Abgeschlossen wird das Konzept nie sein.

"Im Radverkehrsbereich ist viel Bewegung", sagte Uwe Petry vom Planungsbüro VAR-Plus, das die Stadt bei der Umsetzung unterstützt. Unter anderem sollen mit besonderen Markierungen die Radler dazu gebracht werden, in der Heilbronner Straße auf der Fahrbahn und nicht mehr auf dem Gehweg unterwegs zu sein. Sogar am Kreisverkehr in Richtung Innenstadt würden Linien aufgezeichnet.

Radschnellverbindung
www.fahrradland-bw.de

Radfahrer sollen von Gehwegen fernbleiben

Das Konzept setzt auf verschiedenen Ebenen an, beispielsweise geht es auch um Zubringerrouten zum Landesschnellweg. Weiteres Element sind Basisrouten, zu denen auch Verbindungen zwischen Oedheim und der Hohenloher Straße beziehungsweise Amorbach und der Eugen-Bolz-Straße gehören. Ganz wichtig ist es für Uwe Petry, die Gehwege "von Radfahrern möglichst freizuhalten". Er betonte: "Radverkehr ist Fahrverkehr", und der gehöre auf die Straße.

Das dürfte in Neckarsulm nicht immer auf Gegenliebe stoßen, wie bei der Vorstellung mit Tiefbauamtsleiterin Tanja Blattmann deutlich wurde. An manchen Stellen zögen es die Radler vor, den Gehweg zu nutzen. Wie in der Heilbronner Straße wolle die Stadt den Radlern Hilfestellungen bieten, damit sie auf die Straße gingen.

Langfristig gestärkt werden soll die Trasse aus Erlenbach in Richtung Schwarz-Gruppe und Audi. Uwe Petry weiß, dass diese Strecke auch für den restlichen Verkehr wichtig ist. Innerstädtisch gilt Tempo 30. Er geht deshalb nicht davon aus, dass hier Autos ausgebremst werden: Diese Geschwindigkeit könnten Fahrradfahrer schaffen. Der Verkehrsexperte betonte im Ausschuss, dass man "relativ wenig neu bauen" wolle. Zugleich betonte er: "Wir nehmen den Autofahrern nichts weg." Weitere Details zum Konzept werden der Kommunalpolitik zu einem späteren Zeitpunkt präsentiert.

 


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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