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Möckmühl

Mancher Schüler fand hier seinen Lebenstraum

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Musikschule besteht seit einem halben Jahrhundert. Inzwischen unterrichten 29 Lehrer rund 700 Kinder

Ein Gitarrenensemble unterhält bei der langen Musiknacht die Besucher. Hier spielt der Nachwuchs einmal im Jahr an verschiedenen Veranstaltungsorten in der Stadt.
Foto: privat
Ein Gitarrenensemble unterhält bei der langen Musiknacht die Besucher. Hier spielt der Nachwuchs einmal im Jahr an verschiedenen Veranstaltungsorten in der Stadt. Foto: privat  Foto: Tobias Lonsing

Sie bietet annähernd 40 Veranstaltungen im Jahr, darunter die bekannte Lange Nacht der Musik, Musikprojekte und Ballettaufführungen, regelmäßig gewinnen ihre Schüler Preise bei Jugend musiziert, und mit der starken Sparte Gesang hat sie ein Alleinstellungsmerkmal. Auch beim aktuellen Wettbewerb haben alle 21 Teilnehmer erste und zweite Preise abgeräumt. Keine Frage, die Musikschule Möckmühl, zu der auch die Neuenstädter Musikschule gehört, leistet erfolgreiche Arbeit. Jetzt wird sie 50 Jahre alt.

Gründung war im Württemberger Hof

Damals, vor einem halben Jahrhundert, ist der Samen für die heutige Einrichtung bei einer privaten Zusammenkunft einiger Familien aufgegangen. "Es gab ja nichts, man wollte etwas machen", weiß Musikschulleiterin Monika Horn aus Erzählungen. Schnell war bei der Gründungsversammlung im Württemberger Hof anno 1970 beschlossen: Die Musikpädagogen Elisabeth Noe und Volkmar Drauz übernehmen die nebenberufliche Leitung. Der Start konnte sich sehen lassen. Immerhin 33 Schüler hatten die Auswahl, Violine, Violoncello, Klavier, Block-, Querflöte oder Gitarre zu lernen.

Musikschule bietet breites Spektrum

Es sollte 22 Jahre dauern, bis die Musikschule 1992 mit Monika Horn die erste hauptberufliche Leiterin bekam. Saxophon, Keyboard und Blechblasinstrumente ergänzten das Angebot - und im Laufe der Jahre noch Ballett, Fagott und Schlagzeug, ebenso wie Gesang und E-Gitarre. 1993 wurde aus der Jugendmusikschule die Musikschule Möckmühl, die ihre Heimat an zentraler Stelle im Diakonatsgebäude am Kirchplatz 6 fand.

Für viele Eltern gehört es dazu, dass das Kind ein Instrument lernt

"Wir spüren auch heute noch einen unheimlichen Durst hier", sagt Monika Horn. Für viele Eltern gehöre es ganz selbstverständlich dazu, dass ihr Kind eine Sportart lernt und ein Instrument. Manches Interesse entwickle sich durch die musikalische Früherziehung im Kindergartenalter. Aber auch bei der Instrumentenvorstellung stellen sich schnell Vorlieben heraus. "Posaune, Fagott, Cello, also die tiefen Instrumente, sprechen die Kinder oft weniger an", sagt Horn.

Wer sich entschieden hat, etwa mit Klavier zu beginnen, den führt Gunter Wacker, stellvertretender Musikschulleiter und Klavierlehrer, spielerisch heran. "Das Schöne ist, dass es hier schnell Erfolgserlebnisse gibt. Lange Töne und dazu schwarze Tasten, das klingt immer gut und macht den Kindern Spaß." Außerdem arbeitet er mit Geschichten, um den Unterricht aufzulockern. "Kein Kind übt von selber", da ist er sich mit seiner Kollegin einig. Klar, sind die Eltern mit in der Pflicht. Doch zwingend notwendig ist es nicht, dass Vater oder Mutter ein Instrument spielen.

Mancher hat sein Hobby zum Beruf gemacht

Regine Böhm, ausgebildete Opernsängerin, mit Teilnehmern des Musiktheaters. Auch Tochter Lisa Böhm unterrichtet nun Gesang in Möckmühl.
Foto: Archiv/Berk
Regine Böhm, ausgebildete Opernsängerin, mit Teilnehmern des Musiktheaters. Auch Tochter Lisa Böhm unterrichtet nun Gesang in Möckmühl. Foto: Archiv/Berk  Foto: Berk

Manche Ehemalige haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sänger, Tänzer und Schauspieler Jan Bastel etwa. Saxophonist Darius Hummel, Katharina Boschmann und andere. Inzwischen unterrichten in der Musikschule 29 Lehrer 700 Schüler, auch aus Billigheim, Jagsthausen, Roigheim und Widdern.

Gut läuft die Kooperation mit der Grundschule. "Hier singt praktisch jedes Kind", sagt Horn. Ein zartes Pflänzchen ist die Bläserklasse, die in Zusammenarbeit mit der der Musikschule etabliert werden konnte.

Monika Horns Ausblick auf die Zukunft? "Allein den status quo zu halten, ist viel Arbeit", sagt sie. Und hofft trotzdem, dass die Musikschule ein fester kultureller Anker im städtischen Leben bleibt. "Meine Idee wäre ein Verbund statt des jetzigen Vereins, um die Konstruktion stabiler zu machen." Mehr Zusammenarbeit mit anderen Schulen, etwa mit Jagsthausen oder Widdern, kann sich Gunter Wacker vorstellen.

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