Landtagswahl: Linke nominiert Jasmin Ellsässer für Wahlkreis Neckarsulm

Gundelsheim/Neckarsulm/Weinsberg  Die Linke geht mit Jasmin Ellsässer aus Weinsberg und Janne Rotter aus Gundelsheim-Höchstberg in den Landtagswahlkampf. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Gesundheitssystem.

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Treten für die Linke im Wahlkreis Neckarsulm an: Jasmin Ellsässer aus Weinsberg sowie Janne Rotter aus Gundelsheim-Höchstberg als Ersatzkandidat.

Foto: Simon Gajer

Die Linken-Kandidaten im Wahlkreis Neckarsulm sind solidarisch. "Es ist wichtig und gut, einen tollen Wahlkampf hinzulegen", sagt Jasmin Ellsässer, Landtagskandidaten im Wahlkreis. Zum persönlichen Abschneiden nach dem Urnengang will sich die 45-jährige Weinsbergerin genauso wenig festlegen wie ihr 18 Jahre alter Ersatzkandidat Janne Rotter. In den Landtag einziehen? Die Krankenschwester, die im Klinikum am Weissenhof arbeitet, rechnet nicht damit. "Da bin ich realistisch." Ihr geht es ums große Ganze, also dass die Linke in Stuttgart vertreten ist. Da sieht es aus ihrer Sicht sehr gut aus. "Wir sind optimistisch", betont sie.

Kandidaten wollen sich mit Wählern austauschen

Die Nominierung in der Neckarsulmer Ballei ist eine überschaubare Veranstaltung. Von den 35 Mitgliedern, die im Wahlkreis wohnen, kommen zehn Stimmberechtigte, auch Landesgeschäftsführerin Claudia Haydt ist dabei. In den Wochen bis zum Wahlsonntag geht es den Kandidaten weniger darum, nur eigene Positionen zu vertreten. "Unser Wahlkampf soll im Austausch mit den Wählern stattfinden", sagt Jasmin Ellsässer, die sich an ihrer Arbeitsstelle im Personalrat einsetzt sowie bei Verdi engagiert ist.

Jasmin Ellsässer verdeutlicht in ihrer Rede, worauf es ihr ankommt. So spricht die Weinsbergerin über das Gesundheitswesen. Dass Einrichtungen geschlossen werden, kann sie mit Blick auf die Personalsituation verstehen. Nur dürfe es beim Schließen nicht bleiben: "Wir brauchen Strukturen, die fair und für jeden niederschwellig zu erreichen sind." Kritik übt sie an Pflegeeinrichtungen für Senioren. Sie lehnt ab, dass ältere Menschen "horrende Summen" für Häuser bezahlen, die das nicht wert seien. Außerdem könne es nicht sein, dass Berater empfehlen, Geld in Plegeeinrichtungen anzulegen. "Wir dürfen die Menschen nicht schröpfen, die darauf angewiesen sind."

Das sind weitere Schwerpunkte

Um Kinderthemen will sich die Mutter zweier Jugendlichen kümmern. "Ich weiß, was junge Menschen umtreibt." Kinderbetreuung und Schulen sowie bezahlbarer Wohnraum zählt für Jasmin Ellsässer ebenso zu Themenschwerpunkte. Dem Nahverkehr will sie sich zuwenden. Und: "Die Umwelt ist mir verdammt wichtig." Sie betont: "Wir sind verpflichtet, unseren Kindern etwas Gutes zu hinterlassen."

Dem Ersatzkandidaten ist der Klimaschutz wichtig

Das ist auch Janne Rotter, der das Abitur am Friedrichshaller Friedrich-von-Alberti-Gymnasium gemacht hat, wichtig. "An dem Thema Klimaschutz kommt man nicht vorbei." Der öffentliche Personenennahverkehr ist ihm ebenfalls ein Anliegen. Jetzt hat er den Führerschein, aber ohne sei er nicht aus Höchstberg weggekommen. Er kritisiert, dass Straßen gebaut würden, während der ÖPNV brachliege.


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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