Kocher-Jagst-Radweg: Radler sollen sicher die Landesstraße queren

Möckmühl  Eine Engstelle auf dem beliebten Kocher-Jagst-Radweg bei Züttlingen soll verschwinden. Für 220.000 Euro soll die Trasse unter eine Brücke verlegt werden. Es gibt aber Zweifel an den Kosten.

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Warten ist angesagt: Das Bild soll der Vergangenheit angehören. Der Gemeinderat stimmte zu, den Radweg bei Züttlingen unter der Landesstraße hindurchzuführen.

Foto: Simon Gajer

Eine Engstelle auf dem beliebten Kocher-Jagst-Radweg soll verschwinden. Der Gemeinderat Möckmühl hat zugestimmt, dass beim Stadtteil Züttlingen die Trasse unter die bestehende Brücke verlegt wird. Bislang müssen Radler die Landesstraße queren.

Bürgermeister Ulrich Stammer ist seit Jahren an dem Thema dran. Erwachsene könnten ja noch einigermaßen problemlos die Landesstraße passieren, für Kinder aber werde es knifflig, sagte er in der Sitzung des Gemeinderats. Die Kreuzung bezeichnete der Rathauschef sogar als Gefahrenstelle, die nun entschärft werden soll.

An einer anderen Stelle läuft es ähnlich

Untergriesheim macht es vor: Auch beim Bad Friedrichshaller Stadtteil können Ausflügler die Landesstraße passieren, ohne auf den Verkehr achten zu müssen. Der Radweg führt unweit der Jagst unter der Landesstraße hindurch. Ähnliches ist auch für Züttlingen vorgesehen, wo die Trasse ebenfalls unter die Jagst-Querung kommen soll. Das Projekt will die Stadt umsetzen, und sie rechnet mit Ausgaben von 220.000 Euro. Allerdings geht das Möckmühler Rathaus zugleich davon aus, dass es Geld vom Land gibt. Das Regierungspräsidium in Stuttgart hat die Verlegung des Radwegs in ein spezielles Förderprogramm aufgenommen.

Die Stelle hat es in sich: Die Querung der Landesstraße gilt als sehr gefährlich. Die Sicht für die Radler wird als völlig unzureichend beschrieben. Diese Einschätzung hatte das Ingenieurbüro Kehle aus Neudenau im Vorfeld der Sitzung in einem sogenannten Erläuterungsbericht gegeben. Den derzeitigen Plänen zufolge soll die Fahrbahn unter der Brücke eine Breite von drei Metern haben.

Die Stadt muss Flächen kaufen

Die Stadt muss auch Flächen kaufen. In seinen Berechnungen geht das Ingenieurbüro davon aus, dass sich der Grunderwerb auf 1000 Euro beläuft. Der größte einzelne Kostenblock ist "konstruktiver Ingenieurbau", bei dem mit fast 57.000 Euro gerechnet wird. Für "Erdbau, Bodenerkundung und Entsorgung" sind es fast 51.000 Euro, der Oberbau kommt laut der vorliegenden Zahlen auf 43.000 Euro.

An den Zahlen zweifelt Grünen-Stadtrat Frank Herzberg. "Das sieht auf der Planung gut aus." Allerdings gebe es dort ein Gefälle, was zu anderen Kosten führen dürfte. Ingenieur Jochen Meckes sicherte zu, das noch einmal zu prüfen. "Die Kosten müssten aber passen." Das sah Bürgermeister Stammer genauso. Wenn das Büro etwas plane, würden der Ausgabenrahmen eingehalten.

Dort wird aber keine offizielle Badestelle ausgewiesen

SPD-Stadtrat Stefan Vachaja hakte zur Breite nach, denn seines Wissens nach werden vom Land nur Rad-Projekte bis zu einer Breite von zwei Metern gefördert. Für Heiko Gieser (FWV) ist die Stelle idyllisch.

"Wir werten den Platz auf", freute er sich. Zugleich hatte er die Hoffnung, dass man im Atemzug mit dem Ausbau dafür sorgen könne, dass man dort weiterhin in der Jagst baden könne. Bürgermeister Ulrich Stammer lehnt dies allerdings ab. Die Stadt dürfe keine Anreize zum Baden schaffen, sonst müsse sie auch für die Sicherheit sorgen der Schwimmer sorgen. "Ich will nicht dem Staatsanwalt begegnen", sagte er.

Das sind weitere Projekte, die vom Land bezuschusst werden

Im Landesprogramm, auf das Möckmühl für die Maßnahme setzt, sind weitere Vorhaben aus dem nördlichen Landkreis enthalten: Dazu gehört, dass in Neckarsulm Fahrradboxen am Bahnhof aufgestellt werden und dass die sogenannte "städtische Hauptroute 1" auf Vordermann gebracht wird. Über die Heilbronner Straße läuft die Radverbindung Amorbach, Kernstadt und Heilbronn.

In Bad Wimpfen gehören der Ausbau und die Verbesserung des Rad- und Gehwegs vom Neckarradweg über den Bahnhof zur Hauptstraße zum Zuschussprogramm. Nach Neudenau floss Geld, um die Stützmauer entlang der Landesstraße zu sanieren und dabei den Gehweg zu verbreitern.


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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