Kein Gastronom für neues Wohn- und Geschäftshaus in Bad Friedrichshall

Bad Friedrichshall  Die Projektentwickler für das neue Wohn- und Geschäftshaus in der Friedrichshaller Straße in Bad Friedrichshall haben vergeblich einen Gastronomen gesucht. Im Herbst eröffnet dort stattdessen ein Radiologe eine Praxis.

Von Stefanie Pfäffle
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Im ursprünglichen Gastraum werden derzeit Wände für eine Praxis eingezogen. Sieglinde Doebelin und Jacek Mrzyglod finden das selbst schade.

Foto: Stefanie Pfäffle

Sieglinde Doebelin, Geschäftsführerin der db-Wohn- und Immobilien GmbH, und Jacek Mrzyglod, Geschäftsführer der Nachfolgefirma db-Wohnbau, stehen inmitten einer Baustelle im Erdgeschoss des neuen Wohn- und Geschäftshauses in der Friedrichshaller Straße in Bad Friedrichshall. Ursprünglich sollte hier ein Restaurant reinkommen. "Wir haben uns wirklich bemüht, aber einfach keinen gefunden", bedauert Doebelin. Jetzt wird es daher eine radiologische Praxis.

Den Vorwurf aus dem Gemeinderat, dass sie quasi vertragsbrüchig wurde, weil trotz "klarer Vorgabe" eben kein Restaurant hier eröffnet, will die Geschäftsführerin so nicht stehen lassen. "Wir sind zuverlässig und stehen zu unserem Wort." Dass es nun anders kommt als geplant, habe nicht am mangelnden Einsatz gelegen.

Hoffnung beim Spatenstich

Im April 2017 stimmt der Gemeinderat dem Nutzungskonzept des Wohn- und Geschäftshauses zu. Dieses sieht neben Wohnungen auch Ladenfläche für Textiler, Arztpraxen und ein italienisches Restaurant vor. Beim Spatenstich im Oktober 2018 war man noch voller Hoffnung, dass alles funktioniert. "Wir hatten einen italienischen Investor, für den wir alles genauso geplant haben, wie er es wollte, der auch einen eigenen Innenarchitekten hinzugezogen hat", sagt Mrzyglod.

Doch als es an die Finanzierung ging, stellten sich die Pläne als nicht realisierbar heraus - der Investor bekam nicht das nötige Geld von der Bank. Anfang 2018 kam die Absage.

Ideen für 320 Quadratmeter

Daraufhin habe man sich ordentlich ins Zeug gelegt, um einen anderen Gastronom für die knapp 320 Quadratmeter Innenfläche plus Außenbereich zu finden. "Wir hatten sicher zu 15 verschiedenen Kontakt, sowohl regionale als auch aus Frankfurt und Mannheim", sagt Mrzyglod. Einer wollte ein gesundheitsbewusstes Konzept verwirklichen in Richtung Ayurveda, ein anderer ein Brauhaus eröffnen, der nächste ein Schnitzelhaus. Man sei auch Hinweisen von Gemeinderäten nachgegangen. "Wir wären ihnen sogar entgegen gekommen, hätten die Einrichtung übernommen und vermietet, statt zu verkaufen", so Mrzyglod. Doch jedes Mal wollten die Banken nicht mitgehen.

Etwas Sicherheit brauche man als Entwickler aber auch, denn wenn man 500.000 Euro in die Einrichtung investiert, der Laden aber nach zwei Jahren wieder zumacht, stehe man am Ende mit einer Spielhölle da. Die Probleme bei der Suche habe man dem Gemeinderat immer wieder kommuniziert.

Drei Praxen

Dann kam die Anfrage des Radiologen und schlussendlich habe man sich dafür entschieden. "Das Objekt muss ja auch mal fertig werden." Da war es mit der Gastronomie. "Aber es lag sicher nicht daran, dass wir nicht wollten." Die Eröffnung der radiologischen Praxis, die dann Augenarzt und Orthopäden ergänzt, ist für Herbst geplant.


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