Jugendlichen dabei helfen, Potenziale zu entfalten

Heilbronn  Die Akademie für Innovative Bildung und Management in Heilbronn (aim) bringt sich erstmals im bundesweiten Förderprogramm der Start-Stiftung ein. Im Herbst werden 20 Stipendiaten aufgenommen.

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Setzen auf Bildung und Förderung: Tatjana Linke, aim-Geschäftsführerin, und Mohamed El Haddadi, Landeskoordinator Start-Stipendienprogramm.

Foto: Simon Gajer

Das erklärte Ziel des dreijährigen, außerschulischen Förderprogramms ist es, Werte und Kompetenzen zu vermitteln, um die Gesellschaft und die Demokratie mitzugestalten. Die Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die an Start teilnehmen, sind engagiert. Das weiß Mohamed El Haddadi, Landeskoordinator des Start-Stipendienprogramms. Unter den Realschülern, Gymnasiasten oder Gemeinschaftsschülern ist ein Teilnehmer, der sich für ältere Mitbürger einsetzt. Ein Stipendiat unterrichtet Deutsch in einer Asylbewerberunterkunft.

Tatjana Linke will mit dem Programm dieses ehrenamtliche Engagement stärken. "Die Stipendiaten sollen andere unterstützen", sagt die aim-Geschäftsführerin. Man wolle zeigen, dass man Dinge beeinflussen kann.

Start sieht sich als Lautsprecher der Teilnehmer

Das Programm ist vielschichtig. Mohamed El Haddadi kennt es, war selbst Start-Stipendiat. "Wir wollen mit Start auch ein Lautsprecher sein für die Stipendiaten." Er setzt viel auf das Netzwerk, das die Teilnehmer deutschlandweit knüpfen können. Seine engsten Freunde seien so wie er Start-Stipendiaten gewesen.

"Bei Start bieten wir jungen Talenten, die Verantwortung für die eigene Zukunft übernehmen wollen, Räume des Wachstums und der Entfaltung", zitiert eine Broschüre den Start-Stiftung-Geschäftsführer Michael Okrob. "In unserem Land schlummert eine enorme Talentreserve, und es ist allerhöchste Zeit, dass wir sie gemeinsam mobilisieren." Start sei davon überzeugt, dass die Erfahrung, sich in mehreren kulturellen Kontexten zurechtzufinden, eine besondere Ressource darstelle, so Michael Okrob. Start sei eine Talentschmiede.

aim-Chefin spricht von bemerkenswerten jungen Leuten

Bei der aim in Heilbronn sieht das Tatjana Linke genauso. "Es gibt bemerkenswerte junge Leute." Die wolle man unterstützen, damit sie ihre Potenziale besser entfalten können. "Es ist toll zu sehen, wie sich die Jugendlichen entwickeln", betont Mohamed El Haddadi.

Das dreijährige Programm, das sich an Schüler ab 15 Jahren mit Migrationshintergrund richtet, bietet in Heilbronn und deutschlandweit Veranstaltungen an. In der Region geht es in einem Seminar um Friedensbildung auch an den Schulen, sagen Tatjana Linke und Mohamed El Haddadi. Mit Vorurteilen beschäftigen sich die Stipendiaten ebenfalls.

Die aim setzt nicht nur mit Start bei Jugendlichen an. Es gibt auch das Förderprogramm Studienkompass, das Jugendliche aus Elternhäusern ohne akademischen Hintergrund in den letzten Schuljahren und zu Beginn der Hochschule begleitet. Letztendlich profitiert durch Bildung auch die Gesellschaft. Tatjana Linke sagt: "Ohne Bildung wird"s nichts mit der Demokratie."


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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