In Kinderferienprogrammen sind teilweise noch Plätze frei

Region  Der Zuspruch zum Kinderferienprogramm ist im nördlichen Landkreis Heilbronn sehr unterschiedlich. Welche Gemeinden es trotz Corona geschafft haben, ein Freizeitprogramm für Kinder anzubieten? Wir geben einen Überblick.

Von Stefanie Pfäffle
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Beim Kinderferienprogramm "Beatboxen und Schablonen-Grafitti" im Neckarsulmer Gleis 3 lernen die Jungs und Mädchen zwei ganz unterschiedliche Dinge.

Foto: Pfäffle

Am Ende ging alles dann doch wieder ganz schnell. Die Sommerferien sind da und damit jede Menge Freizeit für den Nachwuchs, der unterhalten, betreut und bespaßt werden will. Dazu gibt es in normalen Jahren in den Kommunen das Kinderferienprogramm. Mit Corona im Gepäck bieten es nicht alle Gemeinden im nördlichen Landkreis an, aber einige haben es doch geschafft, verschiedene Veranstaltungen zusammenzustellen. Die Nachfrage danach ist ganz unterschiedlich.

In Neckarsulm und Neuenstadt ist gar kein großer Einbruch festzustellen

In normalen Jahren stehen den Kindern im Ferienprogramm von Neuenstadt um die 40 Punkte zur Auswahl. "Dieses Jahr sind es 31, davon ein paar doppelte, so dass es vielleicht 20 Prozent weniger sind", rechnet Sarah Schoch vom Rathaus hoch. Statt wie im vergangenen Jahr 180 Kinder haben sich diesmal 140 angemeldet.

"Man hat schon gemerkt, dass die Eltern Bedarf haben und die Kinder sich freuen, was unternehmen zu können." Zwar gibt es Veranstaltungen, die nicht ganz voll sind, eine Nachmeldung ist aber nicht mehr möglich, da Listen und Bezahlung bereits abgeschlossen sind. "Wir hatten noch einen Aushang, aber die Kinder wissen eigentlich, was sie wollen und was eben nicht."

In Neckarsulm werden 37 statt 46 Programmpunkte (2019) angeboten, für die sich 336 Kinder angemeldet haben. "Im Vergleich zu 2018 ist das nur ein relativ geringer Rückgang", betont Pressesprecher Andreas Bracht. Es gibt auch noch freie Plätze, die jederzeit aktuell auf der Internetseite neckarsulm.feripro.de zu finden sind. Das reicht von Spurensuche im Mittelalter bis zu Sport ohne Grenzen.

In Langenbrettach gibt es kein Kinderferienprogramm, aber dafür die Mühlenfreizeit

In Langenbrettach findet nach Absprache mit den Vereinen kein Kinderferienprogramm statt. "Die taten sich schwer, mal eben neue Konzepte nach den ganzen Vorschriften aus dem Hut zu zaubern, deswegen setzen wir auf unsere Mühlenfreizeit", erklärt Sabine Sander von der Verwaltung. Das ist ein Angebot für Grundschüler, das am kommenden Montag startet und täglich von 7.30 bis 14.30 Uhr stattfindet.

Bisher fand die Freizeit immer auf der Mühlwiese, dem Spielplatz und dem angrenzenden Pfarrgarten statt. Um die Hygienevorgaben einhalten zu können, wird dieses Mal in den Räumen der Kernzeitbetreuung in Brettach gespielt. "So haben die Eltern was Beständiges", hebt Sander hervor. 20 Kinder sind angemeldet. Wer kurzfristig dazu will, kann noch untergebracht werden. Interessenten melden sich einfach auf dem Rathaus.

In Untereisesheim ist der Zuspruch gering - dabei sind sogar Ausflüge möglich

Das gilt auch für Untereisesheimer Kinder und Jugendliche, die doch noch Lust auf Ferienspaß haben. In normalen Jahren umfasst das Programm etwa 20 Veranstaltungen, dieses Mal sind es 15 inklusive Dopplungen, damit mehr Kinder dasselbe machen können. "Der Zuspruch ist erstaunlicherweise nicht so groß", bedauert Andrea Walderich, die in der Verwaltung zuständig ist. Sonst melden sich im Schnitt 100 verschiedene Kinder an - diesmal waren es nur 39.

Eine richtige Erklärung dafür hat sie nicht, denn auch wenn es kein gedrucktes Programmheft gibt, um flexibler reagieren zu können, wurde das Angebot doch über viele Kanäle bekannt gemacht.

Freie Plätze gibt es zum Beispiel noch bei den Kleintierzüchtern am 10. August (Klasse eins bis vier) oder bei "Wer hat Angst vorm Grüffelo?" von der Bücherei am 26. August (drei bis fünf Jahre). "Bei den Älteren ab 14 Jahren ist es immer etwas schwieriger, aber der Jugendtreff organisiert Ausflüge zum Escape Room am 25. August und zum 3D-Schwarzlicht-Minigolf am 19. August, da ist noch viel Platz."

Offenau geht einen ganz anderen Weg

Offenau hatte sich nach eingängiger Beratung gegen ein Kinderferienprogramm entschieden. "Wir hatten gesagt, wir investieren das Budget stattdessen in eine weitere Woche Ferienbetreuung", erklärt Sonja Schumm, Leiterin Fachbereich Bürgerservice. Diese wird immer in der letzten Ferienwoche angeboten und sollte nun durch die erste Woche ergänzt werden. Allerdings wurden für diese ersten Augusttage nur fünf Kinder angemeldet, zehn wäre die Mindestzahl gewesen, so dass das Angebot nun nicht stattfindet.


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