Großprojekte in Neckarsulm kommen voran

Neckarsulm  Der Gemeinderat Neckarsulm hat sich mit Investitionen in Bildung und Betreuung befasst. Die Hermann-Greiner-Realschule wird saniert und erhält eine größere Mensa. Außerdem soll in Amorbach eine Kita gebaut werden.

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Die Stadt Neckarsulm steckt mehrere Millionen Euro in die Hermann-Greiner-Realschule. Die Kosten steigen, der Gemeinderat gab dem weiteren Verlauf trotzdem grünes Licht.

Foto: Ralf Seidel

Bildung und Betreuung sind auch in Neckarsulm zwei Themen, zu denen sich der Gemeinderat klar bekennt. Einmal mehr hat sich das Gremium nun mit Großprojekten befasst.

Die Hermann-Greiner-Realschule wird umfassend saniert. Waren alle zu Beginn mit Kosten in Höhe von 13,8 Millionen Euro ausgegangen, ist bei der aktuellen Planung von 18,1 Millionen Euro die Rede. Dabei dürfte es aber nicht bleiben, deutete Oberbürgermeister Steffen Hertwig in der Sitzung an. Auch 20 Millionen Euro sind offenbar für ihn denkbar.

OB rechnet mit 20 Millionen Euro

Mehrere Gründe führten nach Angaben der Stadtverwaltung dazu, dass die Ausgaben steigen. Zum einen die derzeit häufig üblichen Steigerungen bei den Ausschreibungen. Zu den wesentlichen Faktoren, so heißt es in der Beschlussvorlage an die Stadträte, gehören außerdem: die Vergrößerung der Mensa, der Ausbau der Medientechnik, die Amokprävention und der erheblich umfangreichere Ausbau der EDV. Außerdem sei die Bausubstanz bei der Umsetzung der Maßnahme deutlich inhomogener gewesen als bei der Planung beziehungsweise nach Voruntersuchungen angenommen, das betont das Rathaus.

Mit dem Planungsbüro ist die Stadt nicht glücklich, wie den Beratungsunterlagen zu entnehmen ist. Das Planungsbüro sei mit seiner "vertraglich zu erbringenden Planung und der zugehörigen Kostenberechnung massiv im Rückstand". Es sehe sich nicht in der Lage, diese Leistungen bis zu einem zeitlich noch akzeptablen Termin abzuschließen. Weiter schreibt das Rathaus: Um das Ziel der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts bis Ende 2022 halten zu können, müsse reagiert werden.

Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, dass die Verwaltung für den zweiten Bauabschnitt geeignete Büros ins Boot holen kann. Für die Bauabschnitte 3 bis 5 sollen außerdem europaweit Experten gefunden werden, um unter anderem Leistungen wie Projektsteuerung oder Architektur durchzuführen. CDU-Stadtrat Eberhard Jochim bekannte sich zum weiteren Vorgehen bei diesem Großprojekt in Neckarsulm. "Wir haben keine andere Wahl." Er bat aber zugleich die Verwaltung, die Kosten im Auge zu behalten.

Die Kita in Amorbach steht

Die Stadt hat im Stadtteil Amorbach auf dem ehemaligen Gelände des Tennisclubs eine provisorische Kita errichtet. Sie soll so lange betrieben werden, bis ein endgültiger Standort gefunden wurde. Die Kita ging kürzlich in Betrieb. Nun hat sich der Gemeinderat mit den Kosten befasst. Im Haushalt stehen vier Millionen Euro zur Verfügung, nun liegt der Preis bei 4,8 Millionen Euro. Eine Überraschung ist das aber nicht.

Als sich der Gemeinderat mit dem Projekt befasst hatte, war vieles aber noch offen, erinnerte Hochbauamtsleiter Patrick Rickenbrot. Unklar war zunächst, nach welchem Ausführungsstandard gebaut wird. Auch wollte sich das Rathaus nicht festlegen, ob die Anlage gemietet oder gekauft wird. Im Baubeschluss war deshalb die Preisspanne zwischen 3,1 und 5,3 Millionen Euro genannt. In der Beschlussvorlage an die Stadträte heißt es nun: "Bei der Vergabe der Modulraumanlage wurden die Gesamtkosten der Kostenberechnung auf 5,3 Millionen Euro beziffert." Allerdings sei bereits absehbar gewesen, dass der Kostenansatz nach den nun festgelegten Eckpunkten zu hoch war. Als aber der Haushalt der Stadt aufgestellt worden war, "waren die konkreten Kosten noch nicht bekannt". Deshalb sei mit vier Millionen Euro gerechnet worden.

Auch um das Deutsches Zweirad- und NSU-Museum ging es. Teile der Heizung sollen für fast 84.000 Euro erneuert werden. Die Umgestaltung des Eingangsbereichs kostete fast 575.000 Euro.


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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