Genossenschaft stärkt Wohnungsbau in Neckarsulm und Heilbronn

Neckarsulm/Heilbronn  Die Heimstättengemeinschaft Neckarsulm/Heilbronn investiert in Neubau und die Sanierung des Bestands. Es laufen Gespräche, um in Kommunen neue Mietshäuser zu errichten.

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Die Reihenhäuser gehören der Heimstättengemeinschaft und werden in den nächsten Monaten für 1,5 Millionen Euro saniert.

Foto: Simon Gajer

Die Heimstättengemeinschaft Neckarsulm/Heilbronn besinnt sich auf ihr Kerngeschäft. Das sagen der Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Heinz Ullrich und der geschäftsführende Vorstand Sven Wöpe nach der jüngsten Mitgliederversammlung der Genossenschaft.

"Wir legen den Fokus wieder stärker auf den Mietwohnungsbau", betont Karl-Heinz Ullrich. Zuletzt hatte das Unternehmen mit zwei Neubauprojekte in Neckarsulm-Amorbach für Aufsehen gesorgt. Dort liegt der Mietpreis je Quadratmeter bei rund acht Euro. Ähnliche Gebäude werden nun in Heilbronn errichtet. Weitere Kommunen interessieren sich für den genossenschaftlichen Wohnungsbau mit Sitz in Neckarsulm.

Miete von maximal zehn Euro je Quadratmeter sind für Heilbronn das Ziel

Die Genossenschaft will keine exorbitante Rendite erzielen, doch die acht Euro wie in Amorbach werden es in den beiden Heilbronner Neubauprojekten nicht werden. Dort müssen bestehende Immobilien abgerissen werden, der Untergrund macht außerdem zu schaffen. Zischen neun und zehn Euro, "maximal", werde der Mietpreis je Quadratmeter liegen, betont Vorstand Sven Wöpe. Die Nebenkosten seien wegen des Ausbaustandards ebenfalls niedrig. Er rechnet mit 300 bis 400 Euro pro Jahr. "Wir gehen davon aus, dass wir deutlich unter dem Mietspiegel liegen werden", ergänzt Karl-Heinz Ullrich.

Wo die Genossenschaft auftritt, kann das den freien Immobilienmarkt dämpfen. Ein Beispiel dafür ist das direkte Umfeld des Unternehmens. In Neckarsulm gibt es laut Ullrich keine Neubauobjekte mit Mieten unter zwölf Euro. Günstiger ist es bei der Heimstättengemeinschaft, und das spricht sich unter Singles und Familien herum, die eine Wohnung suchen. Fünf bis sechs Anfragen gibt es - täglich. Auch die Kommunalpolitik wissen die Genossenschaft zu schätzen.

Rathauschefs gehen auf das Unternehmen zu

Unter Rathauschefs umliegender Städte und Gemeinden hat sich das Engagement herumgesprochen. "Bürgermeister suchen das direkte Gespräch mit der Genossenschaft", sagt Sven Wöpe. Sie wüssten, dass ihre Kommunen tätig werden müssen. Mit Details hält sich die Führung der Heimstättengemeinschaft zurück. Der Vorstand sagt aber, dass es den Wunsch der öffentlichen Hand gibt, günstigen Wohnraum zu schaffen. "Wir sind dran", sagt auch der Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Heinz Ullrich. Gespräche laufen. In einem Fall müsse nur noch ein Gremium informiert werden.

Die Genossenschaft will in den nächsten Jahren in großem Stil investieren. Das Unternehmen geht im kommenden Jahr von einem geplanten Neubauvolumen von 5,3 Millionen Euro aus. Dabei bleibt es nicht. Die Heimstättengemeinschaft bringt den Bestand voran. Mit 1,5 Millionen Euro werden Reihenhäuser in der Viktorshöhe grundlegend saniert. Die Außenhülle bleibt, innen wird sich alles ändern. Die Häuser können im Anschluss daran bedarfsgerecht vermietet werden. Eine Teil kann als Ganzes mit 154 Quadratmeter auf den Markt kommen, oder die drei Etagen werden getrennt vermarktet. Die Heimstättengemeinschaft rechnet mit einem Zuschuss von bis zu 500.000 Euro.

Im Winter wird ein Gebäude saniert

Mit einem Objekt soll es im Winter losgehen. Weitere Anwesen der Genossenschaft, die ebenfalls in der Viktorshöhe liegen, können folgen. Oft wohnen Mieter allerdings seit mehreren Jahrzehnten in den Gebäuden, und sie trennen sich nur schwer vom Umfeld. Aufsichtsrat und Vorstand hoffen, dass das erste umgebaute Objekt zur Initialzündung wird. Damit wollen sie unter den Mietern werben, damit die eher bereit sind, ihr angestammtes Gebäude während des Umbaus zu verlassen.


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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