Freibäder aus der Region ziehen erstes Fazit zur Saison

Region  Eintrittskarten übers Internet, Zeitfenster zum Baden und beschränkte Besucherzahlen. Die Freibad-Saison in diesem Jahr begann mit einem Sprung ins kalte Wasser und war von Auflagen und Hygieneregeln dominiert. So langsam neigt sich der Sommer dem Ende.

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Die Saison ist für das Freibad in Weinsberg zu Ende: Bademeister Ronny Pätsch (links) und Oliver Mayer (rechts) bereiten das Bad für die Einwinterung vor und demontieren Schilder.

Fotos: Ralf Seidel

Viele Freibäder, so auch das in Weinsberg, haben seit Montag, 14. September geschlossen. Bademeister Ronny Pätsch zieht ein erstes Fazit und ist "den Umständen entsprechend sehr zufrieden". Die Auflagen seien von den Badegästen gut angenommen worden. "Viele waren in erster Linie froh, dass wir trotz Corona geöffnet hatten und sie baden gehen konnten."

Eine Hürde, insbesondere für ältere Menschen, sei das Buchungsverfahren der Eintrittskarten gewesen. "Online-Reservierungen sind nicht für jedermann etwas", räumt Ronny Pätsch ein. Aus diesem Grund wurde im Weinsberger Tui Reisecenter eine Vorverkaufsstelle eingerichtet.

Positiv geäußert haben sich die Badegäste laut Ronny Pätsch über die Ruhe. "Klar, die Akustik bei 400 Menschen ist eine ganz andere als bei 2000." Ein weiterer Pluspunkt: Wegen der beschränkten Tickets habe es auch immer genügend Parkmöglichkeiten oder schattige Plätze auf der Liegeweise gegeben. Mit Blick auf die nächste Saison äußert sich Ronny Pätsch vorsichtig: "Ich glaube nicht, dass alles wieder normal sein wird, jetzt müssen wir erstmal abwarten." Das Freibad in Unterguppenbach hat noch bis 4. Oktober geöffnet, „sofern das Wetter mitmacht“, hieß es auf Nachfrage unserer Zeitung.

Beschränkte Besucherzahl hat auch Vorteile

Im Freibad in Leingarten stießen laut Bademeisterin Rebecca Förster die Einschränkungen bei den Badegästen teilweise auf Unverständnis. "Es gab einige Diskussionen über die gesperrte Rutsche oder das Ansammlungsverbot am Beckenrand. Das war anstrengend." Im Großen und Ganzen seien solche Tage aber die Ausnahme gewesen. In Neudenau ist Berthold Oßner, Vorstand der Freibadfreunde Neudenau, "im Großen und Ganzen zufrieden". Während der Saison musste er die maximal zulässige Besucherzahl von 500 auf 400 reduzieren. "Alles andere wäre nicht mehr vertretbar gewesen. Die Badegäste hielten nicht immer ausreichend Abstand untereinander."

 

 

Nicht immer an Abstand gehalten

Freibäder aus der region ziehen erstes Fazit über die Saison

Das Heilbronner Freibad Neckarhalde hat noch geöffnet.

Oßner habe oft einschreiten und darauf aufmerksam machen müssen. Auch wenn das Freibad seit Montag, 14. September geschlossen hat, ist für den Vorstand an eine Verschnaufpause noch nicht zu denken: "Jetzt bringen wir erstmal das Bad auf Vordermann und machen es winterfest."

Das Imre-Gutyan-Freibad in Gemmingen hat noch eine Woche geöffnet. Zugang haben nur jene Badegäste, die im Besitz einer Jahreskarte sind, erklärt Bademeister Patrick Mach. "Tageskarten standen diesmal nicht zur Option." Auch wenn diese Regel für einige Beschwerden gesorgt hat, habe sich das Konzept dennoch bewährt. "Es lief alles sehr harmonisch ab, keiner musste am Beckenrand Schlange stehen", fasst der 33-Jährige seine Erfahrungen zusammen. "Darüber waren die Badegäste mehr als begeistert."

Heilbronner Freibad Gesundbrunnen hat noch offen

In Heilbronn haben das Freibad Gesundbrunnen und Kirchhausen seit Montag geschlossen. In der Neckarhalde kann noch bis Ende des Monats geplantscht werden, erzählt Ursula Stiefken von der Bäderleitung der Stadtwerke Heilbronn. Um über finanzielle Auswirkungen zu sprechen, sei es noch zu früh. Fest steht: "Wirtschaftlich war das nichts."


Lisa Könnecke

Lisa Könnecke

Volontärin

Lisa Könnecke arbeitet seit Februar 2020 als Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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