Erlenbacher "Wild Dancers" werden Fünfter im Männerballett-Turnier

Erlenbach  Die neunköpfige Tanzgruppe aus Erlenbach hat sich den fünften Platz beim Turnier des Bundesverbands Deutscher Männerballette ertanzt. Ein Tanzturnier unter Corona-Bedingungen, wie das funktionieren kann, zeigen die Wild Dancers hier.

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2019 gewannen die Wild Dancers aus Erlenbach den Buga-Slam, dieses Jahr ertanzte sich die Gruppe den fünften Platz beim Männerballett-Turnier.

Foto: privat

Nach ihrem Sieg beim Buga-Slam wollten es die Wild Dancers noch einmal wissen: Als eine von 17 nahm die neunköpfige Tanzgruppe aus Erlenbach am deutschlandweiten Männerballettturnier "So tanzt Man(n)" des Bundesverbands teil. Wegen Corona fand der Wettbewerb zwar nur über Video statt, trotzdem ertanzten sich die Erlenbacher den fünften Platz.

Es ist der Spaß am Tanzen, der die Männertruppe 2015 zusammenbringt und ein Jahr später die Wild Dancers gründen lässt. Inzwischen ist der Verein 66 Mitglieder stark. Darunter neun Tänzer, die restlichen Mitglieder kümmern sich um Outfits, Schminke und Organisation. Die Männer im Alter zwischen 25 und 58 Jahre trainieren regelmäßig sonntags ihre Choreographien, mit denen sie auf Hochzeiten, Geburtstagen und an Karneval die Bühnen in der Region rocken.

Tanzeinlage als Videobeitrag

Mit der Teilnahme am deutschlandweiten Männerballett-Turnier wollen die bewegungsfreudigen Männer zeigen, was sie drauf haben. Wegen Corona findet die Veranstaltung allerdings online statt. Der vierminütige Tanz muss zuvor als Videobeitrag eingesandt werden. Weil den Wild Dancers kein geeignetes Video ihrer Auftritte vorliegt, das auch die Anforderung erfüllt, dass stets alle Mitglieder im Bild sind, entscheidet die Gruppe kurzerhand, eines aufzunehmen. Die Kulisse ist dabei ein Parkhaus in Neckarsulm. Die Choreographie hat Trainer Nicolai Sauselen zusammengestellt. "Inspiriert haben mich Musikvideos, Filme und Tik Tok, ein Videoportal."

Drohne und Nebelmaschine

Wegen der Hygiene-Richtlinien verzichtet die Gruppe komplett auf Akrobatik und Hebefiguren. Stattdessen kommt eine Nebelmaschine zum Einsatz. Mit Drohne und einem kleinen Kamerateam filmen sie ihren Tanz zum Hit von Michael Jackson "Beat it" und den Imagine Dragons "Whatever it takes". Fünf Stunden lang tanzen sie immer wieder die verschiedenen Sequenzen. "Den Tanz so oft zu wiederholen, bis alles passt, das war schon sehr anstrengend. Am Ende waren wir wirklich aus der Puste", berichtet Sauselen.

Am offiziellen Turnier-Tag treffen sich die Wild Dancers in einem Besen in Neckarsulm. Über eine Leinwand verfolgen sie das Turnier. Die Videobeiträge werden nach und nach eingespielt, erinnert sich Sauselen. Das Niveau der Gruppen ist hoch.

Eine Punktevergabe wie beim Eurovision Song Contest

Anschließend werden von Jury, Zuschauern und den Gruppen die Punkte verteilt. Bewertet wird unter anderem Synchronität, Kreativität und Video-Schnitt. "Die Punktevergabe hatte schon etwas vom Eurovision Song Contest", berichtet der 29-Jährige. Die Gruppe kann rasch viele Punkte sammeln, erreicht so kurzzeitig sogar den dritten Platz. Am Ende reicht es für den fünften Rang. Doch für nächstes Jahr steht eines bereits fest: "Die Wild Dancers treten wieder an", so Nicolai Sauselen.


Kirsi-Fee Rexin

Kirsi-Fee Rexin

Autorin

Kirsi-Fee Rexin begann im Jahr 2014 ein Volontariat bei der Heilbronner Stimme. Seit 2016 ist sie als Redakteurin im Ressort Landkreis hauptsächlich für Kommunen im nördlichen Landkreis zuständig.

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