Freilichtspiele Neuenstadt: Eine Saison, die keiner wiederholen möchte

Neuenstadt  Die Spielzeit 2021 der Freilichtspiele Neuenstadt unter Corona-Bedingungen kam gut an. Am vergangenen Wochenende ging sie nun zu Ende. Der Verein wünscht sich für kommende Saison wieder Normalbetrieb.

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Viel Aufwand bedeutete die Kontrolle der Hygienebestimmungen für die Ehrenamtlichen an den sieben Theater-Wochenenden.

Der Zuspruch und die Dankbarkeit der Zuschauer war enorm, und trotzdem möchte bei den Freilichtspielen Neuenstadt niemand mehr eine solche Saison erleben, wie in diesem Sommer. Am vergangenen Wochenende ging die Spielzeit 2021 zu Ende und Vorstandssprecher Andreas Großkopf zieht zwiegespalten Bilanz. "Wir sind froh, dass wir es machen durften", betont er. Der Aufwand sei aber riesig und das Drumherum viel anstrengender gewesen als bei Vorstellungen mit 840 Zuschauern pro Abend. Aufgrund der Corona-Situation waren die Plätze dieses Jahr auf 200 begrenzt.

4170 Zuschauer und ein fünfstelliger Abmangel

Legt man diese Zahl zugrunde, lag die Auslastung mit insgesamt 4170 Zuschauern, die das Stück "Boeing Boeing" gesehen haben, bei rund 85 Prozent, rechnet Großkopf vor. Der Abmangel werde im mittleren fünfstelligen Bereich liegen. Verglichen mit früheren Jahren, in denen bis zu 20 000 Besucher pro Spielzeit kamen, seien das natürlich sehr schlechte Werte.

 

Auf die Zahlen kam es den Freilichtspielen dieses Jahr aber nicht an, auch wenn die Verluste natürlich wehtun, so Großkopf. Alle Beteiligten wollten aber vor allem den treuen Zuschauern etwas bieten und auch die Gemeinschaft im Verein nach den vielen Monaten Lockdown wieder aufleben lassen. Das sei gelungen. "Die Stimmung im Team war gut", sagt der Vorstandssprecher. Alle seien stolz, dass man es trotz aller Schwierigkeiten hinbekommen habe.

Die größte Herausforderung, auch finanziell, war das Hygienekonzept für die Proben, den Bühnenbau und letztlich die Vorstellungsabende. Die Zuschauer hätten den Aufwand zum Großteil aber honoriert, berichtet Großkopf. Auch wenn es mit einzelnen Personen massive Diskussionen wegen der Maskenpflicht gegeben habe. Dass die Freilichtspiele bis zum Schluss an den drei Gs - getestet, geimpft oder genesen- festgehalten haben, war für manche ebenfalls unverständlich. Großkopf erklärt, dass man die Saison auf keinen Fall gefährden und um jeden Preis verhindern wollte, dass ein Corona-Hotspot entstehe: "Wir wollten keinen Kritikansatz geben."

Corona-Maßnahmen waren für Ehrenamtliche ein Kraftakt

Deshalb sei die Zuschauerzahl auch nicht erhöht worden, als die Corona-Verordnung das ab dem dritten von sieben Wochenenden zugelassen hätte. Mit Maskenpflicht auch auf den Plätzen hätten die Ränge voll besetzt werden dürfen, berichtet Großkopf. Die Einhaltung der Maskenpflicht zu kontrollieren, hätten die Ehrenamtlichen aber nicht leisten können. Es sei ohnehin schon ein Kraftakt gewesen, die Besucher zu betreuen und ihnen im Vorfeld und am Vorstellungsabend alle Maßnahmen zu erklären.

Eine Freilichtspiele-Saison, die keiner wiederholen möchte

Die Zuschauerränge waren bei den Vorstellungen von "Boeing Boeing" in Neuenstadt aufgrund der Corona-Abstandsregeln nicht voll besetzt.

Fotos: Archiv/Veigel

So ging die Pandemie-Saison ohne personelle Ausfälle und ohne negative Schlagzeilen über die Bühne. Großkopf hofft nun, dass das für Januar geplante Winterstück ohne Corona-Einschränkungen gespielt werden kann. Denn im kleinen Lindentheater im Inneren sei ohnehin nur Platz für 70 bis 80 Zuschauer. Mit Abstandsregeln dürften noch 15 bis 17 kommen. "Das wäre nicht sinnvoll", sagt Großkopf. Gezeigt werden soll "Das Maß der Dinge".

Aber nicht alles, was für die Hygienemaßnahmen angeschafft wurde, soll möglichst schnell verschwinden. Desinfektionsspender will Großkopf zum Beispiel auch in Zukunft aufstellen.

Nächsten Sommer soll dann das Stück gespielt werden, dass eigentlich schon für 2020 angekündigt war: "Das hat man nun davon" unter der Regie von Cosima Greeven und Christian Marten-Molnár. Premieredatum ist der 17. Juni 2022.

Dächer über Zuschauerrängen werden erneuert

Dank einer Crowdfunding-Aktion haben die Freilichtspiele Neuenstadt genug Geld, um die Dächer über den Zuschauerrängen des Freilichttheaters zu sanieren. Zuerst ist das kleine Dach dran, bei dem die Planen in schlechterem Zustand sind, berichtet Andreas Großkopf. Es wurde bereits von einem Statiker in Augenschein genommen. Der Austausch von Planen am großen Dach können wohl noch etwas geschoben werden. Großkopf versichert aber, dass das gespendete Geld für die Erneuerung der Dächer zum Einsatz komme. Es müssten auch Schraubverbindungen ausgetauscht werden.

 

Info

Wer über Neuigkeiten bei den Freilichtspielen Neuenstadt immer auf dem Laufenden sein möchte, kann sich auf der Homepage (www.freilichtspiele-neuenstadt.de) informieren oder für den Newsletter anmelden.

 

Katharina Müller

Katharina Müller

Autorin

Katharina Müller arbeitet seit Januar 2019 bei der Heilbronner Stimme und kümmert sich in der Regionalredaktion um Themen aus dem nördlichen Landkreis. Zuständig ist sie für Bad Friedrichshall, Neckarsulm, Neuenstadt, Langenbrettach, Hardthausen und Jagsthausen.

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