Baustart für Wohnprojekt der Lebenswerkstatt in Bad Friedrichshall

Bad Friedrichshall  Auf dem Kühnle-Areal in Bad Friedrichshall wird ab sofort gearbeitet. Bewohner der neuen Wohnanlage für Menschen mit Behinderung sollen im Sommer 2021 einziehen.

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Die Lebenwerkstatt baut in der Jagstfelder Straße 10 Wohnungen für Menschen mit Behinderung. Es entstehen zwei Gebäudekomplexe.

Visualisierung: Lebenswerkstatt

Der Bagger ist da, die Erdarbeiten auf dem Kühnle-Areal gegenüber des Bad Friedrichshaller Rathauses können starten. Hier baut die Lebenswerkstatt Wohnungen für Menschen mit Behinderung. Ende Juni sollen die Arbeiten für den Rohbau starten, erläutert Pfarrer Friedemann Manz, geschäftsführender Vorstand der Lebenswerkstatt. Im Sommer 2021 können voraussichtlich die ersten Bewohner einziehen. Für das Projekt werden insgesamt fünf Millionen Euro investiert.

Appartements für eine und zwei Personen

In der Jagstfelder Straße 10 entstehen in zwei Gebäudekomplexen 28 Wohnungen. Die 18 Ein-Personen- und zehn Zwei-Personen-Appartements liegen im ersten bis dritten Obergeschoss.

Im Erdgeschoss wird eine Senioren-Tagesstruktur eingerichtet. Hier können auch ältere Bewohner des angrenzenden, bereits bestehenden Wohnhauses der Lebenswerkstatt ihren Tag verbringen und Angebote wahrnehmen.

Die zukünftigen Bewohner der neuen barrierefreien Appartements können völlig selbstständig wohnen, erläutert Manz. Nach Bedarf kann eine ambulante Betreuung durch die Lebenswerkstatt hinzugebucht werden. Das sei aber nicht verpflichtend. Durch die Nähe zum stationären Wohnhaus auf demselben Areal sei eine hohe Versorgungssicherheit geboten, kombiniert mit maximaler Selbstständigkeit. Und das auch noch in zentraler Lage. "Es entsteht inklusives Wohnen mitten in der Stadt", verdeutlicht Manz. Die Wege zur Werkstatt, zum Bahnhof, zu Einkaufsmöglichkeiten und zu Ärzten seien kurz.

Viele Anfragen für barrierefreie und bezahlbare Wohnungen

Manz liegen bereits jetzt viele Anfragen für die neuen Wohnungen vor. "Barrierefreier, bezahlbarer Wohnraum ist nur schwer zu finden", erläutert er. In der Jagstfelder Straße 10 werden laut Manz später ausschließlich Menschen mit geistiger Behinderung leben, die nicht selten auch körperliche Einschränkungen hätten. Die Altersstruktur werde dabei bunt gemischt sein. Auch jüngere Menschen mit Behinderung hätten heute viel mehr den Drang selbstständig zu leben.

Baustart für Wohnprojekt der Lebenswerkstatt in Bad Friedrichshall

Auf dem Kühnle-Areal in Bad Friedrichshall stehen nun Erdarbeiten an. In die Höhe wird voraussichtlich ab Juni gebaut.

Foto: Simon Gajer

Spannend sei bei dem Projekt die Finanzierung, erläutert der geschäftsführende Vorstand. Der hintere Gebäudeteil, in dem 16 der 28 Wohnungen entstehen, werde mit Kapital der Stiftung Lebenswerkstatt gebaut. Sie investiert zwei Millionen Euro. Man wolle das Geld nicht "tot auf der Bank" liegen lassen, sondern für etwas Gutes ausgeben, so Manz. Mit den Mieteinnahmen kämen wiederum Erlöse für die Stiftung herein.

Gesamtinvestition von fünf Millionen Euro

Die übrigen Wohnungen im zweiten Gebäudeteil werden im Auftrag des Sozialunternehmens Lebenswerkstatt für 2,5 Millionen Euro gebaut. Eine halbe Million Euro wird in die Tagesstruktur für Senioren investiert, rechnet Manz vor. Insgesamt kostet das Projekt also rund fünf Millionen Euro.

Im Juli sollte eigentlich noch eine feierliche Grundsteinlegung stattfinden, erläutert Friedemann Manz. Ob und wie das stattfinden kann, hänge nun von den Entwicklungen in Sachen Corona ab.

Bis August 2018 arbeitete die Lebenswerkstatt bei ihrem Wohnprojekt mit einem Generalunternehmer zusammen. Aufgrund von unterschiedlichen finanziellen Vorstellungen scheiterte die Kooperation. Das Architekturbüro Mattes Riglewski übernahm die Planung. Im Februar 2019 befürwortete der Gemeinderat das Vorhaben und stimmte dem Verkauf der 2200 Quadratmeter großen Teilfläche des Kühnle-Areals zu. Dieses befindet sich seit 2008 in städtischem Besitz. Bürgermeister Timo Frey lobte in der Sitzung die neue Planung, durch die viel Grün erhalten bleibe.

 

Katharina Müller

Katharina Müller

Autorin

Katharina Müller arbeitet seit Januar 2019 bei der Heilbronner Stimme und kümmert sich in der Regionalredaktion um Themen aus dem nördlichen Landkreis. Zuständig ist sie für Bad Friedrichshall, Neckarsulm, Neuenstadt, Langenbrettach, Hardthausen und Jagsthausen.

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