Bad Friedrichshall braucht mehr Kitas

Bad Friedrichshall  Neubauten sind unter anderem im Stadtteil Hagenbach im Gespräch. Bei der dortigen Grundschule sollen Pavillons und Container ersetzt werden. Der Gemeinderat beschließt außerdem eine Gebühren-Erhöhung.

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Eine Lösung für die fehlenden Kita-Plätze im Stadtteil Hagenbach könnte auf dem Gelände der Grundschule entstehen.

Foto: Katharina Müller

Bad Friedrichshall braucht dringend neue Betreuungsmöglichkeiten für Krippen- und Kita-Kinder. Das wurde im Vortrag von Fachberaterin Jana Seoane-Boga in der Gemeinderatssitzung deutlich. Die Gremiumsmitglieder beschlossen außerdem eine Erhöhung der Gebühren um 1,9 Prozent.

Viele Kinder durch Zuzug

Auch wenn die Geburtenraten in manchen Stadtteilen etwas gesunken sind, wird die Zahl der Kinder vor allem durch Zuzug in den kommenden Jahren enorm steigen, schätzt Seoane-Boga. Allein in Kochendorf Süd entstehen in den kommenden fünf Jahren zirka 300 zusätzliche Wohneinheiten. Die Kita Wächterstift kann die zusätzlichen Kinder, die dort voraussichtlich wohnen werden, aber nicht aufnehmen, so die Fachberaterin. Durch einen Anbau könnte zwar eine weitere Gruppe entstehen. Auf Dauer sei ein Neubau aber unumgänglich.

Planung für Neubau soll 2021 losgehen

Auch im Stadtteil Hagenbach werden steigende Kinderzahlen erwartet, außerdem nimmt der Bedarf an Betreuungsangeboten von Zweijährigen zu, erläutert Seoane-Boga. Das müsse bei den Überlegungen, die es bereits für einen Neubau als Ersatz für die Pavillons der Verlässlichen Grundschule, den Mensacontainern und der Kindertagesstätte Farnweg gibt, bedacht werden. Laut Sitzungsvorlage schlägt die Verwaltung einen Planungsbeginn für das Jahr 2021 vor. Aufgrund der derzeitigen Haushaltssperre ist ein früherer Zeitpunkt nicht möglich.

Im Kindergarten Christkönigsheim in Hagenbach könnte eine bestehende Kleingruppe von zwölf Kindern zwischen drei und sechs Jahren um acht Plätze erweitert werden, um die steigende Kinderzahl in einem ersten Schritt abzufangen, so die Fachberaterin.

Nicht alle unter Dreijährigen können derzeit in Untergriesheim aufgenommen werden, berichtet sie weiter. Deshalb habe es bereits Gespräche mit dem katholischen Verwaltungszentrum Heilbronn gegeben, um eine weitere Gruppe innerhalb der Kita St. Johann einzurichten. Das wäre aber nur nach umfangreichen Umbaumaßnahmen möglich. Eine Lösung gibt es noch nicht. Im Kinderhaus Jagstfeld kann ab dem Kindergartenjahr 2020/21 wieder eine Ganztagesbetreuung bis 17 Uhr angeboten werden, berichtet Seoane-Boga. Aufgrund personeller Engpässe war das seit November 2019 nicht mehr möglich. Inwiefern sich die Situation der Kinderbetreuungsplätze durch den Neubau der Schwarz-Kita im Gebiete "Obere Fundel" verändert, ist noch unklar, hieß es in der Sitzung. Hier entstehen bis 2025 rund 280 Plätze für Kinder von Mitarbeitern der Schwarz-Gruppe.

Kita-Gebühren um 1,9 Prozent erhöht

Jana Seoane-Boga trug zudem den Vorschlag für die neue Gebührensatzung zum Kindergartenjahr 2020/21 vor. Wie die Kirchen und Kommunalen Landesverbände empfehlen, soll auch in Bad Friedrichshall eine Steigerung von 1,9 Prozent umgesetzt werden. Dem stimmten die Gemeinderäte zu. Der Deckungsgrad der Betriebsausgaben durch Elternbeiträge liegt in Bad Friedrichshall damit weiterhin unter den 20 Prozent, die von kommunalen Landesverbänden als Ziel vorgegeben werden. 2019 standen Einnahmen von 3,2 Millionen Euro Ausgaben von 4,3 Millionen Euro gegenüber.


Katharina Müller

Katharina Müller

Autorin

Katharina Müller arbeitet seit Januar 2019 bei der Heilbronner Stimme und kümmert sich in der Regionalredaktion um Themen aus dem nördlichen Landkreis. Zuständig ist sie für Bad Friedrichshall, Neckarsulm, Neuenstadt, Langenbrettach, Hardthausen und Jagsthausen.

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