MC Mauldasch aus Erlenbach lebt für Musik und Maultaschen

Erlenbach  Alexander Bürger singt als MC Mauldasch auf Schwäbisch über sein Lieblingsgericht. Und das kommt an: Seine Fangemeinde im Netz wächst.

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Alexander Bürger aka MC Mauldasch dreht auf dem Kayberg seine Songs über seine heißgeliebten Maultaschen. Auf Instagram und Facebook kommt das gut an.

Foto: Veigel

Wenn Alexander Bürger auf seinem Schlepper am Kayberg sitzt und liebevoll einen Teller Maultaschen besingt, kann das nur eines bedeutet: Der 44-Jährige dreht ein neues Musikvideo, und "da wird uff schwäbisch gsonga". Vor wenigen Monaten hat Bürger den ersten Song über seinen Heimatort veröffentlicht. Eigentlich wollte er damit nur den Lockdown-Lagerkoller vertreiben, doch das Lied fand überraschend großen Anklang auf Facebook, Instagram, Youtube und Co. Inzwischen hat er als MC Mauldasch weitere Lieder herausgebracht, in denen er sich selbst liebend gern auf die Schippe nimmt und gute Laune verbreitet. In seinem neuesten Song "Mei Mauldasch" dreht sich alles - wie könnte es anders sein? - "ums heißgeliebte Mauldäschle".

Als Kind wächst Alexander Bürger in Brackenheim-Haberschlacht in einer musikalischen Familie auf. "Bei uns hat jeder ein Instrument gespielt", erinnert er sich. Bürger spielt früh Akkordeon und Schlagzeug. Mit 16 Jahren interessiert er sich dann aber mehr und mehr für elektronische Musik, eifert bekannten DJs wie Alex Christensen nach. Von seinem Ausbildungsgehalt baut er sich in seinem Jugendzimmer ein eigenes kleines Studio mit Computer, Mikrofon, Effektgeräten und Synthesizern zusammen. "Das war mein Hobby, es hat mir einfach Spaß gemacht", erklärt er.

Erste Erfolge als DJ und Produzent

Er gibt sich den Namen "Alex Noise" und nimmt mit einem eigens komponierten und produzierten Song bei einem Newcomer-Wettbewerb des Radiosenders Sunshine live teil. Prompt wählen ihn die Zuhörer auf Platz 1. "Der Gewinn war ein Plattenvertrag", erzählt Bürger. Seine Single wird auf CD gedruckt, es folgt eine Release-Party in der Sinsheimer Diskothek Kinki Palace. Dadurch gelingt es ihm, einen Fuß in die Branche zu bekommen. "Ich hatte Auftritte in Diskos und Kontakte zu anderen DJs und Produzenten."

Doch irgendwann werden die Vinylplatten, die Bürger nachts an den Turntables auflegt, immer mehr von Computern abgelöst. "Man musste gar nicht mehr selbst mixen. Das hat mir nicht mehr gefallen", erklärt er. Auch die Verkaufszahlen der CDs gehen zurück, weil es immer mehr Downloadmöglichkeiten gibt. "Ich fand, es war ein guter Zeitpunkt, aufzuhören."

Doch neben seiner Arbeit lässt ihn die Musik nie ganz los. In seiner Freizeit bringt sich Bürger selbst das Gitarrespielen bei, engagiert sich bei den Güglinger Gassenfegern an der Posaune. Als Bandmitglied von Coldstore lernt er seine Ehefrau Melanie kennen, die dort am Bass ist. Mit ihr zieht er nach Erlenbach. "Seit der Corona-Pandemie war ich überwiegend im Homeoffice, der Kundenkontakt fehlt. Und abends kann man ja auch nichts machen", erklärt der vierfache Familienvater. Aus Langeweile habe er das Akkordeon in die Hand genommen, das er vor Jahren auf einem Flohmarkt erstanden hat. "Ich hab gespielt und auf Schwäbisch dazu gesungen. Das hat sich gut angefühlt", erzählt er. "Ich habe gemerkt, das, was ich da mache, ist 100 Prozent authentisch, das bin ich." Er beschließt, den Song ins Internet zu stellen. "Die Rückmeldungen waren super. Den Leuten hat es gefallen, weil das Lied in dieser schwierigen Zeit einfach gute Laune verbreitet."

Alexander Bürger: "Weil ich Maultaschen einfach mag!"

Der 44-Jährige entscheidet, die Sache auszubauen - als MC Mauldasch, weil "ich Maultaschen einfach mag. MC ist angelehnt an die Bezeichnung amerikanischer Rapper". Dazu darf auch das passende Outfit nicht fehlen: Aus dem 3D-Drucker lässt er sich eine protzige Bling-Bling-Kette mit seinem Konterfei drucken, ein Pfannenwender wird mit "MC Mauldasch" graviert. Aus "I fahr GTI" von Hank Häberle, der in der Region als Spätzles-Cowboy Erfolge feierte, hat MC Mauldasch den Ohrwurm "I komm mit meim Schlepper" geschrieben. "Damals haben die Leute das Lied mitgegrölt. Ich will das wieder aufleben lassen. Die Rechte dafür habe ich mir natürlich geben lassen", betont er. Das Video, in dem er mit einer Schere den Rasen mäht oder mit dem Spielzeug-Schlepper seines Sohnes den Kayberg runter düst, hat seine achtjährige Tochter Emelie mit dem Handy gedreht. In Kürze hat das Musikvideo 100 000 Aufrufe. "Ich war baff", gibt Bürger zu.

Den Alltag als Inspiration

Von der Idee bis zum fertigen Song kann es bis zu drei Wochen dauern. Ums Geldverdienen geht es ihm dabei nicht. "Das ist einfach nur ein Hobby. Es soll alles handgemacht, authentisch und lustig sein. Ich singe einfach so, wie ich auch babbel", betont er und lacht verschmitzt. Auf die Texte kommt Bürger durch Alltagssituationen. "Das schießt mir einfach in den Kopf." Auch an diesem Tag nutzt Bürger das gute Wetter in der Mittagspause, um auf dem Kayberg eine Videosequenz zu drehen. Dafür filmt er sich mit dem Smartphone, hält einen Teller voll Maultaschen in die Kamera und singt gut gelaunt: "Intervallfasten macht kein Sinn, weil i Fan von Spätzle und Mauldasche bin."

Neues Projekt

Mit Andreas Schoba (genannt der Schwabenliedermacher) aus Tübingen plant Alexander Bürger, am 25. Juni den gemeinsamen Song "Gsälzbrot & Leberkäs" zu veröffentlichen. "Sobald es die Bedingungen wieder zulassen, wollen wir auch bei Festen auftreten", verspricht Alexander Bürger. Bis dahin finden sich auf www.mcmauldasch.de, auf Facebook und dem Instagram-Profil @mcmauldasch weitere Infos.


Kirsi-Fee Rexin

Kirsi-Fee Rexin

Autorin

Kirsi-Fee Rexin begann im Jahr 2014 ein Volontariat bei der Heilbronner Stimme. Seit 2016 ist sie als Redakteurin im Ressort Landkreis hauptsächlich für Kommunen im nördlichen Landkreis zuständig.

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