Warum bei Bürgermeister Einfalt der Einkauf schon mal länger dauert

Hardthausen  Hardthausens Bürgermeister Thomas Einfalt ist seit knapp 150 Tagen im Amt und spricht im Interview über seinen Umzug, seine Ziele in der Gemeinde und das Leben in der Öffentlichkeit.

Von Patricia Okrafka

"2019 ist ein Jahr der Weichenstellungen"

Bürgermeister Thomas Einfalt ist seit etwa 150 Tagen im Amt. Im Interview spricht er darüber, wie es ihm bisher ergangen ist.

Foto: Patricia Okrafka

 

Hardthausens Bürgermeister Thomas Einfalt ist seit knapp 150 Tagen im Amt. So ist es ihm bisher ergangen.

Herr Einfalt, Sie sind 150 Tage im Amt. Was kostete die meiste Zeit?

Thomas Einfalt: Die Mitarbeiter kennenzulernen. Das sind etwa 70 Stück. Sich da alle Namen zu merken, dauert. Aber es ist mir wichtig, jeden zu kennen. Es hat eine Weile gebraucht, sich in die Themen einzuarbeiten, doch das war machbar.
 

Sie sind mit Partnerin Sarah Schock noch nicht umgezogen. Warum?

Einfalt: Wir sind nicht umgezogen, da wir vorhaben, zu bauen. Kurzfristig haben wir keine Wohnung gefunden. Wir werden uns in ein, zwei Jahren häuslich niederlassen.
 

Ist es schwierig für Sie, ständig in der Öffentlichkeit zu stehen?

Einfalt: Ich wusste, auf was ich mich einlasse, als ich kandidierte. Ich komme gerne in Kontakt mit Bürgern. Es ist wichtig, mit ihnen zu sprechen. Da dauert der Einkauf länger, weil man an der Kasse Fragen beantworten muss. Ansonsten ist es weder für mich, noch für meine Partnerin eine Schwierigkeit, in der Öffentlichkeit zu stehen.
 

Was haben Sie bislang umgesetzt?

Einfalt: In den vergangenen Monaten haben wir in der Baulandentwicklung den Grundsatzbeschluss gefasst, uns künftig auf die Innenentwicklung zu konzentrieren. Wir haben den Satzungsbeschluss für das Baugebiet "Rosenberg II" gefasst und entwickeln das Baugebiet "Ob dem Kirchhof II". Außerdem wurde der Bauhof umstrukturiert und eine Gärtnerin neu eingestellt, die für das Ortsbild zuständig ist.
 

Was sind langfristige Ziele?

Einfalt: Langfristig wollen wir mit kommunalem Immobilienmanagement die Innenentwicklung vorantreiben. Das heißt, dass wir als Kommune Potenziale erfassen, die man nachverdichten kann, also Baulücken. Und wir wollen mehr für Familien, Jugendliche und Senioren tun.
 

Welches Thema liegt Ihnen besonders am Herzen?

Einfalt: Ein Punkt ist die Überflutungsvorsorge. Wir haben den Planungsbeschluss gefasst, zwei Hochwasserbecken in Lampoldshausen zu bauen. Zusätzlich gibt es ein Starkregenrisikomanagement, um ganz Hardthausen zu untersuchen. Welche Gebäude werden überflutet? Wo besteht Gefahr? Und was können wir dagegen tun? Dieses Jahr wird die Analyse stattfinden.
 

Was steht dieses Jahr noch an?

Einfalt: 2019 ist ein Jahr der Weichenstellungen und Planungen. Mein großes Ziel ist, das Langfristige im Gemeindeentwicklungsplan gemeinsam mit den Bürgern zu gestalten. Wo wollen wir stehen? Es ist wichtig, sich selber zu reflektieren. Nur wer weiß, wo er hinwill, weiß, welchen Weg er beschreiten muss, um dieses Ziel zu erreichen.
 

Das "Um's Eck" hat geschlossen. Wie sieht künftig die Nahversorgung in Hardthausen aus?

Einfalt: Unser Ziel ist es, die örtliche Nahversorgung sicherzustellen und nicht auf andere Kommunen angewiesen zu sein. Momentan haben wir einen Nahversorger, den "Gutkauf". In Lampoldshausen haben wir einen Metzger, in Gochsen einen Bäcker. Das war"s dann auch. Wie können wir die Nahversorgung decken? Das ist ein Thema, mit dem wir uns intensiv auseinandersetzen.
 

Sie möchten, dass sich Einwohner in allen drei Ortsteilen als Hardthausener sehen. Wie schafft man das?

Einfalt: Wir müssen das Gemeinschaftsgefühl stärken. Ein Wunsch von mir ist es, die Gemeindefeste wieder auf den Weg zu bringen. Sie könnten abwechselnd in allen drei Ortsteilen jährlich stattfinden. Ich denke, uns verbindet viel. Und jeder Ort für sich genommen ist nicht so stark, wie die Gemeinschaft.


Zur Person: Thomas Einfalt (29) ist in Neuenstadt-Kochertürn aufgewachsen. Derzeit lebt er dort noch mit seiner Partnerin Sarah Schock. Nach seinem Abitur 2008 am Eduard-Mörike-Gymnasium in Neuenstadt studierte er Public Management an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg. Nach seinem Bachelor-Abschluss arbeitete Einfalt als Leiter der Allgemeinen Verwaltung in Oedheim.

Vor seiner Kandidatur zum Bürgermeister war er Haupt- und Bauamtsleiter in Löwenstein. Am 17. Juni 2018 wurde Einfalt zum neuen Bürgermeister von Hardthausen gewählt. Damit löste er Harry Brunnet ab, der 40 Jahre im Amt tätig war. Im August wurde er offiziell als neuer Bürgermeister eingesetzt.