VHS Neckarsulm zeigt Kunst aus der südfranzösischen Partnerstadt

Neckarsulm  Der Künstler Casimir Ferrer aus der Nähe von Carmaux stellt in der Volkshochschule Gemälde und Skulpturen aus.

Von Marie-Luise Schächtele
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OB Steffen Hertwig (v.l.), VHS-Chefin Ursula Jaksch, Künstlerin Susie Bauer, Jeanine und Casimir Ferrer und Anne Vayssière, frühere Vize-Bürgermeisterin.

Foto: Ralf Seidel

35 Gemälde und vier Skulpturen hat eine Speditionsfirma aus der französischen Stadt Carmaux 80 Kilometer nordöstlich von Toulouse durch ganz Frankreich und über die französisch-deutsche Grenze transportiert. Und dann reisten der im Jahr 1946 geborene Künstler Casimir Ferrer und seine Frau Jeanine selbst an: zur Eröffnung der Ausstellung der Werke des Künstlers in Neckarsulm.

Seit 1958, bereits mehr als 60 Jahre, gibt es die Partnerstadt zwischen Carmaux und Neckarsulm. Doch Ferrer hat erst einmal in Neckarsulm ausgestellt. 1984 gab es eine Einzelausstellung des Künstlers in der Ballei. "Hier zu sein, ruft viele Erinnerungen an den Besuch vor 35 Jahren wach", sagt Ferrer. Er denkt gerne daran zurück, damals seien viele Freundschaften entstanden. Doch jedes Mal, wenn Neckarsulmer nach Carmaux kommen, Einzelpersonen oder wie im Jahr 2004 die Kunstfreunde Neckarsulm, zeigt er ihnen sein Atelier in der nahe gelegenen Stadt Albi, in der er zu Hause ist. Dort hat er in der romanischen Kirche Sainte-Cécile auch den Innenraum gestaltet.

Die Menschen müssen sich zusammentun

Im Neckarsulmer Rathaus, der Mediathek und dem Feuerwehrhaus hängen bereits Werke des Künstlers. Die Leuchtkraft der Farben, seine Technik, Ölfarben zu verwenden, und seine Malweise, zwar ein realistisches Motiv zu wählen, es aber im gleichen Gemälde in Abstraktion aufzulösen, schätzt die Neckarsulmer Künstlerin Susie Bauer, die die Ausstellung mit geplant hat, besonders. Im Vorfeld hatte sie ihn besucht und sich gefreut, am Ortseingang von Carmaux den Namen "Neckarsulm" zu lesen. "Es war eine der ersten deutsch-französischen Partnerschaften nach dem Krieg", sagt Susie Bauer. In Anbetracht der früheren Feindschaft zwischen den zwei Ländern müsse man sie unbedingt erhalten. Auch Ferrer ist überzeugter Europäer. "Die Menschen müssen lernen, sich zusammenzutun, um den neuen Mächten etwas entgegenzusetzen", sagt er. Den kulturellen Austausch mit Neckarsulm hält er für sehr wichtig. Die Malerei könne Menschen verbinden, auch wenn sie nicht dieselbe Sprache sprechen.

An der Städtepartnerschaft arbeiten

Die Europawahl vor wenigen Tagen habe gezeigt, dass den Menschen Europa als Kulturraum und als gemeinsame Heimat am Herzen liege, sagt Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig. "Städtepartnerschaften sind heute wichtiger denn je." Aber man müsse sie im Verlauf der Zeit auch verändern und adaptieren. "Nichts ist selbstverständlich, man muss immer daran arbeiten." Die Städtepartnerschaft mit Carmaux soll nun deshalb weiter ausgebaut werden.


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