Tausende Narren beim Faschingsumzug in Gochsen

Hardthausen  Rund 1000 gut gelaunte Karnevalisten, Hästräger und Musikanten laufen auf der zwei Kilometer langen Strecke in Gochsen zur Hochform auf und ziehen so viele Zuschauer an wie nie.

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Ein eisige Ostwind fegt durch Gochsens Straßen, genau wie die Saubachhexa aus Bissingen. Aber wer ein echter Karnevalist ist, der lässt sich auch von einer derart steifen Brise nicht abschrecken. Im Gegenteil. "Es ist trocken und die Sonne lacht, was will man mehr", bestätigt bestens gelaunt Salvatore Marzano, Präsident des Hardthausener Carnevalvereins (HCV). "Wir hatten bei unseren Umzügen bisher nie ausgesprochen schlechtes Wetter. Und das seit 20 Jahren."

Startschuss durch Soldaten

Lautstark setzt sich der bunte Narrenzug am Samstagnachmittag mit etwas Verspätung in Bewegung. Den Startschuss geben zwei Soldaten der Infanterie mit ohrenbetäubenden Böllern. Rund 1000 gut gelaunte Karnevalisten, Hästräger und Musikanten laufen auf der zwei Kilometer langen Strecke zur Hochform auf. Hochstimmung herrscht auch am Straßenrand unter den Zuschauern, die dichtgedrängt den vorbeiziehenden Narren zujubeln. Ute Marzano, Zugmarschall beim HCV, und Ehemann Enzo, seit Jahren als Clown und HCV-Symbolfigur Peppino unterwegs, strahlen ebenfalls mit der Sonne um die Wette. "Das ist heute schon eine ganz besondere Nummer", freuen sich die beiden. So viele Zuschauer und Aktive seien noch nie dagewesen.

41 Vereine sind mit dabei

83 Gruppen aus 41 Vereinen ziehen mit lautem Getöse durch Hardthausens Teilort. Vorneweg marschiert mit der HCV-Standarte Thomas Schall. Danach wird"s erstmals hoheitlich. Nein, nicht mit Bürgermeister Thomas Einfalt, aber mit einem anderen Thomas. Nämlich mit Prinz Thomas I., der mit Prinzessin Claudia I. derzeit die Kochertalgemeinde regiert. Es folgt die ganz in Schwarz gekleidete Underground Gugge aus Heilbronn, die mit ihren Totenkopf-Accessoires für den Gruselfaktor sorgen. Überhaupt lassen nach etwa jeder fünften, sechsten Gruppe Guggenmusiker und Musikvereine den Asphalt vibrieren. Das gelingt auch mit Hits, die aus der Konserve kommen. An allen Ecken und Enden wummert es entlang der Umzugsstrecke.

Große Vorsicht geboten

Die Menschen saugen die Stimmung auf und machen mit. "Das ist einfach gigantisch", kommentiert das Geschehen Ute Marzano, die inzwischen jede vorbeiziehende Gruppe vorstellt. Auch Präsident Salvatore Marzano hat den Elferratswagen verlassen, um Prinzenpaaren und Abordnungen das Mikrofon vor die Nase zu halten. Gerade sind das die Jagstfelder Hühnerlausnarren mit ihrer Gigger Gugge. Doch danach ist größte Vorsicht geboten: die Saubachhexa befinden sich im Anmarsch und treiben allerlei Schabernack.

Der ist natürlich etlichen Hexengruppen, Teufeln und Geistern mit ihren geschnitzten, fratzenhaften Larven zu Eigen. Mit zotteligen Mähnen, schiefen Mündern und Hakennasen sehen sie nicht nur furchteinflößend aus, sie lassen manch einem Schaulustigen Konfetti auf"s Haupt regnen. Besonders gefährdet ist, wer jung, blond und langhaarig ist. Doch diese Form von Humor mögen nicht alle.

Äußerst spendable Gruppen

Viele Gruppen zeigen sich äußerst spendabel und werfen massenweise Süßigkeiten in die Menge - andere Meterstäbe oder Backmischungen, schenken Wein, Sekt und Hochprozentiges aus. So haben nicht nur die Kinder ihren Spaß.

Und nach dem Umzug lädt der 1999 gegründete Hardthausener Carnevalsverein zum närrischen Treiben rund um die Gemeindehalle ein. Zuvor werden jedoch noch die jeweils drei originellsten Kostüme und schönsten Wagen prämiert.

 

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