Schwimmer müssen tiefer in die Tasche greifen

Region  Freibäder müssen wegen Sanierungsarbeiten die Eintrittspreise erhöhen. Eine Übersicht über die Tarife in den Freibädern des nördlichen Landkreises.

Von Ute Plückthun
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Schwimmer müssen tiefer in die Tasche greifen

Die Vorbereitungen im Neudenauer Bad laufen auf Hochtouren: Berthold Oßner und Dieter Winterholler (v.l.) streichen den Beckenboden mit Farbe. Hans Grimm kümmert sich um die Rillen.

Foto: Ute Plückthun

Sommer, Sonne, Freibad: Was gibt es Schöneres, als sich bei 30 Grad im kühlen Nass zu tummeln? Das Badevergnügen hat allerdings seinen Preis. Sanierungsarbeiten und Betrieb schlagen bei allen Kommunen ordentlich zu Buche. Deshalb kommen sie nicht umhin, die Eintrittspreise zu erhöhen.

 

Neudenau

Im Freibad Neudenau geht es am 13. Mai los. Dort sind die Freibadfreunde gerade dabei, das Becken mit blauer Schwimmbadfarbe zu streichen, nachdem über den Winter die Sanitärbereiche von Grund auf neu gestaltet worden sind. "Es gibt Geschäft ohne Ende", betont der Vereinsvorsitzende Berthold Oßner. Folglich auch Kosten: Trotz eines 20-Prozent-Zuschusses der Stadt "sind wir so langsam bei den Rücklagen".

Mit der Erhöhung der Preise für Jahreskarten als Folge: für Familien von 90 auf 100 Euro, für Jugendliche ab 17 Jahren und ermäßigte Personen von 35 auf 40 Euro, für Erwachsene und Alleinerziehende von 45 auf 50 Euro und für Kinder bis 16 Jahren von 22 auf 25 Euro. "Im Vorverkauf bei der Volksbank-Filiale bekommt man die Jahreskarten noch zum alten Preis", stellt er in Aussicht. Die Tageseintritte von drei Euro für Erwachsene, ermäßigt 2,50 Euro und 1,50 Euro für Kinder bleiben unangetastet.

 

Gundelsheim

Im Terrassenfreibad Gundelsheim wandern vor der Eröffnung am 11. Mai 140.000 Euro in die Erneuerung von Heizung und Technik. Auch "gewaltig gestiegene Betriebskosten" macht Kämmerer Andreas Ockert für die Erhöhung der Dauerkarten, etwa für Familien von 140 auf 165 Euro, für Jugendliche um fünf Euro oder für ermäßigte Personen von 50 auf 60 Euro verantwortlich. Das Freibad bleibt auch 2019 ein Zuschussbetrieb: "Wir rechnen mit einem Defizit von 350.000 Euro."

 

Bad Friedrichshall

Mit rund 900.000 Euro fällt das Defizit in Bad Friedrichshall noch deutlicher aus: 2018 wendeten die Stadtwerke fast 1,3 Millionen Euro für den Betrieb des Solebads auf, denen trotz Besucherrekord Einnahmen von nur 385 000 Euro gegenüber standen. Dazu kommen die fünf Millionen Euro Sanierungskosten der vergangenen Jahre hinzu, die weiterhin belasten.

Das Solebad zu schließen, ist kein Thema. Um aber die Kosten abzufangen, ziehen auch hier die Preise für die Saison 2019 ab 4. Mai an. Etwa bei Jahreskarten für Erwachsene von 80 auf 90 Euro, für Kinder von 50 auf 55 Euro und für Senioren von 80 auf 85 Euro. Auch der Einzeleintritt steigt für Erwachsene von 4,50 auf fünf Euro sowie für Kinder und ab 17 Uhr von drei auf 3,50 Euro. Neu sind dafür die große (150 Euro) und die kleine Familien-Saisonkarte (100 Euro), die auch Lebensgemeinschaften und Großeltern berücksichtigt.

 

Bad Wimpfen

Im Mineralfreibad Bad Wimpfen, nun in städtischer Regie, ist die 545.000 Euro teure Sanierung am Bad selbst und in der Technik laut Bauamtschef Roland Löffler "in vollem Gange". Kommen keine unvorhergesehenen Maßnahmen hinzu, "steht der Termin, sodass im Juni geöffnet wird".

Die seitherigen Preise hatte der damalige Pächter 1997 festgelegt. Ein Antrag der SPD-Fraktion verhinderte deutlichere Preissprünge. So betragen die Preise für Zehnerkarten 25 Euro (Erwachsene) und 15 Euro (Kinder und Jugendliche). Jahreskarten kosten 42 Euro (Erwachsene), 22,50 Euro (Kinder und Jugendliche) und 75 Euro (Familien).

 

Obereisesheim

Die Saison im Ernst-Freyer-Bad im Neckarsulmer Stadtteil Obereisesheim startet am 4. Mai. Der Einzeleintritt steigt für Erwachsene um 30 Cent auf 3,80 Euro sowie für Kinder und Jugendliche um 20 Cent auf 2,20 Euro an. Die Saisonkarte erhöht sich für Erwachsene um sieben auf 55 Euro sowie für Kinder und Jugendliche um vier auf 30 Euro.

"Die Eintrittspreise wurden zuletzt zum Saisonbeginn 2012 erhöht", erläutert Andreas Bracht, Pressesprecher der Stadt Neckarsulm, die moderate Erhöhung. Auch hier sollen die Mehreinnahmen von 15.000 Euro "den steigenden Personal- und Dienstleistungskosten entgegenwirken, damit das strukturelle jährliche Defizit nicht weiter ansteigt".

 

Nein zum Antrag

Das Freibad Unterwasserblick in Langenbeutingen bleibt weiterhin wegen technischer Unzulänglichkeiten und Personalproblemen geschlossen. Für den Planungsvorentwurf zur Gestaltung einer öffentlichen Badestelle bei freiem Eintritt, der im Frühjahr 2018 im Gemeinderat vorgestellt worden war, ist laut Kämmerer Alexander Preuss der Förderantrag für 2019 nicht bewilligt worden. Ob 2020 erneut ein Antrag gestellt wird, muss der Gemeinderat entscheiden. 

 


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