Neuenstädter baut Hunde-Anhänger fürs Fahrrad

Neuenstadt  Sepp Coenning kennt sich aus mit Hunden: Für seinen zehnjährigen Husky Teddy hat er einen Anhänger gebaut. Darin nimmt der Hund Platz, wenn er müde wird. Sein Herrchen dagegen denkt gar nicht erst an etwas mehr Ruhe im Ruhestand.

Von Rainer Köller
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Sepp Coenning aus Neuenstadt, hier im Bild mit Husky Teddy, baut Fahrradanhänger für Hunde.

Foto: Agentur Kochertal

Zusammen mit seinem sibirischen Husky Teddy ist Sepp Coenning aus Neuenstadt jeden Tag zwischen 20 und 40 Kilometer mit seinem Rad unterwegs, im Winter auch mal mehr. Der zehnjährige Teddy rennt dann, so lange er will und kann. Dann nimmt er Platz im eigens für ihn gebauten Fahrradanhänger.

Sepp Coenning (66) aus Neuenstadt ist vor einigen Monaten in den Ruhestand gegangen und begann zu basteln. Wenn er jetzt mit dem Prunkstück seiner verwirklichten Ideen in der Hofgartenstraße losfährt, ist ihm die Aufmerksamkeit genauso sicher wie auf allen Radwegen, auf denen er fährt.

Bewusster Verzicht aufs Auto

Sepp Coenning fährt seit dem Jahr 2003 kein Auto mehr, sondern nur noch Fahrrad. Inzwischen hat er sich ein elektrounterstütztes Dreirad zugelegt, "man wird ja nicht jünger." Der Rentner erklärt überzeugt: "Mein Ding ist es: Raus ins Freie, in den Wald." Mit dem Rad gefahren sei er schon sein Leben lang, und der in Kassel geborene Sportler erklärt lachend: "Ich glaube manchmal, ich bin auf dem Fahrrad geboren."

Der Husky brauche dringend Auslauf und ihm selbst schade es auch nichts, macht der Un-Ruheständler deutlich. Um Teddy trotz seiner enormen läuferischen Fähigkeiten insbesondere in den warmen Monaten nicht zu überfordern, begann der gelernte Möbelschreiner mit dem Bau eines Hunde-Fahrradanhängers.

Der Anhänger ist drei Stockwerke hoch

Dieser erste ist ein dreistöckiges Prachtstück. Im "Keller" kann er eine Plane verstauen. Im "Erdgeschoss" und in Röhren ist Platz für Gepäck und Proviant. Auf der oberen Ebene thront Teddy.

Der Anhänger ist 1,16 Meter hoch und 1,70 Meter lang. Demnächst soll er einen Elektromotor erhalten. Wenn alles verstaut ist, der Hund im Wagen sitzt und Herrchen auf seinem Dreirad, hat das Gespann ein Gewicht von mehr als 200 Kilogramm. Und da kommen der Elektromotor des Trikes und der strampelnde Fahrer bergauf durchaus an die Leistungsgrenze.

Zur Tat geschritten

Der Neuenstadter hatte sich umgeschaut, aber keinen Anhänger für seinen Husky gefunden, der ihm zusagte. Deshalb machte er Pläne und schritt zur Tat. Inzwischen sind alle begeistert, die ihn fahren sehen. Da ihm das Basteln außerdem Spaß machte, baute er bereits zwei weitere Anhänger, zum Beispiel einen blauen für eine Bekannte und deren Dackel. Der kleine Hund will inzwischen gar nicht mehr aus dem Kastenwagen heraus, wenn er einmal drin sitzt. Der Anhänger hat Fenster, eine Belüftung und Platz für kleines Gepäck.

Der dritte Anhänger wurde ein rot-weißer Mini-Retro-Wohnwagen mit einer Länge von 1,20 Metern. Auch dieses Gefährt hat Fenster und eine Belüftung für den Hund.

Coenning will weitere Ideen umsetzen

Doch Sepp Coenning hat noch jede Menge neue Ideen und diese möchte er auch umsetzen. Ob er ein Geschäft aus seinem Hobby machen möchte, weiß er noch nicht. Da der Bau der Unikate eine Vielzahl von Arbeitsstunden bedeutet, wäre der Preis vielen vielleicht zu hoch. Aber wer weiß, Henry Ford hatte auch mit einzelnen Fahrzeugen angefangen und die Tin Lizzie wurde mit 15 Millionen Stück vom Fließband herunter ein Erfolgsmodell.

 


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