Neudenauer Natursteinbrücke wird saniert

Neudenau  In Neudenau soll die Bogenbrücke für knapp 300.000 Euro saniert werden. Der denkmalgeschützte Natursteinbau über der Schefflenz ist wichtig für Land- und Forstwirtschaft - und eine Fledermauspopulation.

Von Rudolf Landauer
Natursteinbrücke wird saniert

Die Bauleute der Firma Heizmann versetzen eine denkmalgeschützte Natursteinbrücke über die Schefflenz in Neudenau in einen sicheren Zustand.

Foto: Rudolf Landauer

Ein Baukran unterbricht momentan das ruhige Landschaftsbild im Schefflenztal, durch welches die Schefflenz, das idyllische und nahezu naturbelassene Nebenflüsschen der Jagst, fließt. Die Gemarkung der Stadt Neudenau reicht hier an der Grenze zum Neckar-Odenwald-Kreis bis über die Schefflenz hinüber. Genau dort befindet sich, weitab von der Stadt, eine aus Naturstein gebaute Brücke. Solche Brücken, die in einem Bogen wie hier die Schefflenz überspannen, trifft man immer seltener in der freien Landschaft an und daher sind diese alte Brückenformen aus Naturstein auch meist zurecht denkmalgeschützt.

Die Baufirma Jörg Heizmann aus Osterburken ist momentan dabei, die bereits seit 2005 für den Verkehr gesperrte und als Kulturdenkmal geschützte Brücke wieder instand zu setzen. Wegen den erkannten Gefahren an dem Bauwerk hat die Stadt die Ingenieurgesellschaft Hampf Consult mit den Planungen beauftragt. Neben den eigentlichen bautechnischen Planungen hatten die Spezialisten auch noch die relevanten Bereiche aus denkmalpflegerischer Sicht sowie der Wasserwirtschaft und des Naturschutzes zu prüfen und zu klären.

Kostenpunkt: knapp 300.000 Euro

Nachdem dies erledigt war, konnte Hampf Consult die Arbeiten ausschreiben, eine Kostenschätzung belief sich auf 298.000 Euro. Bei der Ausschreibung kam ein Ergebnis von 267.000 Euro heraus und die Firma Heizmann erhielt vom Gemeinderat den Auftrag. Der Leiter des Neudenauer Stadtbauamtes, Christoph Hamberger teilte dazu mit: "Wegen einiger Nachträge, die während der Bauausführung an dem historischen Bauwerk entstanden sind, erhöhen sich die Gesamtkosten wohl auf 283.000 Euro"

Historische Bauwerke

In der Stadt Neudenau gibt es zahlreiche historische Bauwerke. In der Altstadt wurde eine vorbildliche Stadtsanierung durchgeführt, mit der historische Fachwerksubstanz nicht nur erhalten, sondern auch Wohnraum geschaffen wurde. Die Natursteinbrücke über die Schefflenz, die zwei Kilometer von der Stadt entfernt liegt, wird aktuell für rund 283.000 Euro hergerichtet. Andernorts wurden solche Brücken wegen Baufälligkeit abgerissen und durch eine Betonbrücke ersetzt. Die Stadt erhält einen Zuschuss aus dem kommunalen Sanierungsfonds Brücken von 121.800 Euro.

Mit Armin Owart ist ein versierter Polier auf der Baustelle tätig, der Erfahrung hat mit derart sensibler Substanz: "Mir machen solche Baustellen mit Herausforderungen mehr Spaß als moderne Betonbauten", räumt er ein. Viel Beton wurde bei der Sanierung dennoch verbaut: "Um die Statik zu verbessern, den Beton sieht man aber nachher überhaupt nicht mehr, nur noch die Natursteine", erklärt der Fachmann. 600 Löcher für Eisen hat die Firma in das Gewölbe gebohrt und darauf betoniert, damit die Brücke wieder dauerhaft belastbar ist.

Fledermäuse dürfen bleiben

Mit weiteren Auflagen hatte Owart zu tun. Das beim Abstrahlen des Mauerwerks anfallende Wasser musste in Behälter aufgefangen werden und wird in der Kläranlage entsorgt. Zudem hat das Heilbronner Landratsamt festgestellt, dass die im Gewölbebogen vorhandenen Fugen und Aushöhlungen von der Wasserfledermaus als Wohnquartier genutzt werden. Hamberger: "Diese vorhandenen Wohnquartiere werden wir selbstverständlich erhalten und schützen und bringen zusätzlich zwei weitere Fledermausgewölbesteine an der Brückenflanke an, um die Tierart zu unterstützen.

Nach Abschluss der Bauarbeiten wird auf die vorhandenen Brüstungssteine noch ein 1,30 Meter hohes, denkmalgerechtes schmiedeeisernes Geländer montiert, informiert Hamberger. Laut ihm werden später auch schwere Transporte auf der Brücke möglich sein, die Statik wurde entsprechend berechnet. Da die Stadt auch Waldbesitz hinter der Schefflenz hat, muss also auch land- und forstwirtschaftlicher Verkehr stattfinden können.


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