Neckarsulms Oberbürgermeister feiert seinen 50. in der VHS

Neckarsulm  Das Geschenk kam per Drehleiter: Neckarsulms Oberbürgermeister Steffen Hertwig hat am Freitagmorgen seinen 50. Geburtstag in der VHS gefeiert. Ehrengäste und Bürger überbrachten bei Eis, Sekt und Häppchen ihre Glückwünsche.

Von Vanessa Müller
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Flammensicheres Geschenk: Die Feuerwehr überreicht Steffen Hertwig und Ehefrau Manuela Stolz einen Korb für "Lagerfeuerromantik im Garten".

Foto: Ralf Seidel

Das Trio Subito hat schon "Happy Birthday" gespielt, die Ehrengäste haben zu Sektglas und Häppchen gegriffen, da geht es mit der größten Geburtstagsüberraschung am Freitagmorgen erst los. "Tatütata": Die Freiwillige Feuerwehr Neckarsulm überbringt ihr Geschenk für Oberbürgermeister Steffen Hertwig per Drehleiter. Kommandant Wolfgang Rauh schmunzelt. Der personalisierte Feuerkorb soll für Romantik im Garten sorgen. "Vorher muss aber der trockene Rasen gewässert werden", erklärt er fachmännisch. "Sonst müssen wir anrücken und stören." Ein echter Wehrmann ist eben immer im Einsatz.

50 Jahre alt wird Hertwig an diesem Tag. "Ich bin gerührt und freue mich, dass so viele hergefunden haben", sagt er. Denn der 2. August habe es ihm nicht immer leicht gemacht: Ferienzeit. "Als Jugendlicher wollte ich feiern, aber kein Mensch war da. Dafür entschädigt mich der heutige Tag."

Zwei Gäste werden vom Jubilär selbst beglückwünscht

Und tatsächlich, die Schlange der Gratulanten in der VHS will nicht abreißen. Alle sind gekommen: Ehefrau Manuela Stolz, die Kinder Jonas und Anna, Amtskollegen aus den Nachbarkommunen, Vertreter aus Wirtschaft und Politik, Vereinsfunktionäre und natürlich Bürger, die ihrem Stadtoberhaupt gratulieren möchten. Zwei von ihnen werden sogar vom Jubilar selbst beglückwünscht. Der erste Landesbeamte Lutz Mai und Kathrin Ehm vom Neckarsulmer Stadtmarketing haben ebenfalls Geburtstag.

"Mit 50 hat man schon einige Herausforderungen gemeistert", sagt Baubürgermeisterin Suzanne Mösel in ihrer Rede. Sie ruft Hertwigs bisherigen Lebensweg in Erinnerung: 1969 in Sontheim geboren, Jura-Studium in Würzburg, von 2007 bis 2016 Leiter der Rechtsabteilung der Würth Elektronikgruppe in Niedernhall, zwei Jahre Mitglied des Gemeinderats in Igersheim, seit drei Jahren nun schon Oberbürgermeister in Neckarsulm.

Das Amt ist nicht immer "vergügungssteuerpflichtig"

Bürgermeisterstellvertreter Karl-Heinz Ullrich (SPD) erinnert an Hertwigs Amtseinsetzung: "Du willst ein Ansprechpartner für alle Bürger sein, hast du damals gesagt. Das hast du unter Beweis gestellt." Außerdem habe Hertwig sich auf die Fahne geschrieben, "die Gräben zuzuschütten, die im Wahlkampf entstanden sind. Du hast die Hand ausgestreckt - und die meisten haben sie ergriffen."

Dabei sei das Amt als OB "nicht immer vergnügungssteuerpflichtig." Bei Diskussionen wie gerade um den B27-Anschluss sei Hertwig derjenige, der an der Spitze stehe und deshalb viel Frust abbekomme. "Da möchte ich nicht mit dir tauschen."

Themen, die angegangen werden müssen

Neuenstadts Bürgermeister und Vorsitzender des Sprengels Neckar-Kocher, Norbert Heuser, überbringt ebenfalls Glückwünsche. "Neckarsulm ist und bleibt für uns ein Motor", erklärt er. Und erinnert an Themen, die man in der Raumschaft gemeinsam angehen müsse, zuvorderst den Verkehr mit besserer ÖPNV- und Radanbindung.

Statt Geschenken hat sich der Oberbürgermeister Spenden für gemeinnützige Institutionen gewünscht - ein Ansinnen, dem alle sehr gerne nachkommen. Anschließend wird noch bei Eis und Schnittchen geplaudert. Denn wie Suzanne Mösel so schön sagt: "50 Jahre sind für Optimisten gerade mal Halbzeit."

 


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