Neckarsulm rüstet sich für kommende Stürme

Bad Friedrichshall/Neckarsulm  Nach dem Sturm ist vor dem Gebäude-Rundgang: Städte und Gemeinden schauen nach heftigen Unwettern bei ihren Immobilien, ob die Dächer das alles gut überstanden haben. Die Stadt Neckarsulm hatte es in wenigen Monaten gleich zwei Mal schwer erwischt.

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Gehweg gesperrt: Bei einem Sturm sind Ziegel vom Deutschen Zweirad- und NSU-Museum Neckarsulm gefallen. Derzeit sichert ein Netz das Dach.

Foto: Simon Gajer

Keine Frage: Der Sommer-Sturm bleibt Neckarsulm noch lange im Gedächtnis. Nur wenige Minuten genügten, um die Eberwinhalle für Monate zu sperren. Die Winde waren so stark, dass das Dach angehoben wurde. Seither ist die Halle für den Sportbetrieb geschlossen.

Die Sanierung zieht sich, weil zum Dach noch Wasserschäden am Boden gekommen sind. Die Versicherung kommt für die Sturmschäden auf, die Stadt investiert ebenfalls - um für stärkere Gewitter gewappnet zu sein.

Beim Sturm Sabine fielen Ziegel vom Museumsdach

Gerüstet sein für heftiges Wetter: Unter dieser Überschrift stehen Investitionen in weitere Dächer, deren Kosten aber noch nicht absehbar sind - alles als Folge des Sturms Sabine im Februar. Doch dieses Mal übernimmt die Stadt allein die Ausgaben. Nach dem Unwetter fielen einzelne Ziegel vom Dach des Deutschen Zweirad- und NSU-Museums, seither sind die Urbanstraße mitsamt Gehweg gesperrt. Auch das Dach hat seither eine besondere Farbe: Blau, dank der Netze, die zur Sicherheit montiert wurden.

Die Stadt Neckarsulm will historische Gebäude im Zentrum neu eindecken

Rathaussprecher Andreas Bracht betont: "Mittelfristig ist vorgesehen, die Dächer im historischen Schloss- beziehungsweise WG-Areal komplett neu einzudecken." Damit reagiert die Stadt nach Angaben von Bracht "auf die zunehmenden und heftiger werdenden Unwetterereignisse".

Zu den Kosten sagt Andreas Bracht: "Bei der geplanten Dachsanierung im Museumsareal handelt es sich um eine Investition der Stadt als Gebäudeeigentümer." Was auf Neckarsulm zukommt, lässt sich derzeit nicht abschätzen.

Sabine hat der Stadt Bad Friedrichshall keinen Kummer bereitet

Möckmühl hatte bei den letzten Stürmen Glück, von Schäden auf kommunalen Dächern ist dem Rathaus nichts bekannt. Bad Friedrichshall ist ebenfalls glimpflich durch das Unwetter gekommen. Sabine hat nur am Greckenschloss einzelne Ziegel verrückt. "Nichts Schlimmes", sagt Bürgermeister Timo Frey. In Eigenregie sei es gerichtet worden.

Generell prüft die Stadtverwaltung nach den Unwettern die Gebäude. "Wir schauen unmittelbar danach nach Schäden", sagt Bad Friedrichshalls Bürgermeister Timo Frey. Nur so könne man beispielsweise Löcher entdecken und schnell wieder richten, damit erst gar keine Folgeschäden durch Feuchtigkeit entstehen. Ein Dach-Programm, wie es Neckarsulm auf den Weg bringen will, steht in Bad Friedrichshall nicht auf dem Programm. So ist erst kürzlich das Alte Rathaus in Kochendorf saniert worden - inklusive Dach.

 


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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