Nach Sturm-Schäden: Eberwinhalle braucht einen neuen Boden

Neckarsulm  Das Obereisesheimer Gebäude wird zurzeit wieder repariert. Von außen sieht die Halle bereits wieder gut aus. Allein der feuchte Boden bringt den Zeitplan durcheinander.

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Nach Sturm-Schäden: Die Eberwinhalle braucht noch einen neuen Boden

Es tropft noch vom Dach in die Eimer: Weil wegen der Sturmschäden Wasser eindrang, muss der Belag ersetzt werden. Das dauert.

Die positive Nachricht vorweg: Die Stadt Neckarsulm hat Teile der Eberwinhalle in Obereisesheim wieder freigegeben. Die Umkleideräume können genutzt werden - beispielsweise von Sportgruppen, die sich zum Laufen oder Walken treffen und im Anschluss ans Training ins gegenüberliegende Sportheim gehen wollen. Die schlechte Nachricht: Der ursprünglich anvisierte Zeitplan der Reparatur ist nicht zu halten. Die Halle ist gesperrt, seit ein Sturm im Sommer das Dach anhob und dabei das Gebäude sehr schwer beschädigte.

Bis Ostern ist die Halle nicht fertig

Kürzlich zeigten sich größere Folgeschäden, und die ursprünglich angedachte Fertigstellung bis Ostern ist nicht mehr zu schaffen. Die Verantwortlichen im Rathaus wollen sich nicht auf einen Termin festlegen. Sie gehen aber davon aus, dass die Halle spätestens nach den Sommerferien wieder komplett genutzt werden kann.

Ortsvorsteher spricht von einer einzigen Windböe, die dem Gebäude zusetzte

Ortsvorsteher Andreas Gastgeb war in der folgenschweren Nacht im August nicht in der Stadt, aber er kennt die Erzählungen: "Es war eine Windböe." Eine einzige, doch die genügte. Sie hat das mehrere Tonnen schwere Dach angehoben. Das reichte aus, zwei Stützpfeiler lösten sich und fielen um. Als der Wind das Dach wieder losließ, konnte es dann nicht mehr in seiner ursprünglichen Position bleiben. Auch die Glasfassade wurde schwer beschädigt. Gastgeb berichtet davon, dass ihn nur wenige Stunden später eine Nachricht erreicht habe: Die Halle müsse abgerissen werden.

Die Halle abreißen, das ist im Sommer 2019 schnell vom Tisch

Wie es mit dem Gebäude weitergeht, darüber wurde in den Sommerferien rege diskutiert. Bei den verantwortlichen Stellen im Rathaus zeichnete sich aber schnell ab, dass die Eberwinhalle, die aus den 90ern stammt, repariert werden kann. Auch die Versicherung spielte mit, berichtet Patrick Rickenbrot, der im Rathaus das Hochbauamt leitet. Sehr früh stand fest, dass die Versicherung für den Großteil der Schäden aufkommt.

Die Kosten liegen bei einer halben Million Euro

Nachträglich kam raus: Der Boden ist nass. Auch hier habe sich die Versicherung bereiterklärt, die komplette Fläche zu bezahlen. Mittlerweile liegen die Kosten für die Reparatur bei einer halben Million Euro, ohne Boden war mit 250 000 Euro gerechnet worden. Die Stadt übernimmt zusätzliche Arbeiten, um das Hallendach besser zu sichern. An den Stützpfeilern werden Zugbänder installiert, die das Dach nach unten ziehen.

Vor kurzem haben die Fassadenbauer angefangen, außen zu arbeiten. Im Inneren steht noch ein Gerüst. Daneben weisen Mülleimer und schwarze Regentonnen auf das große Problem hin: Wasser. Die Kübel fangen jene Tropfen auf, die vom Dach fallen. Die Nässe hat in den zurückliegenden Monaten dem Gebäude zugesetzt.

Von außen sehe die Eberwinhalle wieder richtig gut aus, sagt Amtsleiter Rickenbrot. "Ohne den Wasserschaden wären wir im Zeitplan." Der Boden ist aber zu feucht und kann nicht mehr benutzt werden. "Er muss komplett ausgetauscht werden", sagt Christoph Rehm, der als Architekt im Hochbauamt arbeitet. Dafür veranschlagt er eine Bauzeit von sechs bis acht Wochen. Ortsvorsteher Gastgeb wird nun die Vereine über den Stand der Reparatur informieren. Die Klubs sowie die Schulen müssen übergangsweise in anderen Hallen unterkommen, es fallen auch Übungsstunden aus.

Nach Sturm-Schäden: Die Eberwinhalle braucht noch einen neuen Boden

Das Dach liegt wieder auf den Stützen: An der Eberwinhalle wird unter anderem die Fassade gerichtet. Im Inneren wird später noch der Boden komplett ausgetauscht.

Fotos: Simon Gajer


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen in Neckarsulm, Ilsfeld, Untereisesheim und Weinsberg.

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