Maischerz vor der Bürgermeisterwahl in Widdern

Widdern  Am Sonntag ist in Widdern Bürgermeisterwahl. Nun hat sich jemand einen Scherz erlaubt. In der Stadt sind Plakate aufgehängt und Flyer verteilt worden mit dem Konterfei von Bernhard Branyi. Dabei will der Mann gar nicht zur Wahl antreten.

Von Patricia Okrafka
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In der Nacht zum 1. Mai wurden in Widdern Plakate und Flyer mit einem vermeintlichen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl verbreitet. Foto: Rudolf Landauer

In Widdern hat sich kurz vor der Bürgermeisterwahl an diesem Sonntag jemand einen Maischerz erlaubt. In der Stadt sind Plakate aufgehängt und Flyer verteilt worden mit dem Konterfei von Bernhard Branyi, die suggerieren, der Widderner würde zur Wahl antreten. Inzwischen hat er der Verwaltung schriftlich mitgeteilt, dass er mit der Aktion nichts zu tun habe.

Warum sein Gesicht für diese Aktion herhalten musste, weiß der Privatier nicht. Man kenne sich in Widdern, da die Stadt nicht so groß sei. 

Wer hinter der Aktion steckt, ist unklar

„Wenn ich vorgehabt hätte zu kandidieren, hätte ich mich rechtzeitig aufstellen lassen“, sagt er mit Blick auf die abgelaufene Bewerbungsfrist. Jürgen Olma, derzeit Bürgermeister in Widdern, ist weiterhin einziger Bewerber.

Branyi überrascht vor allem, wie organisiert die Aktion war. „Es ist nicht angenehm, dass es um meine Person geht“, sagt er jedoch. Wie er sich das Ganze erklärt? „Ich vermute, der Scherz signalisiert eine Unzufriedenheit darüber, dass es nur einen Kandidaten gibt.“ Er selbst wisse nicht, wer dahintersteckt.  

Wahlberechtigte können in eine freie Zeile auf dem Stimmzettel am Sonntag einen wählbaren Bürger mit Vor- und Zunamen, Beruf und Anschrift eintragen und diesem mit einem Kreuz eine Stimme geben. Dieser könnte so theoretisch die Mehrheit erlangen. Branyi stellt aber klar: „Ich habe nicht die Absicht, das Amt zu übernehmen“, sollte dieser Fall tatsächlich eintreten. 

Wann ein Stimmzettel ungültig ist

Laut dem Serviceportal Baden-Württemberg muss bei der Stimmabgabe zweifelsfrei sein, um welche Person es sich handelt, sonst ist die Stimme ungültig. Die Stimmzettel am Sonntag enthalten Vor- und Zuname, Beruf oder Stand sowie Anschrift der öffentlich bekannt gemachten Bewerber – in diesem Fall Jürgen Olma. Da es nur einen vorgedruckten Namen gibt, reicht es aus, den Stimmzettel ganz ohne Kennzeichnung abzugeben. Jeder Wahlberechtigte hat nur eine Stimme. 

Wer weder dem einzigen Kandidaten noch einer anderen wählbaren Person seine Stimme geben möchte, kann durch Streichung der ganzen Seite den Stimmzettel ungültig machen. Übrigens wird die Stimmabgabe ungültig, wenn beleidigende Kommentare oder Vorbehalte hinzugefügt werden. 

 

 


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