Jetzt gibt es in Gundelsheim einen Welpenspielplatz

Gundelsheim  Das Angebot auf dem Gundelsheimer Hundeplatz wurde erweitert: Neben dem Hindernis-Parcours und anderen Kursen für erwachsene Hunde gibt es jetzt auch einen Spielplatz für Welpen. Wir haben uns angeschaut, wie die Rasselbande den Hundeplatz unsicher macht.

Von Kirsi-Fee Rexin
Kleine Terrier stehen auf Bällebad und Wippe
Mit einem Leckerli lockt Jolina Reithmeyer vorsichtig einen der Windhund-Welpen über die Holzwippe. Foto: Ralf Seidel

Action ist auf dem Hundeplatz zwischen Gundelsheim und Bachenau eigentlich immer angesagt, wenn Herrchen oder Frauchen mit dem Vierbeiner den Hindernis-Parcours (Agility-Parcours) durchlaufen oder das Schutzhund-Training absolvieren. Jetzt mischen auch die Jüngsten mit.

Seit wenigen Wochen gibt es auf der ein Hektar großen Fläche, die der Verein für Schäferhunde Ortsgruppe Gundelsheim nutzt, ein eingezäuntes Stück Rasen: der Welpenspielplatz. Jeden Dienstag können hier Hundebabys jeder Rasse Leckerli im Bällebad suchen, haarige Artgenossen und neue Reize kennenlernen.

Andere Hunde, fremde Gegenstände und Untergründe

"In der Welpengruppe geht es darum, dass die Hunde mit anderen zusammen kommen und sozialisiert werden. Außerdem sollen sie verschiedene Umweltreize kennenlernen und mit neuen Gegenständen und Untergründen in Kontakt kommen", erklärt Jörg Stirmlinger, Vorsitzender des Vereins. Je mehr sie während ihrer Entwicklungsphase erfahren würden, desto gelassener seien sie später bei Unbekanntem. "Die gemeinsame Aktion ist gut für die Bindung von Mensch und Hund", weiß Stirmlinger.

Auf den ersten Blick, ist es ein chaotisches Gewusel aus größeren und kleineren Fellknäulen. Die 20 Hundebabys flitzen im Gehege umher, toben miteinander oder gehen auf Entdeckungstour. Mit von der Partie sind an diesem Tag Hubert und Sigrid Erlewein mit ihren Saluki-Welpen. Zehn an der Zahl, die sie nach und nach in liebevolle Hände geben wollen. Weil das Paar nicht alle gleichzeitig im Blick behalten kann, wird es Paar von Bekannten unterstützt.

Kleine Terrier stehen auf Bällebad und Wippe

Trainerin Isolde Schwab gibt den Teilnehmern beim Agility-Parcours Tipps und Tricks: Auch für den Umgang mit erwachsenen Hunden hat sie einige parat. Foto: Ralf Seidel

Wie man einen Welpen auf die Wippe lockt

Mit dem Welpen Bayad zeigt Trainerin Isolde Schwab den Haltern gerade, wie sie ihren Hund über eine Wippe locken können. Ein kleines Stückchen Fleisch ist dabei der Schlüssel. Vom Geruch angelockt, setzt der tapsige Rüde zaghaft eine Pfote auf das Holzbrett. Dann bemerkt er den wackeligen Untergrund und geht erst einmal nicht mehr weiter. Doch das Leckerli duftet einfach zu köstlich und so traut sich der Windhund immer weiter, bis er die ein Meter lange Strecke erfolgreich gemeistert hat.

Natürlich bekommt er anschließend auch den kleinen Fleischwürfel und ein großes Lob von der Trainerin. "Die Wippe ist gut, damit die Hunde lernen, dass es auch wackelige Untergründe gibt", erklärt sie. Immer wieder gibt Schwab den Haltern auch praktische Alltags- und Trainingstipps. Zum Beispiel, wann der richtige Zeitpunkt für ein Lob ist oder wie Herrchen und Frauchen dem neuen Familienmitglied Sitz und Platz beibringen können.

Kleine Terrier stehen auf Bällebad und Wippe

Die elf Monate alte Cairn-Terrier-Hündin Sky hat das Bällebad für sich entdeckt und ist darin ganz unerschrocken. "Wir haben schnell gemerkt, dass sie eine richtige Draufgängerin ist", sagt und schmunzelt Besitzerin Janina Reithmeyer. Foto: Ralf Seidel

Wofür der Terrier im Bällebad auf Tauchstation geht

Die drei Monate alte Cairn-Terrier-Hündin Sky ist eine Draufgängerin. Ohne Scheu kämpft sich das Hundemädchen über den Rand vom Bällebad und plumpst hinein. "Feiiin!", lobt Frauchen Janina Reithmeyer. Doch das hört der kleine Terrier schon nicht mehr. Er ist auf Tauchstation gegangen und sucht, den Kopf zwischen den Bällen vergraben, nach Käsehäppchen. Anders sieht es bei dem langen Schlauch aus.

Der sogenannte Tunnel ist vielen Welpen suspekt. "Durch das Durchlaufen lernen sie, dass sie sich nicht fürchten müssen, wenn es eng und dunkel ist", sagt die Trainerin. Einige Besitzer müssen viel Geduld aufbringen, bis sie ihren Liebling hindurch gelockt haben. Bei einigen ist die Mühe vergebens. "Wenn ein Hund nicht möchte, muss er nicht", stellt Schwab klar.

Nach einer halben Stunde lässt die Energie der kleinen Vierbeiner sichtlich nach. "Jetzt brauchen sie viel Ruhe, um das Erlebte zu verarbeiten", weiß die Trainerin. Für Isolde Schwab hingegen ist noch kein Päuschen in Sicht: Die Gruppe der erwachsenen Hunde wartet bereits darauf, sich beim Agility-Parcours austoben zu dürfen.

 

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