Isabell Huber kandidiert bei der Landtagswahl für die CDU

Neckarsulm/Wüstenrot  Die CDU-Abgeordnete Isabell Huber aus Wüstenrot spricht über ihre Aufgaben, die sie im zurückliegenden Jahr nach dem Tod von Bernhard Lasotta übernommen hat. Die 32-Jährige will bei den kommenden Wahlen wieder in den Landtag einziehen.

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Isabell Huber lebt mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter in Wüstenrot. Zeit für die Familie bleibt ihr. "Ich muss es mir gut einteilen."

Foto: Andreas Veigel

Auch ein Jahr nach seinem Tod bleibt Bernhard Lasotta präsent. Es kommt immer noch vor, dass Isabell Huber als die Nachfolgerin des verstorbenen CDU-Landtagsabgeordneten vorgestellt wird. Erst neulich war das bei einem Termin in Gundelsheim der Fall. Für die Wüstenroterin, die nach dem Tod des Bad Wimpfener in den Landtag einzog, ist das in Ordnung.

"Es bleibt Platz für die Trauer", sagt Isabell Huber. Die 32-Jährige will nun bei den kommenden Landtagswahlen wieder nach Stuttgart. Bei der Nominierungsveranstaltung des CDU-Kreisverbands Heilbronn Anfang Februar will sie sich als Kandidatin bewerben. "Der Job macht Freude", sagt die Abgeordnete. "Man kann etwas bewegen und gestalten."

Die Politik kann vieles bewegen

Der CDU trat sie vor gut zehn Jahren bei, seither ist sie im Ortsverband ihrer Heimatgemeinde Wüstenrot aktiv. Für die Partei engagiere sie sich schon lange ehrenamtlich. "Diese Leidenschaft für die Politik zum Beruf zu machen, ist etwas Besonderes." Bewegen, das könne sie durch ihre Position in Stuttgart: Stolz verweist sie auf die Förderung des Wasserstoff-Projekts in Lampoldshausen, die Unterstützung bei der Sanierung des Blauen Turms in Bad Wimpfen und die Mitfinanzierung der Burgfestspiele Jagsthausen. Die Stellen, die über solche Finanzspritzen entscheiden, seien froh über Einschätzungen der Abgeordneten.

Isabell Huber muss aber auch Niederlagen einzustecken. Erst neulich ging es um eine Flüchtlingsfamilie aus dem Iran, die integriert gewesen sei. Der Mann arbeitete als Ingenieur, sie konnten sich eine Wohnung leisten. Doch ihm sei die Arbeitserlaubnis entzogen worden - und das gerade in einem Bereich, "in dem wir Fachkräfte brauchen", betont die Abgeordnete.

Die Abgeordnete hat einen vollen Kalender

Die Arbeit in Stuttgart macht Spaß, trotz der Terminfülle gerade auch nach dem Jahreswechsel, wenn viele Gemeinden zu Neujahrsempfängen einladen. An vielen nimmt Isabell Huber teil, weil sie hier einen guten Überblick über die Projekte vor Ort bekommt. Zu den Schwerpunkten ihrer Tätigkeit gehört der Verkehr, erst kürzlich war sie bei einem Treffen mit Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), bei dem es um die Frankenbahn ging.

Sie kennt einerseits die Beschwerden aus dem Jagsttal, weiß aber auch von der Grippewelle bei den Lokführern. Das Beispiel zeigt ihre Einstellung, die sie von ihrer Funktion als Abgeordnete hat. Sie will vermitteln und "Verständnis für beide Seiten schaffen". Dazu gehört eben auch, für den Wahlkreis negative Entscheidungen aus Stuttgart zu transportieren. "Ich will auch eine ehrliche Haltung vermitteln."

Hier liegen die Schwerpunkte von Isabell Huber

Sollte es wieder mit dem Landtag klappen, will sich Isabell Huber für die Familien- und Sozialpolitik engagieren. Bei der Kinderbetreuung will sie sich dafür einsetzen, mehr Fachkräfte zu gewinnen. Bei den Schulen sei schon der richtige Schritt gemacht worden, um mehr Lehrer zu gewinnen. Infrastruktur und Verkehr ist ihrer Ansicht nach auch ein großes Thema, der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs ist für sie genauso von Bedeutung wie es Investitionen in Straßen und Radwege sind.

Eine Herausforderung für die Gesellschaft sei, den Klimawandel sozialverträglich zu begleiten. Ihr Beispiel: Eine ältere Dame habe Huber gegenüber die Klimaabgabe als zu hoch kritisiert, für Jüngere sei sie zu niedrig. "Ich muss Verständnis schaffen." Die Chance, es in den Landtag zu schaffen? "Ich weiß, dass es schwer wird." Im Land seien die Grünen der größte Gegner. Sie ist optimistisch: Von Bürgern bekomme sie positive Rückmeldungen.


Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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