In Höchstberg fliegen die Baumstämme

Gundelsheim  Das Panische Sommerfest mit Highlandgames startet am kommenden Wochenende. Starke Männer und Frauen werfen Baumstämme oder heben Bulldog-Reifen.

Von Vanessa Müller

In Höchstberg fliegen die Baumstämme

Matthias Lang und Nadja Sprenger zeigen, wie Baumstamm-Weitwurf geht.

 

Die fetten Bulldog-Reifen liegen schon bereit. 200 Kilo schwer, den Baugrubenstaub nur lose vom kantigen Profil gefegt. "Die Größten, die wir finden konnten", sagt Matthias Lang grinsend. Wer die über 20 Meter immer wieder heben und nach vorne kippen will, der muss Kilt tragen und zum Doping an der Whisky-Flasche nuckeln. Oder? Der Chef des Panikerclubs Höchstberg spannt die Muskeln. Gemeinsam mit Vize Manuel Lang wuchtet er das Ungetüm in die Höhe. "Aus dem Kreuz gerade raus", ruft er. "Krach!", schlägt das schwarze Monster Sekunden später auf der trockenen Wiese auf.

Die beiden wissen halt, wie"s geht. Immerhin findet das panische Sommerfest mit Highlandgames am kommenden Wochenende schon zum siebten Mal statt. Und wie immer kommentieren die Namensvettern die Wettkämpfe im Höchstberger Hochland.

Schon alles gesehen

Zehn Teams aus jeweils vier bis fünf starken Männern und Frauen gehen bei den Games am Samstag an den Start. Zum allerersten Mal übrigens auch Gladiatoren aus der Kernstadt. "Der Gundelsheimer Carneval Verein hat sich angemeldet", verrät Matthias Lang. Daneben reisen kräftige Clans aus dem Kocher-, Jagst- und Neckartal an. Klangvolle Namen sind über die grünen Hügel zu den Machern vorgedrungen: von "Highlandsack" über die "Oberkörper-Freiländer" bis zum "A-Team Kochertal".

In Höchstberg fliegen die Baumstämme

Auch vergangenes Jahr ging es hart zur Sache. Nur mit vollem Körpereinsatz schaffen es die Männer, dass sich der Traktorreifen überschlägt − alles andere zählt nicht.

Foto: Archiv/Weber

 

Die einzelnen Teammitglieder können sich die Aufgaben aufteilen. Immer zwei Leute treten in den sechs Disziplinen gegeneinander an. Mit Baumstamm-Weitwurf geht es los. "Da haben wir wirklich schon alles gesehen", erinnert sich der Panikerclub-Vorsitzende. "Die einen kriegen ihn gar nicht hochgewuchtet, andere werfen ihn versehentlich nach hinten." Welche Schweinereien dann noch warten? "Immer wieder was Neues", erklärt Manuel Lang verschwörerisch.

Ackersteine schmettern

Auch Ackersteine wurden schon geschmettert oder dicke, fette Ballen aus Stroh gerollt. Bei der Highlander-Rutschbahn wird schnell klar: Es kann nur den einen Sieger geben. "Das Ganze funktioniert wie ein Bungee-Run", erklärt Manuel Lang. Der Teilnehmer wird mit dem Seil an einem Baum festgemacht, der Rasen davor ordentlich von der Feuerwehr gewässert. Über die glitschige Bahn muss er sich dann vorwärts kämpfen. "Aber wenn er zu schnell zieht, reißt es ihm die Beine weg." Es steht eben nicht nur die pure Kraft, sondern Geschick und Gaudi im Vordergrund. "Damit das Volk auch lachen kann", erklärt Matthias Lang augenzwinkernd. Er erwartet nämlich wieder einige Hundert Zuschauer.

Kleiner Tipp: Wer im Kilt kommt, der zieht besser ganz unschottisch etwas unten drunter. "Der Rock kann nämlich schon mal hochrutschen", weiß das Moderatoren-Duo.

Karos oder Kuhfell?

Aber egal ob rote Karos oder komplett im Kuhfell - das Outfit muss auffällig sein. Die Gladiatoren mit den besten Klamotten bekommen Sonderpunkte. Fair und galant sind die Höchstberger Highlander sowieso. Die Teilnehmerinnen dürfen sich über Baumstämme und Reifen in der leichten Version freuen. Unterstützung bekommen die Damen beim Einmarsch von einer Eröffnungspiperin.

Eine zünftige Rauferei um den Sieg hat es bisher noch nicht gegeben. "Aber die Teams sind schon mit viel Ehrgeiz dabei", weiß der Panikerclub-Vorsitzende. Amtierende und dreimalige Sieger in Folge sind übrigens die German Bikers Allfeld. Wer die in die Tasche steckt, der hat sich einen echten schottischen Whisky verdient, vielleicht sogar eine Zigarre - davon hat der Panikerclub eine Auswahl in petto.


Programm des Panikerclubs

Der Panikerclub Höchstberg war ursprünglich, das heißt im Gründungsjahr 1981, ein Udo-Lindenberg-Fan-Club. Mit der Zeit entwickelte sich daraus der ortsansässige Jugendclub. Dem Vereinszweck, "die Höchstberger Jugend aus der Isolation zu führen", kommen die Mitglieder durch diverse Veranstaltungen nach. Bis 2011 gehörte dazu das Schefflenztal Open Air. Seit 2012 findet jährlich das Sommerfest mit den Panischen Highlandgames rund um das Clubheim statt.

Am Wochenende, 18. und 19. August, ist es zum siebten Mal soweit. Samstag startet es um 13 Uhr, 14.30 ist Einmarsch der Highlander in die Arena. Abends gibt"s Live-Musik mit Ten Beers Later. Sonntag geht es um 11 Uhr mit Frühschoppen und Oldtimertreffen weiter, ab 14 Uhr ist Neun-Meter-Schießen, abends spielt Fun Music.